Ralitsa
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9 Wochen, nachdem ich erfahren habe, dass der Mann, mit dem ich verlobt war, sechs Jahre lang ein Doppelleben führte.
9 Wochen habe ich versucht meine Fragen von ihm beantwortet zu bekommen. Leider Fehlanzeige.
Er rührt sich nicht.
Er meldet sich nicht.
Er antwortet nicht.
8 Wochen hat es gedauert, bis ich meinen Wohnungsschlüssel und mein Geld von ihm zurück hatte.
Ich glaube, ich werde auch kein andere Antwort von ihm bekommen, die ich vor 4 Wochen telefonisch bekommen habe als "Ich weiss nicht warum!" "Keine Ahnung" "Wenn ich das wüsste, dann wüsste ich mehr".
Jetzt muss ich endlich anfangen gedanklich los zu lassen, sonst wird es nicht nur Konsequenzen für meine seelische und körperliche Gesundheit haben, sondern auch für meine berufliche Zukunft.
Noch haben mein Chef und meine direkte Kollegin Verständnis für mich, ich hatte mich ihnen anvertraut. Aber wie lange haben sie dieses Verständnis noch?
Heute habe ich mich zur Arbeit geschleppt. Eigentlich wollte ich liegen bleiben und mich gezwungen, aus dem Bett zu steigen!
Den Wecker hatte ich für 06:00h gestellt und um 07:38h konnte ich mich erst aus dem Bett zwingen! Zum Glück haben wir "gleitende Arbeitszeit"!
Nur hier auf der Arbeit kann ich meine Gedanken nicht ausblenden und mich auf die Arbeit konzentrieren. Es ist fatal.
Am Samstag habe ich mich mit einer Freundin getroffen. Die, die ihn auch so lange kennt und die die ganze Geschichte nach dem Knall und das Outing seiner Abgründe von Anfang an mit bekommen hat.
Sie sagte am Samstag zu mir, dass sie Achtung vor mir habe, wie gut ich das alles "weg stecke" und wie ruhig ich damit umgehe. Das ich meinen Alltag weiterlebe und versuche, normal zu leben, raus gehe, offen damit umgehe.
Sie sagte, sie hätte sich erstmal 3-4 Wochen zu Hause vergraben und wäre abgetaucht.
Ich habe darauf nicht geantwortet, dass ich das am liebsten auch gemacht hätte, aber aus Angst vor dem Jobverlust es nicht gemacht habe.
Auch hätte ich am liebsten gesagt, dass ich mich nur zusammenreisse, damit ich die Leute, die mir Nahe sind, nicht zuviel damit belaste, weil ich weiss, dass sie ihr eigenes Leben noch zu stemmen haben.
Ob sie nun meine Freunde oder Bekannte sind, oder nicht. Jeder ist ja nur mit fremden Sorgen bis zu einem gewissen Punkt belastbar, da man sein eigenes Leben noch hat.
Gestern hatte ich frei und wollte eigentlich den ganzen Tag nur im Bett liegen und die Zimmerdecke anstarren.
Ich musste mich zwingen, aufzustehen, zu duschen und meine beiden Termine wahr zu nehmen.
Am Nachmittag war ich im Supermarkt und ertappte mich dabei, dass ich im Gedanken neben IHM stand und mit ihm "besprach" (in Gedanken), was wir einkaufen!
DAS KANN SO NICHT WEITER GEHEN! NEIN NEIN NEIN!
Gestern abend bin ich um 19h ins Bett gegangen und weinte mich in den Schlaf. SO MÖCHTE ICH NICHT MEHR LEBEN!
Aber es ist schwer, einfach ad hoc abzuschliessen, wenn man quasi von 100 auf 0 in 1 Sekunde fällt und die Lebensplanung sich als Lügengerüst entpuppt und der bisherige "Partner" sich als pathologischer Lügner entpuppt und man sich selbst auch Fehler eingestehen muss.
Und besonders wenn der "Mann" seitdem weg ist, seitdem sein Lügengerüst eingefallen ist.
Fehler = Warum bin ich nach seinem ersten oder spätestens seinem zweiten Lügenouting nicht gegangen? Habe ich ihn dadurch "geschützt"? Oder gar noch "gefördert?" oder "herausgefordert?", dass er sich immer noch spektakulärere Lügen ausdenkt?
War ich in der Zeit vielleicht sein "Komplementärnarzisst"?
Sieben Jahre mit einem "Phantom".
Neun Wochen Fragen an ein "Phantom".
Das muss aufhören.
Daher möchte ich mein "Loslassen-Tagebuch" schreiben, damit ich selbst sehen kann, welche (kleinen) Fortschritte ich mache.
Denn SO kann und DARF es nicht mehr weitergehen!
Ich habe keine Probleme damit, wenn ihr Kommentare, Bemerkungen und Tipps dazu schreibt!
Liebe Grüße
Ralitsa

