@Gretchen
Zitat von Gretchen: Wie fühlst du dich in der Therapie?
Ich fühle mich vom Therapeuten teilweise belächelt. "Schaut zu wenig auf sich, zuerst kommen immer die anderen."
Er hat nicht Unrecht natürlich.
Andererseits tut es gut zu reden.
Über die Kindheit haben wir in der Therapie noch nie geredet.
Zitat von Gretchen: Deinen Weg suchen. Das ist aufwändig aber auch spannend.
So betrachtet hört sich das wirklich spannend an.
Zitat von Gretchen: Mich wundert dass du gar nicht darüber schreibst oder dich hingezogen fühlst zu dingen die dir Freude machen.
Zitat von Gretchen: Bei was oder welchen Gedanken fühlst du eine Lebendigkeit?
Ich musiziere und singe. Das gibt mir gute Gefühle.
Wandern. Schaffe hier leider keine guten Gefühle mehr

Um ehrlich zu sein (ich schäme mich ein wenig dafür)...
Die meiste Lebendigkeit gibt mir mein Freund. Mit dem ich aber aktuell nicht wirklich Kontakt habe.
Mit ihm zusammen fühle ich mich immer am richtigen Ort zur richtigen Zeit. Egal wo. Immer lebendig. Nach unseren Treffen muss ich noch stundenlang dauergrinsen. Dopamin Cocktail halt in Kombination mit Idealisierung, I know. Aber es ist nunmal so. Bin quasi auf der Suche nach der Dro..
Zeit mit meinen Kindern finde ich aktuell überwiegend anstrengend. Ich liebe die beiden und habe sie gerne um mich, aber es nimmt auch viel Energie. Ich vermisse sie aber, wenn sie nicht bei mir sind.
Treffen mit Freunden geben mir auch nicht mehr so viel.
Therapie tut mir gut, weil ich einfach einmal reden und reden und reden kann. Aber es ist auch eine finanzielle Belastung.
Früher bin ich auch gerne gereist, das hat mir gute Gefühle gegeben. Jetzt weiß ich nicht wirklich, mit wem ich reisen sollte bzw würde es mir nur mit dem Freund Spaß machen.
Kommendes Wochenende verreise ich mit einer Freundin. Ich freue mich nicht darauf. Der Abstand wird mir aber denke ich gut tun.
Arbeit... nein. Viel Masking. Überwiegend anstrengend. Viel leisten müssen, aber interessante Aufgaben und Themen.
Mit meiner Schwester Zeit verbringen tut mir auch sehr gut. Leider haben wir aktuell wenig Kontakt, da sie mit ihrer eigenen Familie beschäftigt ist und auch NICHTS von meinen Problemen weiß. Ich habe mit ihr nicht darüber gesprochen, ich möchte es ihr erst sagen, wenn ich die Scheidung fix durchziehe. Sie hat meinen Mann nie gemocht. Unsere Schwestern-Beziehung driftet immer mehr auseinander.
Eltern... nein. Gehe ihnen aus dem Weg. Brauche sie aber als Babysitter.
Radfahren/spazieren gehen alleine... tut ein bisschen gut.
Podcasts hören... ja, tut meist gut
Essen gehen in Restaurants... ja, aber nur in angenehmer Begleitung. Alk. tut mir aktuell auch gut (hie und da ein Glas Wein, hebt meine Laune). Aber keine Sorge, bin gesundheitsbewusst
Klamotten shoppen mag ich zurzeit auch sehr. Um das Beste aus mir herauszuholen. Ich mag es aktuell, mich aufzuhübschen. Ich mag die Komplimente und Blicke aus meinem Umfeld. Meinem Mann fällt es auf, er sagt mir dann auch, dass er mich schön findet (er findet mich jedoch ungestylt am Schönsten, das habe ich immer sehr wertschätzend von ihm gefunden)
Lesen. Liebe ich grundsätzlich seit immer. Kann mich aber leider nicht mehr gut konzentrieren und lese aktuell wenig.
Schreiben. Mein größtes Hobby. Keine Zeit und Muße dafür (außer hier). Möchte ein Buch schreiben.
Ja, ich habe bereits viel Freude an Aktivitäten verloren, die mir früher Freude bereitet haben. Auch für mich erschreckend.
Für mich auch erschreckend, dass ich - bis ich den Freund kennengelernt habe - in meinem Leben tatsächlich zufrieden war (trotz Betrug). Es fühlte sich nach Zeiten des Leidens wieder nach Normalität an und ich konnte die Zeit mit der Familie und Freunden genießen. Seit ich mit dem Freund allerdings die Lebendigkeit gespürt habe, werde ich in meinem aktuellen Leben nicht mehr froh. Warum?