Zitat von Giraffenmädchen: Es wird hier dargestellt als hätte ich keine Klarheit eingefordert. Habe ich aber. Seine Aussage im Sommer war, dass sein Verstand nein sagt, weil ich verheiratet und Mutter bin. Dass es nicht an mir liegt. Er hat immer wieder von Freundschaft gesprochen und dann wieder davon, dass er doch nicht nur Freundschaft will.
Wer soll das hier wissen? Ich dachte , er geht ab und an mit Dir spazieren und ihr redet über dies und das.
Er war dann offenbar im Zwiespalt und davon hat er sich befreit. Er hat sich entschieden und will sich eine noch verheiratete Frau mit Anhang nicht aufhalsen. Deswegen kannst Du ihm keinen Vorwurf machen. Aber auch wenn er sich nicht eindeutig ausgedrückt hat, hat das in Dir die Hoffnung auf einen Retter geweckt.
Und die Worte " er hat mich verliebt gemacht" sind typisch für Dich. Wieder ist der Andere Schuld daran, dass Du Dich verliebt hast. Man kann Jemanden eigentlich nicht verliebt machen, wenn keine Bereitschaft da ist.
Ansonsten flüchtest Du Dich in Deine Märchentraumwelten, wo alles schön und einfach ist. Das reale Leben ist aber selten bis nie so einfach.
Therapie? Keine Ahnung ob ihr das hilft, denn die Traumwelt erfüllt ja eine wichtige Funktion für sie. Sie wird diese Traumwelt nicht aufgeben, weil das die einzige Welt ist, in der sie noch so etwas wie Glück empfindet, wenn auch nur für kurze Momente. Als er noch in ihrem Orbit war, waren die Träumereien natürlich wirkungsvoller und langlebiger, denn da war ja die Hoffnung, dass er kommt und sagt, komm mit mir. Du musst da raus und ich helfe Dir dabei.
Und sie bleibt in ihrer Passivität stecken, sie hat keinen Biss, wie man so sagt und glaubt nicht an ein anderes Leben. Sie hätte es nur gerne. Und so bleibt sie dort, wo sie es kennt. Bekanntes gibt Sicherheit.
Wenn sie geht, müsste sie Unsicherheit aushalten und akzeptieren und den Glauben daran haben, dass sie sich selbstständig etwas Neues aufbauen kann. Das schafft sie nicht und so bleibt sie eben ih ihrem Leben stecken.
Das macht sie nicht glücklich, aber sie ist es gewohnt, denn dort kennt sie sich aus. Tatkraft und einen Willen und einen Glauben daran, dass ein besseres Leben entstehen könnte, ist nicht jedem gegeben.
Aber das mit dem Prinz, der kommt, sie loseist und ihr ein glückliches Leben schenkt, ist völlig unrealistisch.Wer sollte sich denn das freiwillig antun, die Rolle des Heilsbringers zu übernehmen? Diese Verantwortung tut sich keiner an.
Als mein AM spürte, wie wichtig er für mich war und dass ich tatsächlich mein Leben, meine Ehe hingeschmissen hätte für ihn, erfolgte auf leisen Pfoten der Rückzug bei ihm. Er driftete wieder in sein gewohntes Leben, in dem alles er allein entschied.
Erst viel später, lange Zeit nach dem Ende der Affäre wurde mir klar, wie ich vorgegangen war. Ich hatte ihn benützt. Das war mir damals nicht bewusst, aber aus der Distanz heraus habe ich es begriffen. Er sollte für mich der weiße Ritter auf dem edlen Ross sein, der mich aus meinem Schmalspurleben befreit und mich in ein glücklicheres Leben führt. Und diesen Schuh nahm er auch unbewusst wahr und er zog ihn sich nicht an.
Hinterher schämte ich mich dafür wie ich vorgegangen war, denn ich hatte einen unbewussten Auftrag an ihn, den er nicht erfüllen wollte und konnte. Er hat sich selbst geschützt. Heute verstehe ich ihn, denn dieser Schuh ist viel zu groß. Ich wäre mit völlig überzogenen Erwartungen zu ihm gegangen und hätte erwartet, dass er sie selbstverständlich erfüllt und das hat er verweigert, womit er vollkommen Recht hatte.
Er hätte etwas für mich erledigen sollen, was ich selbst nicht leisten konnte. Die bequeme Lösung all meiner Probleme z.B.
Gut, dass es anders kam. Ohne Eigenverantwortung ist man immer nur auf andere angewiesen, die dann irgendwann verschwinden weil sie instintiv fühlen, dass sie Mittel zum Zweck sind.