@Giraffenmädchen
Vor 2 Tagen schriebst Du dies:
Zitat von Giraffenmädchen: Wenn ich tief in mich hineinspüre weiß ich, dass ich meinen Mann nicht mehr liebe. Ich kein gemeinsames Leben mehr möchte. Ich spüre dann auch Angst. Sehr viel Angst. Vor der ungewissen Zukunft. Aber auch eine Chance, für mich zuständig zu sein und zu wachsen. Frei zu sein. Ich spüre Schmerz, großen Schmerz. Dass mein Lebensziel zerbricht. Es tut unglaublich weh. In ein paar Wochen bin ich eine zeitlang alleine unterwegs, ich spüre, dass ich der Entscheidung immer näher komme. Ich werde dann meine Familie um Hilfe bitten, mich ihnen anvertrauen. Wenn es sein muss, auch eine Weile in Krankenstand gehen, bis ich mich wieder stabil fühle. Ich spüre, dass es langfristig so nicht mehr weitergehen kann. Ich geh sonst vor die Hunde.
--> hier schreibst Du, wie du fühlst, wie Du empfindest. Du sorgst für Dich, indem Du erkennst, dass Du vor die Hunde gehst, wenn es so weitergeht - aber indem Du Dir auch was zutraust, nämlich zu wachsen und für Dich selbst zuständig zu sein.
Heute schreibst Du das:
Zitat von Giraffenmädchen: Ich möchte nicht geschieden sein und ich möchte keine Scheidungskinder haben. Ich spüre, dass mein Mann mich liebt. Ich fühle mich körperlich von ihm nicht mehr angezogen, wenngleich er attraktiv und der S. gut ist. Trotzdem fühle ich mich bei ihm "safe". Alleine sein bereitet mir Angst. Das mit der Affäre erledigt sich ohnehin gerade von selbst, da der Musiker sich mehr und mehr zurück zieht. Er findet es nicht gut, dass ich doppelgleisig fahre (wenngleich er auf den S. gedrängt hat - Doppelmoral). Er kommt auch nicht damit zurecht, dass er verheimlicht wird. Ihn stört es, dass ich niemandem von ihm erzählt habe. Aktuell sind wir im Familienurlaub und es ist schön, so blöd das klingen mag. Ich bin weit weg von zuhause und auch teilweise glücklich. Ich möchte meinen Kindern das alles nicht nehmen. Ich schätze auch immer mehr, was mein Mann für mich und uns tut. Ich möchte nicht in ein paar Jahren alleine mit meinen Kindern am Tisch im Urlaub sitzen. Ich brauche ihn einfach. Und Gott sei Dank liebt er mich noch. Mein Mann ist im Bett sehr einfühlsam, der Musiker eher egoistisch, wobei es schon besser geworden ist, seit er mich mehr mag. Aber an meinen Mann kommt er trotzdem nicht heran. Trotzdem macht mich der Musiker im Bett mehr an. Es ist sehr sehr seltsam.
--> Hier beschreibst Du, was Du im Außen nicht sein willst ("geschieden"), Du beschreibst das Gerüst um Dich herum (Dein Dich liebender Mann, das Familienleben) in dem Du Dich aufgehoben wähnst. Es ist offensichtlich, dass Du von einer riesigen Angst getrieben wirst. Angst davor, "alleine" zu sein, Verantwortung zu übernehmen, Entscheidungen zu treffen. Deshalb flüchtest Du, auch in diesem Post, direkt wieder zum Sex mit dem Musiker, diese Affäre ist reine Verdrängung, der schlichte Versuch, irgendwie wieder schöne Gefühle zu haben.
Das ist alles sehr kindlich, sehr unreif. Du bist offenbar in Deiner Entwicklung steckengeblieben, als Du Dich in die Ehe mit Deinem Mann begeben hast. Du bist (noch) nicht erwachsen. Und solange Du diesen Schritt nicht vollziehst, wirst Du unglücklich sein, denn es fehlt Dir an Autonomie und Selbstwirksamkeit. Da Du Deinen Mann nicht mehr liebst und die Paarbeziehung zu ihm nicht mehr willst, seh ich für Dich keine Entwicklungsmöglichkeiten, solange Du in diesem Konstrukt verharrst. Meines Erachtens gibt es nur einen Weg da raus: Spring! Spring ins kalte Wasser und lern Schwimmen. Ich bin mir sicher, dass Du es kannst.
Und eine Frage hätte ich da noch an Dich: Was ist so stigmatisierend für Dich an "geschieden" sein und "Scheidungskindern"? Welches Bild wird da in Dir erzeugt? Und welches Bild gibst Du gerade für Deine Kinder ab - eine in ihrer Ehe zutiefst unglückliche, betrogene und betrügende Frau, die nur wegen äußerer Zwänge in der Abhängigkeit verharrt?