Zitat von aequum: Deine Zuversicht in allen Ehren und normalerweise würde ich wohl ähnlich denken allerdings nicht bei GM.
ich finde ja, daß man Zuversicht und Hoffnung immer haben kann. Ich finde GMs Situation auch nicht aussichtslos oder einen besonders schweren Fall.
Ich glaube halt, daß hier drei Dinge zusammenkommen, die immer wieder auch von mir vermischt werden. Tatsächlich Opfer sein, unsere Vorstellung wie ein Opfer zu sein hat und eine wenig erwachsene Opferhaltung.
Anfänglich ist GM tatsächlich Opfer geworden. Herauszufinden, daß derjenige, dem man am meisten vertraut, nicht vertrauenswürdig ist, ist extrem schmerzhaft.
Und an der Stelle hat GM auch im Forum viel Zuspruch und Rat erfahren.
GM aber verhält sich halt nur bedingt wie ein Opfer, wie wir uns das vorstellen. Die meisten von uns haben eine gewisse Vorstellung davon, wie ein Opfer zu sein hat. Das Phänomen ist häufig in der medialen Aufbereitung von Prozessen etc zu sehen, stellt sich zB heraus, dass das Opfer eines zur Anklage gebrachten S*xualdelikts viele ONSs hatte oder eben kein Kind von Traurigkeit war, fangen wir häufig an, die Glaubwürdigkeit des Opfers oder Glaubhaftigkeit der Aussagen in Zweifel zu ziehen. Es fällt uns schwerer, das nötige Mitgefühl aufzubringen. Eine Frau, die die Untreue ihres Manns unter dem Aspekt, Gleiches mit Gleichem vergelten wollen, behandelt, wird fast automatisch anders behandelt, als eine, die das nicht tut.
Und dann kommt halt eben auch noch die Opferhaltung dazu. Das Problem ist halt, manche Ehen zerbrechen, das Kind erkrankt, man selbst erkrankt, die Hütte brennt ab. Wir alle, wirklich jeder, müssen größere und kleinere Katastrophen in unserem Leben meistern. Das ist extrem mies und natürlich darf man da auch mal straucheln, hinfallen oder für einen (längeren) Moment trauern.
Und wenn ich unschuldig von einem Autofahrer auf der Strasse überfahren werde und dann mit gebrochenen Knochen ins Spital muss, dann darf ich das extrem Schei*e finden. Mir deshalb aber ein Auto zu leihen und wiederum andere unschuldige Fußgänger über den Haufen fahren, geht halt aber zu weit und heilt eben meine Knochen auch nicht.
🤷♀ Und wenn ich dann aber noch immer hingehe und mehr oder weniger still denke, es ist nicht an mir einen Weg daraus zu finden, denn schließlich habe ich es nicht kaputt gemacht, dann wird halt schon offensichtlich, daß der Leidensdruck zwar da ist, aber es mit der Problemeinsicht noch nicht so weit ist, daß da wirklich was passieren wird.
GM möchte halt unbedingt von einer langjährigen ehe nahtlos in die nächste wechseln. Dabei ist es egal, wie oft hier irgendjemand schreibt, daß das alles nach vom Regen in die Traufe klingt und das ne wirklich gute Möglichkeit ist, sich einen recht gestörten Mann in das eigene bzw. das Haus der Kinder zu holen, an ihrem Wunsch ändert das erst einmal nichts.
GM möchte schlicht (noch) nicht lernen, mal auf sich selbst gestellt zu sein. Naja und das ist eben alles nur keine Übernahme der Eigenverantwortung. Und dieses kreiseln da drum, ist halt manchmal auch empörend zu lesen, weil Eigenverantwortung zwar wichtig und richtig ist, aber natürlich auch nicht immer einfach, selbst für die Geübtesten von uns.
🐧 Was ich total schade finde, ist, daß wenn Du, @Giraffenmädchen, nur 50% der mentalen Energie, die Du da in Deinen Mann oder den Musiker steckst, mal in Dich selbst stecken würdest, wärst Du einfach schon so weit vorn. Ich kann Dir nur immer wieder empfehlen, dir eine gute Therapeutin zu suchen und das ganze mal Ernst zu nehmen.