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Mein Mann hat mich erneut betrogen

Löwenzeh
@Heffalump
Ja, das ist das Blöde.
Hilft halt JETZT, damit kann man sich wunderbar verorschen

x 1 #4651


Blind-Meg
Zitat von Löwenzeh:
@Heffalump Ja, das ist das Blöde. Hilft halt JETZT, damit kann man sich wunderbar verorschen

So ist aber das menschliche Gehirn nunmal. Kurzfristige Konsequenzen werden immer stärker gewichtet als langfristige, das ist quasi Werkseinstellung. Wäre das nicht so, gäbe es keine Dro..

Dagegen hilft leider nur, sich das bewusst zu machen und ganz viel Disziplin aufzubringen, um auf die kurzfristige Entlastung zugunsten langfristiger Besserung zu verzichten.

x 7 #4652


A


Mein Mann hat mich erneut betrogen

x 3


S
Zitat von Löwenzeh:
Die Krux ist, dass man es immer weniger aushält, je mehr man sich auf schnelle Abhilfe und Schmerzlinderung fokussiert.

ja, da bin ich bei dir. Es ist wie ein kochender Kessel mit Wasserdampf, auf den man den Deckel presst. Der Druck im Inneren wird immer stärker. Wenn ich den Deckel abhebe, wird der Druck weniger. Ja, und dann fließen alle Gefühle, auch die schweren. Aber sie sind nur schwer, weil wir sie so bewerten, weil wir sie nicht gewöhnt sind. Wir sollen ja alle immer froh gelaunt sein. Aber die Gefühlspallette ist so viel breiter.

x 3 #4653


G
Der Psychiater hätte mir Trittico 25mg verschrieben, aber ich möchte es gerne ohne Tabletten schaffen. Einschlafen kann ich ja gut. Und was ist dann der nächste Schritt? Tagsüber Antidepressiva. Ich habe mich jetzt so bemüht, über die Kündigung und Jobneustart eine Besserung und Entlastung für mich zu bekommen. Ich möchte nicht genau jetzt einknicken.

#4654


G
Zitat von Blind-Meg:
Dagegen hilft leider nur, sich das bewusst zu machen und ganz viel Disziplin aufzubringen, um auf die kurzfristige Entlastung zugunsten langfristiger Besserung zu verzichten.

🎯🎯🎯
Das hilft. Danke

x 1 #4655


alleswirdbesser
Zitat:
Meine 20j Beziehung scheitert auch gerade.

Hast du das Gefühl sie scheitert jetzt erst?

x 3 #4656


aequum
Zitat von Giraffenmädchen:
Ich habe mich jetzt so bemüht, über die Kündigung und Jobneustart eine Besserung und Entlastung für mich zu bekommen. Ich möchte nicht genau jetzt einknicken.

Das mit dem neuen Job mit einem geringeren Gehalt ist natürlich jetzt, wo es höchstwahrscheinlich real zu einer Trennung kommt, blöd gelaufen.

#4657


E-Claire
Zitat von Giraffenmädchen:
Der Psychiater hätte mir Trittico 25mg verschrieben, aber ich möchte es gerne ohne Tabletten schaffen. Einschlafen kann ich ja gut. Und was ist dann der nächste Schritt? Tagsüber Antidepressiva. Ich habe mich jetzt so bemüht, über die Kündigung und Jobneustart eine Besserung und Entlastung für mich zu bekommen. Ich möchte nicht genau jetzt einknicken.

Zunächst, sich für oder gegen Medikamente zu entscheiden, ist höchstpersönlich.

Was mich aber nachdenklich macht, ist Deine sehr ver-rückte Sicht auf die Welt. Ein Jobwechsel bringt nicht automatisch Entlastung, denn Du musst Dich ja neu zurecht finden. Kurzfristig ein Medikament einnehmen ist kein "Einknicken" und Du hast meiner Meinung nach ein absolutes Thema mit Dingen, bei denen man als Erwachsener selbstständig agieren sollte und Dingen bei denen man natürlich nicht nur Hilfe annehmen darf sondern auch aktiv nach dieser fragen.

Überleg doch mal bitte, Du hältst unter den fadenscheinigsten und widersinnigsten Begründungen an einer offensichtlich absolut kaputten Beziehung fest. Wenn man Dich fragt warum, ist die Bottom Line immer wieder, ich schaffe das nicht allein, ich will nicht allein, ich kann nicht allein.

Wenn es jetzt aber um vorübergehende medikamentöse Unterstützung geht, damit Du zum Beispiel besser schlafen kannst, dann musst Du das um jeden Preis alleine schaffen, denn alles andere ist ein Versagen.

Deine Maßstäbe sind komplett verzerrt.

x 2 #4658


G
@aequum
Zitat von aequum:
Das mit dem neuen Job mit einem geringeren Gehalt ist natürlich jetzt, wo es höchstwahrscheinlich real zu einer Trennung kommt, blöd gelaufen.

Das wurmt mich tatsächlich, war mir aber vorab bewusst und habe das so entschieden.
Der aktuelle Job war für mich nicht mehr tragbar- habe jahrelang einen Vollzeitjob in Teilzeit gemacht, toxisches Umfeld, mobbende Chefin, workload massiv, Dienstreisen, Abendtermine, Videocalls, Zeitverschiebungen, Ansprechpartnerin für alles, weil ewig da & alles weiß. Fokus auf Kinder verloren. Keine direkten Kollegen vor Ort.
Das alles habe ich in meinem neuen Job im öffentlichen Dienst nicht mehr und passt einfach besser zu meiner aktuellen Lebenssituation.
Ja, ich habe gut verdient, aber ich musste auch viel dafür leisten und fühle mich ausgepresst wie eine Zitrone.
Ich weiß nicht, ob es die richtige Entscheidung war, aber ich konnte sie treffen und bin neugierig auf etwas Neues, ebenso Spannendes, wenn nicht ganz so dynamisch.

x 5 #4659


Blind-Meg
Zitat von E-Claire:
Überleg doch mal bitte, Du hältst unter den fadenscheinigsten und widersinnigsten Begründungen an einer offensichtlich absolut kaputten Beziehung fest. Wenn man Dich fragt warum, ist die Bottom Line immer wieder, ich schaffe das nicht allein, ich will nicht allein, ich kann nicht allein.

Das ist eben das Wesen einer deoendenten Persönlichkeitsstruktur.
Da ist man dependent, also abhängig, von Menschen, kann keine Entscheidungen treffen, keine Verantwortung übernehmen etc.
Dependent im klinischen Sinne bedeutet eben nicht einfach nur (emotional) abhängig, sondern Menschen mit dieser Persönlichkeitsstruktur fühlen sich allein total verloren, absolut hilflos und es fühlt sich mitunter an, als seien sie nicht überlebensfähig ohne Hilfe. Oft konzentrieren sie sich dabei auf eine bestimmte Person, an sie sie sich klammern.

Und weil das so ist, ist es auch kein Widerspruch, gleichzeitig ohne Medikamente klarkommen zu wollen. Das wollen viele, das ist einfach persönliche Präferenz und eigener Anspruch an sich selbst. Aber Dependenz ist Persönlichkeit, das ist ein paar Ebenen tiefer.

x 2 #4660


D
Zitat von Giraffenmädchen:
Und wenn er im Ehebett geschlafen hat und ein Kind ist nachts/morgens kuscheln gekommen, hat er fluchtartig das Bett verlassen.

kann deinen EM Verstehen in der Nacht gibt es kein Kuscheln und im Bett herumhüpfen, nur weil Kinder das so wollen und am nächsten Tag sollen wieder alle Arbeiten, nachdem sie die halbe Nacht nicht Schlafen konnten.

ich weis das ich mich damit Unbeliebt mache, aber selbst Kindern kann man beibringen Rücksicht walten zu lassen.

x 1 #4661


G
@Blind-Meg
Zitat von Blind-Meg:
Da ist man dependent, also abhängig, von Menschen, kann keine Entscheidungen treffen, keine Verantwortung übernehmen etc.
Dependent im klinischen Sinne bedeutet eben nicht einfach nur (emotional) abhängig, sondern Menschen mit dieser Persönlichkeitsstruktur fühlen sich allein total verloren, absolut hilflos und es fühlt sich mitunter an, als seien sie nicht überlebensfähig ohne Hilfe. Oft konzentrieren sie sich dabei auf eine bestimmte Person, an sie sie sich klammern

Bei mir hat sicher dazu beigetragen, dass ich mit ihm zusammen bin seit ich 18 bin und direkt vom Elternhaus später mit ihm zusammen gezogen bin.
Ich habe diese Fähigkeit des Alleinlebens also nie entwickeln dürfen. Der Psychiater sagt aber, ich bin in der Lage, das noch zu lernen.
Der Musiker meint, vielleicht gefällt es mir dann sogar, alleine zu leben.

Ich bin ja nicht unselbstständig, habe einen Job, bin Mutter, kann gut planen/organisieren.

Aber es stimmt, ich fühle mich besser, wenn ich eine Bezugsperson habe. Ich hatte das schon mit 12 Jahren- eine beste Freundin, an die ich mich in der Schule geklammert habe.

Ich tendiere wohl stark dazu.

Ich kann alles allein, aber es fühlt sich nicht gut an. Das ist der Kern.

x 2 #4662


G
Was ich schon jahrelang denke: ich würde mir wünschen, dass meine beiden Kinder einmal für einige Zeit als junge Erwachsene alleine wohnen.

Meine Schwester ist wohl genau wie ich. Seit sie 16 ist mit ihrem heutigen Mann zusammen. Zwischen ihnen passt es aber. Nie allein gewohnt. Seit Ewigkeiten im selben Job. So wie ich war - darum bin ich auch so stolz auf mich, dass ich mir traue etwas Neues auszuprobieren.

x 3 #4663


E-Claire
Zitat von Giraffenmädchen:
Ich kann alles allein, aber es fühlt sich nicht gut an. Das ist der Kern.

Versuch hin und wieder Dich von der Bewertung zu lösen.

Für niemanden fühlt sich etwas alleine zu entscheiden am Anfang gut an. Genauso gibt es Dinge, die fühlen sich immer gute an, sind aber langfristig eher nicht gut für einen, genauso wie sich Dinge kurzfristig total blöd anfühlen können, aber langfristig was bringen.

Glaubt irgendjemand hier, dass ich freiwillig zum Sport gehe?

x 3 #4664


alleswirdbesser
Zitat von Giraffenmädchen:
Was ich schon jahrelang denke: ich würde mir wünschen, dass meine beiden Kinder einmal für einige Zeit als junge Erwachsene alleine wohnen. Meine ...

Du solltest dich aber nicht auf dieser Schlussfolgerung ausruhen, sondern versuchen etwas zu verändern. Ich zog mit 19 mit meinem ersten Mann zusammen, da war mein Sohn schon da. War auch eine Umstellung das ganz allein zu schaffen, der Kindsvater war eher eine Last als eine Hilfe. Dennoch habe ich es geschafft ihn nach einigen Jahren zu verlassen, selbst mit meinen 22 Jahren. Ich habe es nie bereut. Kurz danach trat mein zweiter Mann in mein Leben, so gesehen, war ich auch kaum allein. Der Sprung ins kalte Wasser ist ungemütlich, aber nicht tödlich. Als er ging, nach 18 Jahren, war ich auch alles andere als froh und zuversichtlich. Wer empfindet dabei schon gute Gefühle? Das muss leider durchlebt werden. Und es macht einen stärker.

#4665


A


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