Zitat von Woelkeline:Ein Beispiel: Dein Mann wünscht sich Hilfe auf dem Bau. Wenn er zu seinem Sohn sagt: "Du könntest ruhig mal helfen, anstatt nur rumzuhängen!" wird der Sohn zurück motzen.
Besser und erfolgversprechender wäre: "Kannst Du mir am Samstag auf dem Bau helfen? Es gibt da Sachen, die schaff ich nicht alleine, würde mich freuen, wenn Du mir hilfst". Damit bittet er nicht nur um Hilfe, sondern signalisiert auch: Du bist mir wichtig, ich glaube Du kannst was.
Klingt in der Theorie ganz gut, funktioniert nach meinen Erfahrungen nicht immer. Dann kommt anstelle von motzen hat "nö, kein Bock"
@Maja84 Ich finde gut, dass ihr eure Differenzen in der Erziehungsmethodik nicht vor den Kinder diskutiert. Ihr müsst in der Erziehung auch nicht immer überall gleicher Meinung sein. Für die Kinder ist es jedoch wichtig, dass sie von euch in etwa die gleichen Grenzen und ihren Spielraum bekommen, da es für sie ansonsten schwerer wird und sie nicht wissen wie sie sich nun verhalten sollen.
Als es beim Sohn meiner Freundin extrem schwierig war haben wir eine Familienberatung aufgesucht. Laut ihr kann man grob sagen, dass bis zum 12ten Lebensjahr erzogen wird und ab dem 12ten Lebensjahr begleitet wird. Will heissen, dein Mann kann seine Autoritäre Erziehung (und neben bei ganz schlechte Autoritäre Erziehung) vergessen.
Teenager befinden sich in einem Ausnahmezustand. Ihre Hormone fahren Achterbahn, ihre Synapsen entwickeln sich weiter.
Reibungen und Rebellion gehören auch dazu um sich von den wohlbehüteten Eltern in die Selbstständigkeit entwickeln zu können.
Sie müssen in der Welt zurecht kommen und für sich selbst herausfinden "wer bin ich?".
Darum habe ich daraus gelernt, wenn ein Teenager wieder mal explodiert, abkühlen lassen und erst dann reden. Sie können ihre Emotionen selbst nicht wirklich steuern.
Das heisst nicht, dass man einem Teenager alles durchgehen lassen kann. Man sollte aber im Hinterkopf haben, dass es für sie auch nicht gerade einfach ist in dieser Zeit.
Es ist und war mir immer wichtig, dass die Kinder Anstand und Respekt lernen und haben, dass man in einer Familie auf sich achtet und füreinander da ist.
Dein Mann sollte also lernen und akzeptieren, dass er kein kleines Kind mehr vor sich hat. Oder würde er auch mit einem Erwachsenen so reden? Wenn ja, hat er ganz andere Probleme als "nur" Erziehungsprobleme.
Euer Sohn will nicht auf Kommando den Müll rausbringen. Habt ihr ihn schon mal gefragt, wie er es denn handhaben möchte?
Erklären, dass jeder in der Familie seinen Teil zu erledigen hat und wie er denn das Thema Müllentsorgung angehen würde?
Lasst ihn Erfahrungen durch seine eigenen Entscheidungen treffen und gebt ihm auch etwas Verantwortung und Mitspracherecht.
Es klappt nicht immer, aber wir sind sehr gut damit gefahren und so langsam haben wir "das schlimmste" was die Ausbrücje angeht, überstanden.