Zitat von gast78:nun schießt du hier immer öfters mit ganz anderen kanonen von sich hin und hast, so meine subjektive meinung, sehr widersprüchliche ansichten, die irgendwie nicht zusammen passen.
Ich bin keine Schwarz-Weiß-Denkerin und passe auch in keine gedankliche Schublade. Aber was ich der TE geschrieben habe, ist konsistent.
Sie hat sich und ihren Mann als Kopfmenschen beschrieben und betont, daß Intimität in ihrer - immerhin schon seit 21 Jahren bestehenden - Beziehung
nicht prioritär gewesen sei. Stattdessen wurde viel Wert auf Freundschaft, Familienleben und ja: auch auf ein schönes Zuhause und ein angenehmes Leben gelegt.
Daher hatte ich ihr ursprünglich angeraten, sich der Option "offene Ehe" nicht von vornherein zu verschließen. Da wußte ich aber noch
nicht, daß der Mann offenbar vorhatte, mit seiner Affaire sogar eine Zweit
familie zu gründen.
Zwischen "offener Ehe", "Polyamorie" und der (informellen) Polygamie, die er da im Sinn hatte, liegen meines Erachtens weite
Welten und ich kann nachvollziehen, daß die TE sich von dieser Aussicht bedroht fühlte. Wäre mir nicht anders gegangen und nichts anderes schrieb ich ihr dann auch.
Ich kannte mehrere Paare, die ihre Beziehung offen gestalten. Meist ging es dabei um 6uelle Öffnung, für einige war Fremdverlieben bereits ein NoGo und
keiner von denen hätte sich vorstellen können, eine Vereinbarung zu treffen, die das gezielte Gründen einer Zweit
familie gestattet. Ich denke nicht, daß es "widersprüchlich" ist, hier entsprechende Schnitte zu machen.
Zitat:hier wird einer, die grad total ganz neben sich steht, ratschläge gegeben, noch tiefer zu sinken......
Weißt Du eigentlich, wie beleidigend solche Äußerungen für die TE sind?
Nicht die TE hat
sich beschmutzt, sondern ihr Gatte hat sich in den Sumpf gezogen.
Er ist derjenige, der aus seiner Ehe
ausgebrochen ist und sogar den eigenen Kindern
zumuten wollte, seine Zuneigung, die Familienzeit und - let's face it - schlussendlich auch ihr Erbteil mit einer Nebenfamilie
teilen zu müssen.
Selbstverständlich hat die TE ihn daraufhin unter Druck gesetzt. Natürlich hätte sie ihn auch verlassen können, aber
wer bin denn ich und
wer seid Ihr hier, daß wir anfangen, ihr
vorzuschreiben, wie sie mit dieser Krise gefälligst umzugehen hat? Geht's noch?
Es ist ihre Ehe, ihr Leben, ihr Wohlstand, ihre Familie, ihre Zukunft, um die es hier geht.
Mag sein, daß ihre Situation sich für einige hier (mich übrigens eingeschlossen) wie eine Form bürgerlicher Prost.
anfühlt. Das Letzte, was ich je im Leben werden wollte, war Hausfrau. Aber
woher darf ich, dürfen andere sich das Recht nehmen, die TE moralisch dafür zu
verurteilen, daß sie sich vor 20 Jahren gemeinsam mit ihrem Mann für ein Rollenmodell entschieden hat, das damals vor allem bei Paaren mit großem Gehaltsunterschied gesellschaftlich noch gang und gäbe war? Und daß sie jetzt darauf besteht, daß diese Abmachung so
eingehalten wird, wie es von vornherein verbindlich (nämlich ehelich)
vereinbart war?
Es ist einfach unfair, sie dafür jetzt so anzugehen. Laß Dir das von einer gesagt sein, die damals bereits für
sich eine völlig
andere Haltung bezog (u.a. beinflußt durch einen längeren Aufenthalt in Nordamerika, wo Hausfrauenehen bereits ebenso unüblich wurden, wie sie heute in Westeuropa unter Beschuß geraten sind, was man ja auch hier im Thread sehr deutlich spürt) und dennoch findet, daß zu einem freien Leben in einem freien Land nun mal
auch gehört, daß Familien ihre Rollenverteilung
selbst entscheiden und der Staat sich da gefälligst ebenso
rauszuhalten hat wie ihr gesellschaftliches Umfeld.
So, und wenn jetzt noch einer nicht damit klarkommen sollte, daß ich in keine seiner geistigen Schubladen passe, dann möge er meinetwegen daran ersticken, aber so bin ich nun mal und ich bin es auch gern.
Und nein, meine Geschichte steht
nicht im Forum, ich habe
aktuell keine Trennung hinter mir, aber manche der Geschichten hier gehen mir nahe, weil sie mich an frühere Lebenssituationen erinnern und dann schreibe ich etwas dazu. Ich wüßte nicht, daß ich damit gegen irgendwelche Forenregeln verstoße. Im übrigen gebe ich mir redlich Mühe, keinen Hilfesuchenden persönlich anzugreifen oder gar gezielt zu beleidigen. Mitunter bediene ich mich einer harschen Ausdrucksweise, aber selbst das ist konstruktiv gemeint, denn auch ich mag kein blabla und bringe die Dinge gern auf den Punkt.
Und nein, ich betrachte meine Wahrheit
nicht als die allein gültige, aber ich erwarte mir handfeste
Argumente, wenn jemand sich mit mir auseinandersetzt und eben
keine persönlichen Unterstellungen, beleidigtes Rumreiten auf wie auch immer gearteten persönlichen Befindlichkeiten und demonstratives sich-gegenseitig-auf-die-Schulter-klopfen, wohl um sich einreden zu können, die Mehrheit habe grundsätzlich recht.
Hatte sie nie und auch wenn's für manch einen eine unangenehme Erkenntnis sein mag: Hat sie auch jetzt nicht, es sei denn, sie kann es handfest belegen und auf echte Gegenargumente warte ich bislang vergebens.