ivo
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hier mal ein aktueller Stand von mir.
Die letzten Tage waren eher schlecht. Ich war am aufgeben, weil ich dachte, ich kann sowieso nie vergessen und bleibe immer in dieser Vorwurfshaltung und Verzweiflung stecken. Meine Selbstzweifel wurden immer größer. Und das wollte ich mir einfach nicht mehr antun.
Heute habe ich im Internet auf vielen Seiten von irgendwelchen Psychologen gelesen und bin dann nochmal in mich gegangen.
Ich will noch nicht aufgeben! Es ist alles noch so frisch, da ist es einfach "normal" wie ich mich angesíchts der Umstände fühle. Und auch diese "ich kann und will nicht mehr-Phase" gehört dazu.
Ich habe etwas mehr Selbstbewusstsein bekommen und vorhin mit meinem Mann ein Gespräch geführt.
Ich hab ihm gesagt, dass er sich etwas zurückhaltender zeigen soll, er kann mir gern sagen und zeigen, dass er mich liebt, aber er soll mir nicht den ganzen Tag am Rockzipfel hängen. Das macht es für mich unrealistisch und unglaubwürdig. Er soll mal wieder was anderes machen als ständig zu versuchen, mir eine "schöne" Situation zu schaffen.
Dann hab ich ihm gesagt, ich möchte von ihm eine absolute Kontaktsperre zu seiner Kollegin, kein reden mehr. Hab ihm gesagt, dass er uns das nunmal eingebrockt hat, dass er sich ausgerechnet eine Kollegin ausgesucht hat und nun muss er die Konsequenz tragen. Ich kann es nicht ertragen, dass er sie 10 Stunden am Tag sieht, auch wenn er mir 100 mal versichert, dass er nichts mehr von ihr will. Hier geht es nur um mein Gefühl und meine Unsicherheit und darauf hat er nur mit gut zureden keinen Einfluss. Er sieht das ein, und versucht gleich am Montag die Schicht zu tauschen. Unabhängig davon schaut er sich auch um nach einem neuen Job.
Ich wollte diese Forderung eigentlich nie stellen, aber ich habe heute gelernt, dass ich dazu durchaus das Recht habe! Er hat Mist gebaut, bereut jetzt, hat sich für unsere Familie entschieden, jetzt muss er auch dafür was tun! (o.k., das hat er natürlich auch schon, aber SIE ist halt immer noch präsent).
Ich hab ihm auch gesagt, dass nichts mehr eine Garantie für uns bedeutet, weil wir beide nicht wissen, was die Zeit bringen wird. Und ob ich wirklich mal verzeihen kann, wird erst die Zeit zeigen. Und die soll er mir jetzt einfach geben, diese schlimmen Phasen gehören einfach dazu. Wenn ich reden will, komme ich auf ihn zu, aber ich muss auch durch einiges jetzt einfach allein durch, er macht es dann manchmal nur schlimmer.
Ich muss vieles aufarbeiten, dazu hab ich mir jetzt einen Termin bei einer Psychologin besorgt, die will ich dann auch wegen einer Paartherapie fragen, er würde gern mit hin gehen.
Es war ein gutes, ruhiges Gespräch. Er hat absolutes Verständnis und möchte gern meine Wünsche erfüllen.
Ich fühle mich im Moment gut, weil ich sagen konnte, was meinem Gefühl derzeit besser bekommen würde. Und ich denke, ihm tat das auch gut, weil er die letzten Tage große Angst hatte, mich doch noch zu verlieren und nicht wusste, was er in dieser Situation "richtig" macht.
So, ich hoffe, erstmal ist die Lage etwas entspannter, ich hoffe, es bleibt so.
Eines muss ich mir immer wieder vor Augen halten, deshalb schreibe ich das hier auch alles: Ich muss sagen, was ich möchte, was mir gut tut!
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