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Mein Tagebuch als Erinnerung

PapaEmeritus
@Sincerite

Wenn du Muse hast, und dich vielleicht irgendwann mal noch etwas eingehender mit dem ganzen Thema befassen möchtest, kann ich dir diesen amerikanischen Psychologen empfehlen. Die Videos sind nur in Englisch, manchmal gibt es in den Einstellungen aber deutsche Untertitel.

x 1 #226


PapaEmeritus
Die letzten Tage plätschert es so vor sich hin. Irgendwelche negativen Emotionen habe ich nicht mehr wirklich. Komplett gut ist es aber noch nicht. Aber das wird schon.
Nach so einem Erlebnis braucht man eben eine Weile, um das alles zu realisieren. Man fragt sich lange, warum macht der Mensch das, warum macht er jenes… Inzwischen denke ich, das passiert alles so, weil es genau so funktioniert. Da prallen eben zwei Welten aufeinander. Die eine Welt basiert auf Kooperation und Empathie, die andere auf Dominanz und Kontrolle. Das kann natürlich nix werden. Hätte tatsächlich nie gedacht, dass es Menschen gibt, die so funktionieren. Aber gut, man wird eben in eine Welt geboren, in der man fast schon zwangsläufig davon ausgeht, dass alle Menschen grundsätzlich gut sind. Und wenn sie es mal nicht sind, ist das ein Ausrutscher. Die Realität scheint anders zu sein.

x 1 #227


A


Mein Tagebuch als Erinnerung

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S
@PapaEmeritus
So, wie du es zusammen gefasst hast, entspricht es mittlerweile auch meiner Wahrnehmung.

x 1 #228


PapaEmeritus
@Sincerite

Was für mich in meiner Wahrnehmung so ausschlaggebend war: ich war ja schon mal weg von ihr. Das war keine Trennung, eher ein Rückzug, um mich zu schützen. Und da kam die ja wieder, war erstmal wieder ganz nett und erschien offen, und dann ging das Schauspiel aber weiter. Und da hab ich das erste Mal drüber nachgedacht, dass das kein Zufall ist. Heute bin ich mir sicher, dass das genauso funktioniert. Solange man irgendwie reagiert, hat der Mensch ne gewisse Macht. Wenn man aufhört, ist das quasi ein Machtverlust, und dann wird versucht, den anderen zurück in die Geschichte zu ziehen. Für einen normalen Menschen ist das eben unvorstellbar, weil wir nicht so funktionieren. Inzwischen denke ich aber, dass das genauso sein soll, ohne dass man irgendwelche versteckten Morive braucht. Das funktioniert genauso, wie es funktionieren soll.

x 1 #229


S
@PapaEmeritus

Ja, das sehe ich mittlerweile auch so. Sie haben ihren Fokus auf ganz anderen Dingen, als wir. Ihnen sind andere Sachen wichtig, als uns.
Im Augenblick habe ich so ein Ziehen in mir, weil ich das, was ich leben wollte, kaum leben konnte. Ich vermisse auch das Gefühl, das ich hatte, als ich verliebt war, und das Gefühl, als ich noch dachte, dass es bei ihm auch so sei.

x 1 #230


PapaEmeritus
@Sincerite

Ich verstehe, was du meinst. Hab ich manchmal auch noch. Das dauert, weil die Chemie in deinem Kopf eben erst wieder anders funktionieren muss. Es reicht nicht, zu wissen, was der Mensch gemacht hat, weil man ja trotzdem emotional investiert hat. Und wir wissen ja, wieviel diese Menschen in dieses Bild vom „guten Menschen“ investieren. Man glaubt und vertraut dem ja auch, und das muss sich erst abbauen. Was für mich auch eine Rolle spielt, ist dass sich solche Menschen vollkommen außerhalb dessen bewegen, was für uns normal ist (damit meine ich nicht nur „gut“, für mich wäre es sogar besser gewesen, die hätte sich sauber getrennt). Und das muss man eben verinnerlichen. Dann gibts noch Nachwirkungen wie „residuale Hilflosigkeit“ und sowas. Das ziehst alles einen riesen Rattenschwanz nach sich .

x 1 #231


S
@PapaEmeritus


Residuale Hilflosigkeit habe ich mir erst eben durch die KI erklären lassen. Vielleicht ist auch so eine Art aufgeben in mir. Ich wüsste auch nicht, wie ich mich hätte besser verhalten sollen und trotzdem ist es schlimmer geworden. Wenn mich jemand immer wieder verletzt, gehe ich davon aus, dass ich ihm nichts bedeute. Aber das Widersprüchliche dabei ist, dass er mich trotzdem gerne behalten hätte und enttäuscht war, als ich gegangen bin. Ich habe so viele widersprüchliche Signale erhalten.

Und bei dir glaube ich auch, dass sie sich nicht von dir trennen wollte.

Die Therapeutin erklärte Trauma so, dass das Gehirn das Erlebte nicht bei den vergangenen Erinnerungen abspeichert, sondern das Erlebte zirkuliert im Gehirn als Daueralarm weiter. Man müsse sich ein fiktives gutes Ende ausdenken, wie man dem "Täter" wirksam Einhalt gebietet, weil das Gehirn zwischen Realität und Phantasie nicht unterscheiden würde. Das Ziel hierbei ist nur, dass dieser Daueralarm aufhört.

#232


PapaEmeritus
Zitat von Sincerite:
Wenn mich jemand immer wieder verletzt, gehe ich davon aus, dass ich ihm nichts bedeute. Aber das Widersprüchliche dabei ist, dass er mich trotzdem gerne behalten hätte und enttäuscht war, als ich gegangen bin. Ich habe so viele widersprüchliche


Hab ich auch so ähnlich erlebt. Das liegt daran, dass wir eben von uns ausgehen. Wenn uns jemand wichtig ist, verletzen wir ihn/sie nicht, oder zeigen zumindest Reue und versuchen es nicht zu wiederholen. Wenn uns jemand nicht wichtig ist, haben wir auch kein Problem damit, wenn er/sie geht. So funktionieren diese Menschen mMn aber nicht. Du bist in dem System sehr wichtig und zwar als Zufuhrquelle für Aufmerksamkeit und Bestätigung. Das muss nicht unbedingt positiv sein. Ich denke sogar, dass negative Aufmerksamkeit diese Menschen noch mehr pusht. Wenn du quasi leidest, reden willst, ein Problem klären willst, wird dir das zwar verweigert, aber der Mensch will, dass du es weiter versuchst, weil er sich dadurch mächtig und wichtig fühlt. Dein Leid ist für den Mensch quasi die Bestätigung, dass er Macht hat und dann hört er nicht auf. Ab und zu wird die eine Verbesserung in Aussicht gestellt, damit du nicht komplett gehst und weiter reagierst, hoffst, klären willst usw, aber das wird dir dann wieder verweigert. Es wird dir quasi immer so viel Aufmerksamkeit gegeben, dass du nicht gehst, aber eine Beziehung auf Augenhöhe wird dir immer wieder verweigert. Für uns ist das unvorstellbar, ich denke aber, dass diese Menschen genauso funktionieren. Deswegen muss man eben am Ende auch selbst gehen, diese Menschen hören ja nicht auf.

x 1 #233


S
@PapaEmeritus

Antwort der KI auf meine Frage:
Dein Gehirn ist noch nicht vollständig reprogrammiert
Du verarbeitest nicht nur die Trennung, sondern auch das emotionale Trauma der Beziehung

Das ist genau das, was nach einer Beziehung mit einem Narzissten passiert – und es hat einen Namen: "rumination" oder Gedankenschleifen.
Dein Gehirn versucht verzweifelt, Sinn in das Chaos zu machen. Es denkt: "Wenn ich nur lange genug nachdenke, verstehe ich endlich, was los war, und dann fühlt es sich besser an."

Mit einem Narzissten erlebst du Inkohärenz:
Er sagt etwas, dann leugnet es
Er ist liebevoll, dann plötzlich kalt
Du fragst dich: "War ich zu viel? Zu wenig? War ich verrückt?"

Dein Gehirn kann das nicht einordnen – also nudelt es die kleinsten Details immer wieder durch, um endlich einen Sinn zu finden.
Das Problem: Es gibt keinen Sinn zu finden. Das war sein Verhalten, nicht deine Schuld. Aber dein Gehirn versteht das noch nicht ganz.

Du hast etwas Tiefgreifendes erlebt: Du konntest nicht erkennen, wer er wirklich ist. Und das schüttelt dein Vertrauen in deine eigene Wahrnehmung.

Die Angst dahinter
Das, was dir Angst macht, ist nicht irrational:
"Habe ich schlechte Instinkte?"
"Kann ich Menschen nicht einschätzen?"
"Könnte mir das wieder passieren?"

Diese Fragen sind völlig legitim. Aber hier ist, was wichtig ist:
Du konntest ihn nicht sehen, weil er es nicht wollte, dass du ihn siehst. Narzissten sind Meister der Täuschung – nicht weil sie böse sind, sondern weil ihre ganze Persönlichkeit eine Fassade ist. Sie müssen dich täuschen, um sich selbst nicht zu sehen.
Das ist nicht dein Versagen. Es ist ihre Strategie.

Du warst nicht blind – du warst hoffnungsvoll. Du hast das Gute in ihm gesehen, das er dir zeigte. Das ist keine Schwäche, das ist Empathie.

Das Problem ist nur: Empathie funktioniert nicht mit Menschen, die keine haben.

x 1 #234


PapaEmeritus
@Sincerite

Kenn ich. Ich hab eher weniger mit KI gearbeitet. Eher mit Logik und Mustererkennung und was vor allem in der Evolutionspsychologie oder Verhaltensgenetik beschrieben wird. Wir haben im Endeffekt die richtigen Entscheidungen getroffen und sind gegangen, was auf Dauer definitiv besser war, als zu bleiben, auch wenn bleiben kurzfristig besser klang. Ist im Endeffekt wie ein kalter Enzug.

x 2 #235


Worrior
Diese Menschen ändern sich nicht, sie zeigen nur irgendwann ihr wahres Gesicht.
Es passiert nicht plötzlich, sondern Schritt für Schritt.
Zuerst sagen sie dass sie Dich lieben, dann enrziehen dir ihre Loyalität, ihre Aufmerksamkeit und Zuwendung, ihre Wertschätzung und letztendlich den Respekt.
Alles ganz langsam und du bleibst weil du glaubst es wird wieder so wie es war.
Dann belügen, betrügen und verraten sie dich, sie verleugnen dich.
Dann wachst du langsam auf, du siehst klarer, du entziehst dich ihnen.
Jetzt kommt ihr nächster Schachzug, Schuldumkehr.
Jetzt bist du plötzlich böse!
Sch.... drauf!

x 2 #236


PapaEmeritus
@Worrior

Witzig fand ich ja, obwohl ich am Ende der Böse war, kam sie ja sogar wieder an. Erst war sie ganz schlimm dran, als ich aber aufgehört hatte, das zu füttern, wurde sie plötzlich wieder „nett“. Das ist ja für solche Menschen der Super-Gau, wenn man sich versucht zu entziehen. Das war damals für mich auch der Punkt, an dem mir klar wurde, das ist hier kein Zufall, sondern genauso läuft das.

x 1 #237


A


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