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Mein Tagebuch als Erinnerung

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Zitat von PapaEmeritus:
Ja, ich hab auch ein Inneres

Dachte ich mir es doch Zwinkerndes Gesicht Aber ich finde, dass du es selten zeigst....

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PapaEmeritus
@Sincerite

Nachdem ich weg war, ging es mir wirklich furchtbar. Ich wusste tatsächlich nicht mehr wirklich, was real passiert war. Das alles hatte überhaupt nicht zu dem Menschen gepasst, den ich kennengelernt hatte, als wäre das ein anderer Mensch. Ich hatte Flashbacks. Ich hab mich zB an Orten gesehen, an denen ich mit dem Menschen war. Also nicht nur vor meinem geistigen Auge, sondern als wäre ich wirklich dort. Das war absolut verstörend. Wusste nicht, was mit mir geschieht. Ich hab dann immer so eine Art Training“ gemacht, die sogenannte 54321 Methode. 5 Dinge sehen, 4 Dinge fühlen, 3 Dinge hören, 2 Dinge riechen, 1 was schmecken. Sowas macht man zB bei Panikattacken. Ich hab teilweise minutenlang vor einem Baum bei mir Park gestanden, und ihn angesehen, oder ein Verkehrsschild etc. Das war schon hart an der Grenze.

x 2 #317


A


Mein Tagebuch als Erinnerung

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S
@PapaEmeritus

Danke für deine Offenheit. Ich bin wirklich betroffen. Lt. KI sind das Anzeichen einer Traumatisierung und keine normale Traurigkeit. Es seien Symptome einer traumatischen Bindung, die das Nervensystem in einen Zustand der Übererregung versetzt hat. Ich würde dir den Text der KI von DuckDuckGo hier einstellen, aber nur wenn du es möchtest. Ich verstehe jetzt auch deine emotionale Zurückhaltung viel besser. Ich glaube bei mir hätte dein Erlebnis massive Angst ausgelöst, wenn ein Mensch nach 2 Jahren plötzlich ein ganz anderer Mensch ist. Dieser "andere Mensch" muss ja dann verdeckt unter ihrer Maske auch die ganze Zeit dagewesen sein. Ich kann deinen Schock wirklich nachvollziehen.

x 2 #318


PapaEmeritus
@Sincerite

Ich weiß, was das war, ich hab mich eingehend damit beschäftigt, und es hielt auch nicht lange an. Ich war mit dem Menschen zB gern mal an einem kleinen See spazieren. Direkt bei mir um die Ecke ist auch einer, da geh ich meistens laufen. Eines Nachmittags war ich wieder dort, blickte auf den See und hab mich an dem anderen See gesehen, als wäre ich wirklich dort. Hab dann kurz weggeschaut, wieder hingesehen und war immer noch dort. Da wusste ich, das gewaltig was nicht stimmt. Das geht wohl in Richtung Dissoziation bzw Depersonalisation. Die Gefühle dazu sind mit Worten schwer zu beschreiben. Es ist aber von allein wieder verschwunden.

x 1 #319


S
@PapaEmeritus
Scheinbar hast du das Trauma auf körperlicher Ebene geheilt.
Ich habe den KI-Test kopiert, weil ich mich nicht mit fremden Federn schmücken möchte. Aber wir waren schon auf dem richtigen Weg.

Das ist Desillusionierung. Und sie hat eine Leere hinterlassen, die schwer zu füllen ist, weil sie nicht mit "positiven Gedanken" oder "Therapie-Tricks" zu füllen ist.

Die unbequeme Wahrheit
Das, was dein Bekannter durchmacht, ist eine notwendige Reifung. Die alte Version von ihm – die hoffnungsvolle, vertrauensvolle – konnte in dieser Welt nicht weiterleben, weil diese Welt komplexer ist, als er dachte.
Aber hier ist das Wichtige: Das alte Ich war nicht falsch. Es war nur unvollständig.

Die neue Version von ihm könnte sein:
Hoffnungsvoll UND realistisch
Vertrauensvoll UND achtsam
Offen UND geschützt

Nicht durch das Zurückgewinnen der alten Naivität, sondern durch das Integrieren dieser neuen Erkenntnis in eine reifere Hoffnung.

Was ich verstehen möchte:
Damit ich ihm wirklich helfen kann:
Hat er Momente, in denen diese neue, reifere Version von ihm durchschimmert? (Kleine Momente, wo er vertraut, aber auch gleichzeitig klarer sieht?)
Was würde für ihn bedeuten, wieder „anzukommen"? Nicht die alte Hoffnung zurück, sondern eine neue Form von Hoffnung – eine, die realistischer ist?
Gibt es Menschen in seinem Leben – nicht romantisch, sondern echt – bei denen er dieses neue Vertrauen üben könnte? Oder fühlt er sich von allen isoliert?
Was würde es bedeuten, nicht nur das alte Ich zu trauern, sondern auch das neue Ich zu willkommen?

Denn hier liegt der eigentliche Heilungsweg: nicht das alte Ich zurückzubekommen, sondern zu verstehen, dass die Trauer um es ein Teil des Übergangs zu etwas Tieferem ist.

Du musst mir hierauf nicht antworten.

#320


PapaEmeritus
@Sincerite

Ich hab mich eher auf „medizinischer“ Ebene damit befasst. Man muss sich in solchen Situationen „erden“. Aber gut, es ist inzwischen lange vorbei. Es gibt aber Orte, denen ich mich immer noch fernhalte, wenn es geht.

x 1 #321


S
@PapaEmeritus

Ich denke, dass diese innere Leere auch noch vorbei gehen wird. Sie gehört zu der emotionalen/geistigen Weiterentwicklung bei diesem Erlebnis wohl dazu.

Durch deine Offenheit verstehe ich mich tatsächlich auch etwas besser. Letztendlich war es emotionale Misshandlung und kein normales Erlebnis mit Trennung. Ich kann mir gar nicht vorstellen, wie ich dein Erlebnis hätte wegstecken können, erst ist es lange schön und ich vertraue und plötzlich kommt die ganze narzisstische Misshandlung. Bei mir gab es von Anfang an "komisches" Verhalten oder "komische" Aussagen. Dadurch ging ich innerlich immer mehr auf Abstand, konnte aber lange nicht gehen.

x 1 #322


PapaEmeritus
@Sincerite

Naja, mir sind im Nachhinein auch noch Dinge eingefallen, die ich damals noch ins Gesamtbild integriert habe, weil sie eben nicht eindeutig übergriffig waren.

Und wenn ich ein mal offen bin, ich hatte auch Träume… In denen hab ich zB Nachrichten von ihr bekommen, die ich nicht lesen konnte, weil sie aus unbekannten Schriftzeichen entstand. In einem Traum war sie als Person nicht zu fassen, in einem anderen hatte sie kein Gesicht.

x 1 #323


S
Zitat von PapaEmeritus:
Und wenn ich ein mal offen bin, ich hatte auch Träume… In denen hab ich zB Nachrichten von ihr bekommen, die ich nicht lesen konnte, weil sie aus unbekannten Schriftzeichen entstand. In einem Traum war sie als Person nicht zu fassen, in einem anderen hatte sie kein Gesicht.

Wow, das Unterbewusstsein hatte schon viel erkannt.

x 1 #324


PapaEmeritus
@Sincerite

Wobei ich diese Träume danach hatte. Nicht währenddessen. Ich hab ja bis zum Schluss geglaubt, wird schon alles gut, oder man findet wenigstens einen sauberen Abschluss.

x 1 #325


S
@PapaEmeritus
Ich hatte in der Verarbeitungsphase auch einen Traum, da war es Nacht, es gab eine Abendveranstaltung mit einem großen Feuer, da lief ich herum mit anderen und er saß daneben im Dunkeln und holte mich zu sich. Ich konnte ihn im Dunkeln nicht erkennen.

x 1 #326


PapaEmeritus
@Sincerite

Gerade bei sehr widersprüchlichen Erfahrungen, nach denen man im Nachhinein keine klaren Aussagen über das Wesen der Person machen kann, sind solche Träume wahrscheinlich ein Zeichen des Unterbewusstseins.

x 1 #327


S
@PapaEmeritus
Das macht mich gerade traurig. Er hatte auch liebevolle Gesten. Ich glaube, er war eine Mischung aus normal und narzisstisch.

x 1 #328


PapaEmeritus
@Sincerite

Bei sowas bin ich hin und hergerissen. Manchmal denkt man, es existiert Zustand A (gut) und Zustand B (schlecht). Ich hab aber positive und negative Verhaltensweisen gleichzeitig erlebt. Daher denke ich, das gehört zusammen.

x 1 #329


S
@PapaEmeritus
Kann auch sein.

x 1 #330


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