×

Lieber Forenbesucher,

wer bei uns Unterstützung sucht, soll sie finden, und wer helfen möchte, ist hier herzlich willkommen. Moderatoren und Mentoren begleiten das Forum und achten darauf, dass Beiträge respektvoll bleiben. Sachliche, tröstende, wohlwollende und empathische Beiträge sind ausdrücklich erwünscht, damit sich alle Mitglieder wohl fühlen. Abwertende oder verurteilende Inhalte haben hier keinen Platz.

781

Mein Tagebuch als Erinnerung

S
Zitat von PapaEmeritus:
bist du quasi mehr oder weniger gezwungen, dich zu entschuldigen.

Dann entschuldige ich mich dafür, dass ich verletzt bin? Ich glaube mittlerweile, dass du ein schlimmeres Ding abbekommen hast als ich. Und ich bin da schon sehr verquer raus gekommen.

x 1 #526


Liv225
Zitat von PapaEmeritus:
@Liv225 Man stößt da auch an Grenzen oder? Einerseits will man Menschen nicht verurteilen, andererseits ist da aber eben die Realität. Und wie ...

Nein, verurteilen wollte ich auch nicht. Da war ja lang das Versuchen mit Verständnis für diesen Menschen da.
Ich habe soo versucht, dahinter zu blicken. Und ihn nicht irgendwie zu titulieren, weil ja jeder seine guten und schlechten Seiten hat.
Also eigentlich!
Diese Menschen wie wir festgestellt haben, aber nicht!

Der Mensch hier konnte schon mal (sehhhr selten) sagen: „Tut mir leid, wir reden jetzt nicht mehr drüber“.

Das ist zum einen aber aufoktruiert, weil quasi bestimmt wird, dass ich dazu nun zu schweigen habe.
Zum anderen… wie @Worrior sagt
… holen sie einen dadurch nur zurück, um dann eine halbe Stunde später genau wieder damit anzufangen.

Und dann glaubt man irgendwann nichts mehr.
Aber es öffnet einem doch endlich nach einiger Zeit die Augen.

x 1 #527


A


Mein Tagebuch als Erinnerung

x 3


S
Ich weiß, @PapaEmeritus sieht das ganz anders, aber aus meiner Sicht haben sie gar kein Selbstwertgefühl und stattdessen Minderwertigkeitskomplexe, die bei jeder Kleinigkeit, sogar wenn jemand verletzt ist, angetriggert werden. Sie können einfach nicht zugeben, dass sie etwas falsch gemacht haben. Da sie nicht mitfühlen können, sind sie wie ein Elefant im Porzellanladen und verletzen. Aber sie dürfen auf keinen Fall schuld sein, weil dann die Minderwertigkeitskomplexe zu schlagen. Dann geht der Kampf los, mit Gaslighting, mit Schuldumkehr, mit Trotz, mit Schweigen, auch zwar selten mit Lügen, usw. Es ist wie ein Teufelskreis, weil dieses Verhalten wieder verletzt. Sie müssen gewinnen, egal wie. Sogar mit 300 km nach Hause fahren. Vielleicht hätte ich ihn mit dem, was ich heute weiß, erreichen können, weil ich meine Verletzlichkeiten auch heute besser kenne. Aber das fehlende Mitfühlen würde bleiben. Er hat mich sogar gefragt, was er machen soll, weil ich verletzt war. Ich habe es nicht verstanden. Jetzt verstehe ich es aber. Er ist nicht wie wir, er ist und fühlt anders als wir. Er sagte mir auch mal, man müsse immer sich selbst an erste Stelle setzen. Es implizierte, dass ich das auch tun soll. Wenn ich in ordentlichem Ton Grenzen gesetzt habe, hat er sie sofort eingehalten. Er wollte es und hat sich unter Druck gesetzt, nichts falsch zu machen. Er sagte auch mal, das sei wieder dieser eine Teil von ihm gewesen, der auch anders reagiere als andere. Bei meiner Mutter war es auch nicht offensichtlich. Aber jetzt wo ich es weiß, verstehe ich viele Dinge, die ich früher als Kind nicht verstanden habe. Mir wurde meine Wahrnehmung und meine Gefühle ausgeredet. Jede Auseinandersetzung habe ich verloren. Ich wurde mit meinem Inneren gar nicht gesehen. Ich wurde geformt, wie eine Marionette. Sie ist in mich reingekrochen um mich nach ihrem Willen zu verändern. Ich war ihr verlängerter Arm. Ich habe schon vor langer Zeit unbewusst angefangen, Schicht für Schicht ihrer Konditionierungen abzutragen und an deren Stelle meine eigenen Werte zu setzen. Dadurch, dass ich meine Gefühle zugelassen habe, das war ein ziemliches Durcheinander anfangs, hat sich wohl auch mein Empathie entwickelt. Ich merke gerade, wie sauer ich auf mein Schicksal bin. Ich mache meiner Mutter aber keine Vorwürfe mehr, weil ich ihre Geschichte kenne und sie sich auch irgendwann auf dem "Weg" gemacht hat. Leider war sie schon zu alt, um alles zu erkennen. Meine Entwicklung hat leider auch zu spät begonnen, sonst hätte ich heute eine eigene Familie. Ich finde es gerade so brutal, innerlich so verbogen worden zu sein, dass ich gar keinen Kontakt mehr zu meinem eigenen Ich hatte, es sogar selbst unterdrückt habe. Es wird langsam besser. Ich stecke mitten in diesem Prozess, der durch meinen ExF ausgelöst wurde und ich mit meiner Entwicklung so weit bin, das zulassen zu können. Letzt endlich bin ich ihm sogar dankbar dafür. Ich übe jetzt sogar, mich zu behaupten und habe sogar heute meinem Nachbarn eine Grenze gesetzt, noch nicht perfekt, aber ich habe mich zu mindest aufgelehnt. Auch hier im Forum zeige ich mich immer mehr. Zu erst habe ich den Kopf eingezogen, wenn mich jemand erwähnt hat, weil ich vielleicht wieder etwas falsch gemacht habe, aber da stehe ich auch immer besser zu mir. Ich darf ich selbst sein, auch wenn es anderen nicht gefallen sollte. Eigentlich hätte ich diesen Text in meinem Thread schreiben sollen. Tut mir leid, aber es kam jetzt gerade alles hoch in mir.

x 1 #528


PapaEmeritus
@Sincerite

Genau, das ist leider die Realität in solchen Dynamiken. Diese Menschen üben so einen Druck auf dich aus, dass die Gefahr groß ist, dass du deine Grenzen zurücknimmst und dich entschuldigst, oder irgendwann gehst. Ich hab mich irgendwann dazu entschieden, zu gehen.

Ich kenne deine Meinung, und du weißt, dass ich sie akzeptiere, auch wenn ich es anders sehe 😆
Diese Menschen fühlen sich wirklich grandios, überlegen etc. Kritik wird dann als direkter Angriff erlebt, und muss niedergeschlagen werden. Hinter dieser Grandiosität sitzt aber kein verängstigtes, verletztes Kind, sondern nix. Diese Grandiosität und Anspruchshaltung ist also nicht da, um etwas zu kompensieren oder zu schützen, sondern um etwas zu ersetzen.

#529


PapaEmeritus
Zitat von Liv225:
Ich habe soo versucht, dahinter zu blicken



Meiner Meinung nach gibt es kein dahinter.

#530