Lena M.
Gast
ich schreibe hier in der Hoffnung, meine Gedanken ein bisschen zu ordnen und erhoffe mir ein paar objektive Einschätzungen.
Mein Freund hat sich heute vor 2,5 Wochen von mir getrennt. Obwohl wir wussten, dass wir in einigen grundsätzlichen Dingen des Lebens anders denken, sind wir vor 5 Monaten zusammengezogen. Nun haben sich die Dinge offenbar zugespitzt - er hatte sich immer mehr distanziert, ich in meiner Unsicherheit bin immer noch einen Schritt auf ihn zugegangen. Irgendwann musste es platzen. Ich hab sogar den Anfang gemacht und ihm gesagt, dass es so nicht gehen kann in Zukunft. Für mich trotzdem irgendwie total unverhofft hat er mir dann zugestimmt, nach 2 weiteren Tagen "Bedenkzeit" hat er sich dann von mir getrennt.
Ich bin fast zusammengebrochen und hab ihn um eine weitere Chance gebeten, er hat liebevoll, aber hart, abgeblockt und ist sich sicher, dass die Entscheidung für uns beide richtig ist. Die ersten Tage konnte ich es nicht glauben, habe gehofft, dass er es "schon in ein paar Wochen merken wird, dass er mich vermissen wird..". Nach ein paar weiteren Gesprächen in der 1. Woche wurde mir dann aber schmerzhaft klar, dass er sich schon so distanziert hat und dass es kein Zurück geben wird. (Er ist sehr kopfgesteuert und würde nie seine Gefühle - erst Recht nicht, wenn er sich derer nicht mal sicher ist wie im Moment! - handeln lassen)
Seitdem bin ich sehr im Zwiespalt. Ich hab keine Hassgefühle, kaum Wut (höchstens, dass er trotz Zweifel, die anscheinend schon beim Zusammenziehen da waren, mit mir zusammengezogen ist). Ich dachte naiverweise die ganze Zeit - bis zum Ende! - dass unsere Liebe die Konflikte übersteht. Hab von einer gemeinsamen Zukunft geträumt, obwohl er sich mit Aussagen diesbezgl. immer sehr zurückgehalten hat.
Ich sehe eindeutig, dass ich vor lauter Gefühlen und Hoffnung die Realität nicht mehr gesehen hab und mich sogar verstellt hab irgendwie, um ihm gerecht zu werden.
Die Trennung ist noch sehr irreal, aber gleichzeitig kommt es mir vor, als ob er auch schon so weit weg von mir ist... Ich bin traurig, dass es einfach nicht geklappt hat und es nicht bloß "alles gut sein kann". Dass wir uns so getäuscht haben, oder erst so spät gemerkt haben, dass es nicht klappt. Gleichzeitig reden wir so ruhig miteinander, haben uns eigentlich garnicht gestritten seit der Trennung - das tut mir irgendwie auch unheimlich gut. Weil ich weiß, dass es mir nach der Trennung meiner 1. Beziehung so schlecht ging vor lauter Vorwürfen, Streit...
Ich finde es so traurig, dass er mich nicht so lieben kann, wie ich es tue. Gleichzeitig frage ich mich (und das tut am meisten weh!): Liebe ich ihn wirklich so sehr? Oder habe ich mich selbst ein bisschen in mir getäuscht
Ich freue mich so über eure Antworten!
Es bleibt zurück eine verwirrte, und doch irgendwie manchmal optimistische
Lena

Dann kommt auch wieder Ebbe und alles wird sich irgendwie wieder einruckeln.
