Zitat von Butterblume63:Im Jahr 2020 sind aber viele noch nicht angekommen.
Ich weiß, aber dann sollten sie nicht jammern, wenn sie den Preis dafür eines Tages entrichten müssen.
Ich kenne die Ex des TE nicht, daher will ich ihr das jetzt nicht unterstellen; aber mir sind in den 1980ern eine Menge Frauen begegnet, die nicht nachvollziehen konnten, warum ich stets auf meine finanzielle Unabhängigkeit so streng geachtet habe. Zeitweise schienen einige von denen in der Tat ein viel leichteres, lockereres Leben zu haben, nachdem sie gute Partien machten. Etliche von denen meinten oft, mir meine Focussierung auf den Beruf vorwerfen zu müssen und die Ernsthaftigkeit, mit der ich ihn ausübte und -übe.
Jenu: A) bin ich nicht mit einem goldenen Löffel geboren und b) wollte ich niemals abhängig von irgendwem anders als meinen Eltern sein. Und auch bei denen zog ich mit 19 aus, gleich nach dem Abi - ab da sorgte ich stets selbst für ein eigenes Einkommen, so bescheiden es die ersten Jahre auch war.
Inzwischen lachen die meisten von denen nicht mehr und ich sie umgekehrt zwar nicht aus dafür - aber mein Mitleid hält sich in argen Grenzen. Mit "Empathie" braucht mir da echt keiner zu kommen. Die hatten gerade solche Frauen damals umgekehrt ja auch nicht, als sie so selbstverständlich von sich auf mich schlossen.
Vor 100 Jahren hätte ich anders dahergeredet. Da hatten Frauen tatsächlich selten eine Wahl oder wenn, dann nur eine sehr bescheidene. Aber das war schon in meiner Jugend (und ich bin wirklich nicht mehr ganz neu, siehe Profil) völlig anders. Seither ist es nur noch besser geworden, denn jetzt werden Frauen auch im Job beileibe nicht mehr so diskriminiert wie in den 1980ern noch - inzwischen fangen mir eher die Männer allmählich an leid zu tun, mit all diesem Genderkram und wenn man sieht, wie tief den Damen die Latte gelegt wird, damit auch sie die Karrierehürde nehmen können. (Auch das war früher anders: Da mußtest Du als Frau doppelt so hart ran wie ein Mann, ansonsten nahm man Dich gar nicht erst wahr.)
Ich bin nicht schadenfroh und gönne auch grundsätzlich jedem alles. Aber ich finde nicht daß man Menschen hilft, wenn man sie vor ihren eigenen Entscheidungen zu retten sucht. Laßt sie bitte ruhig mal ausbaden, was sie sich selbst angetan haben. Dann entscheiden sie beim nächsten Mal hoffentlich eigenverantwortlicher.
Im übrigen kann Hilfe auch demütigend sein. Vor allem, wenn nicht nur keiner darum gebeten hat, sondern wenn sie aus einer Hand kommen sollte, die nun wirklich die letzte ist, von der man sich noch(mal) füttern lassen möchte. Ich würde da wirklich sehr, sehr vorsichtig rangehen. Insofern finde ich auch den Weg über die Eltern, den jemand hier vorgeschlagen hatte, gar nicht mal so übel.