Den obigen Teil hake ich mal als streitbar ab, es war gar nicht meine Absicht, mich als allgemeingültiges Beispiel zu nehmen, sorry wenn das so rüberkam - über die Intention meiner Eltern kann ich letztlich auch nur spekulieren, ich denke aber, dass es tatsächlich eine Mischung aus "Durchschnitt passt, wozu Druck" und "Das Mädel wird ohnehin was machen, was 'typisch' Frau ist und weder Mathe noch Physik voraussetzt." - mit den Zensuren und meinem eigenen Interesse ist es dann natürlich genau so gekommen.
Ich habe das aus meinem Umfeld einfach mal als Beispiel herangezogen für das, was derzeit eben mE passiert - dazu unten mehr.
Interessieren würde es mich aber schon, ob man die Steinzeit heranziehen kann, oder ob es nicht auch da schon ein, wenn auch sehr viel rudimentäreres, Rollenverständnis gab?
Wenn wir von Jägern und Sammlern sprechen, wäre es dann - damals - nicht möglich gewesen, dass eine schnelle, starke, kräftige Frau, die alle körperlichen Merkmale erfüllt, mit zum Jagen geht?
Und auch bei indigenen Völkern gibt und gab es strikte Rollenverteilungen, oder?
Zitat von Ricky:
Die Frage ist hier eher: Warum wird das so akzeptiert? Würde es niemand kaufen, gäbe es den Quatsch ja gar nicht. Du entmündest so den Bürger, weil Du nämlich sagst: "Ja, die Industrie gibt ja alles vor, deshalb hat man gar keine Wahl." Das stimmt so aber nicht. Produkte, die sich nicht durchgesetzt haben, sind auch wieder verschwunden. Das ist ne schön einfache Ausrede.
Nein, Moment. Ich sage gar nicht, dass die Industrie uns das vorgibt. Aber, wie auch die Beispiele die ich gebracht habe, ist es doch so, dass wir, die Bürger, diese Rollentrennung und damit die Erziehung unserer Kinder wieder deutlich stärker vorantreiben als vor 20 Jahren.
Das Prinzip von Angebot und Nachfrage ist mir durchaus geläufig
Mich würde da eher interessieren, woher das - quasi als Gegenbewegung? - kommt. Kannst du dazu was sagen?
Zitat:Und genau so verhält es sich auch mit Beziehungen.
Oder, wie es so schön heißt: Hast du als Kerl viele Frauen, hast du den Masterschlüssel. Hast du als Frau viele Kerle, hast du ein billiges Schloss.
Wir bewerten dasselbe Verhalten bei Männern und Frauen unterschiedlich.
Der Vergleich Masterkey und Schloss bietet sich deshalb an, weil die natürliche Präferenz es so macht. Frauen bekommen nunmal einfacher 6 als Männer. Deshalb ist es auch nichts Besonderes, wenn eine Frau drölf Kerle in 3 Wochen hat, während der Mann da deutlich mehr drauf haben muss. Das ist leider biologisch so. [/quote]
Dass es biologisch so ist, rechtfertigt aber doch nicht die Abwertung - in beide Richtungen.
Zitat von Ricky:
Natürlich wirkt sich auch Erziehung und Sozialisation auf die einzelnen Menschen aus. Das bestreitet ja auch niemand. Aber diese Idee, dass wir alle androgyne Wesen sind, die man nur in eine gewisse Richtung erziehen muss, ist halt Moppelkotze. So funktioniert das nicht. Nur weil es "Wissenschaftler" Anfang des letzten Jahrhunderts gab, die ihre Kinder wie Enten erzogen haben, macht das die Kinder nicht zu Enten. Kinder adaptieren natürlich, aber es gibt genügend Verhalten, das in den Genen festliegt. Und selbst in Deinem zitierten Artikel heißt es ja: "Tatsächlich waren die Unterschiede mit 49 zu 41 Prozent bei den Mädchen und 46 zu 52 Prozent bei den Jungen zwar signifikant, aber nicht so weltbewegend, wie suggeriert wurde. "
Signifikant reicht das erstmal als Aussage. Ob sie nun glaubt, andere würden das überinterpretieren, überlasse ich mal den Scharmüzeln der Wissenschaftler untereinander. Da gibt's ja nun auch genügend, die einfach nur ihre Sicht der Dinge gern bestätigt sehen und eben nicht neutral an die Sache herangehen. Zugestehen muss sie es aber, egal wie sie "kratzt und beißt".
Ich glaube nicht, dass wir alle androgyn sind. Damit würde man ja auch unterstellen, dass körperliche Unterschiede anerzogen sind.
Sie sagt in dem Artikel ja auch, dass keine Studie die, welche die signifikanten Unterschiede herausgearbeitet hat, nachbilden konnte und es vorher genug Studien gab, die das Gegenteil vermuten lassen.
Weiterhin sagt sie, und das ist ja das, was ich meine, dass wir schon im frühkindlichen Stadium das fördern, von dem wir denken, das Kind könne es besonders gut - aber das jeweils andere damit verkümmern lassen.
Was sie sagt, ist, dass die Differenzen, von denen wir glauben, sie wären so massiv, hauptsächlich daher rühren, wie wir unsere Kinder erziehen.
Und das scheint mir einleuchtend.
Ich glaube schon, dass es Unterschiede gibt, auch in der Entwicklung.
Aber ich denke eben auch, dass wir schon unseren Kleinsten ein Rollenbild aufzwingen, was eine Vielfalt beschneidet.
Sensible Jungen und burschikose Mädchen müssen sich anhören, dass sie männlicher bzw. weiblicher zu sein haben. Mädchen trauen sich nach wie vor weniger zu, als Jungs, Jungs überschätzen sich gerne.
Mädchen pink und Jungen blau.
Männer in Frauenberufen haben es schwer, Frauen in Männerberufen auch. Nicht, weil sie ihren Job nicht beherrschen, sondern weil die Menschen um sie herum sie immer kritischer betrachten, als alle anderen.
Wenn ein Mann Kindergärtner wird, fragen Mütter sich, ob er päd. ist.
Wenn eine Frau auf dem Bau arbeitet, ist sie höchstwahrscheinlich ein gleichgeschlechtlich Mannsweib - die muss doppelt hart auf die Probe gestellt werden. (oder, das krasse Gegenbeispiel, jeder nimmt ihr die 'schweren' Sachen ab, das kann das Mädchen ja gar nicht.)
@Urmel_ :
Ne ne, hab ich schon mit einkalkuliert. Aber auch in der Pubertät passen wir uns unserem Umfeld an (noch krasser, als vorher, würd ich meinen), oder?
Wenn ein Junge mit 15 noch mit Puppen spielt, kann der sein Sozialleben begraben. Also hört er damit auf.
Wie gesagt, ich denke nicht, dass alle gleich sind oder gleich sein sollen. Ich denke, dass wir Vielfalt beschneiden.
Interessanterweise sind ja selbst in typischen 'Frauenberufen' letztlich Männer die, die das dicke Geld scheffeln.
Sterneköche.
Künstler.
Designer.
All diese Attribute, die doch eigentlich Frauendomänen sind.
Das Video schau ich mir heute abend an.
@konrad:
Genau, jeder, der schon mal einen dreier hatte, will dann auch einen Vierer :'D
Hat meinem Hirn noch niemand gesagt... bin ich jetzt abartiger als die abartigen, weil ich zwar dreier hatte, aber keine Vierer will? Und was ist eigentlich mit Männern, die Dreier oder gar vierer mit 2 Frauen oder 2 weiteren Männern wollen? Ich meine, die haben ja nur einen P.. Du wertest hier nur auf widerlichste Art Frauen ab. Dann sei wenigstens so fair und lass uns auch an deiner Abwertung, Männern gegenüber teilhaben, das würde mich ja schon fast interessieren, wie du mir deren 'Abartigkeit' erklärst.
Du begreifst es nicht, oder?
Niemand will hier irgendwen dazu bekehren, dass alle Welt Dreier haben sollte. Aber Dreier mit Untreue gleichsetzen, ist einfach *beep*.
Dreier mit triebgesteuert gleichsetzen, ist *beep*.
Allen Menschen, die Dreier haben, einen so hemmungslosen s.trieb zusprechen, dass so sowieso nicht treu bleiben, ist *beep*.
Du musst das nicht machen, du musst das nicht mal gut finden und du wirst sicher auch nie eine Partnerin haben, die das möchte.
Aber hör auf, alle, die nicht so denken wie du, unter Generalverdacht zu stellen und dich dabei auch noch so abwertend zu äußern.