Ricky
Mitglied
- Beiträge:
- 5979
- Danke erhalten:
- 6474
- Mitglied seit:
Zitat von Kuraina:Den obigen Teil hake ich mal als streitbar ab, es war gar nicht meine Absicht, mich als allgemeingültiges Beispiel zu nehmen, sorry wenn das so rüberkam - über die Intention meiner Eltern kann ich letztlich auch nur spekulieren, ich denke aber, dass es tatsächlich eine Mischung aus "Durchschnitt passt, wozu Druck" und "Das Mädel wird ohnehin was machen, was 'typisch' Frau ist und weder Mathe noch Physik voraussetzt." - mit den Zensuren und meinem eigenen Interesse ist es dann natürlich genau so gekommen.
Ich habe das aus meinem Umfeld einfach mal als Beispiel herangezogen für das, was derzeit eben mE passiert - dazu unten mehr.
Geschenkt, aber nur weil ich Fieber hab.
Zitat:Interessieren würde es mich aber schon, ob man die Steinzeit heranziehen kann, oder ob es nicht auch da schon ein, wenn auch sehr viel rudimentäreres, Rollenverständnis gab?
Wenn wir von Jägern und Sammlern sprechen, wäre es dann - damals - nicht möglich gewesen, dass eine schnelle, starke, kräftige Frau, die alle körperlichen Merkmale erfüllt, mit zum Jagen geht?
Und auch bei indigenen Völkern gibt und gab es strikte Rollenverteilungen, oder?
Da niemand in der Tat dabei war, kann jetzt jeder postfaktische Spacken hier im Forum wieder mit seinem "Huuhaa!" um die Ecke kommen, aber es gibt deutliche Anzeichen, dass die Rollen so verteilt waren. Bei den Naturvölkern, die ich oben benannte in der Studie ist es auch so. Die Männer kommen auch mehr rum, weil sie eben auch Nahrung suchen etc.
Zitat:Nein, Moment. Ich sage gar nicht, dass die Industrie uns das vorgibt. Aber, wie auch die Beispiele die ich gebracht habe, ist es doch so, dass wir, die Bürger, diese Rollentrennung und damit die Erziehung unserer Kinder wieder deutlich stärker vorantreiben als vor 20 Jahren.
Das Prinzip von Angebot und Nachfrage ist mir durchaus geläufig![]()
Mich würde da eher interessieren, woher das - quasi als Gegenbewegung? - kommt. Kannst du dazu was sagen?
Die Frage ist, ob diese Rollentrennung halt auch so tödlich ist wie sie alle machen? Und ob sich das so verändert? Als Beispiel: Mattels Auflage von Barbie hat sich in den letzten Jahren klar verschlechtert. heiß Wheels hingegen ist angestiegen. Bekommen Jungs als mehr Spielzeug? Oder spielen Mädels jetzt auch mehr mit Autos?
De facto ist es doch so: Es wird das gemacht, was sich verkauft. Woher zum Beispiel der plötzlich Einhorn-Hype kommt, kann ich bisher nicht auf seine Wurzeln zurück führen, ABER wir können sehen, dass er da ist. Und auch erwachsene Frauen finden den Trend offensichtlich cool, sonst würden sie es gar nicht tragen. vielleicht. haben viele Frauen auch mittlerweile einfach die Schnauze voll von: "Du bist so und so, sobald Du pink trägst"? Alles kommt in Wellenform. Warum kamen vor 2 Monaten Fidget Spinner von Ende der 90er wieder auf den Markt? Weil es einen Hype gibt, der bedient wird. Der ebbt in einigen Punkten aber auch ebenso schnell wieder ab. Kein Schüler hat die Kackdinger jetzt mehr.
Zitat:Dass es biologisch so ist, rechtfertigt aber doch nicht die Abwertung - in beide Richtungen.
Na ja, was heißt "Abwertung"? Sorry, aber wir bewegen uns da auch in "*beep* Deutschland". Ich sche*ß auf political correctness, weil das nur verschleiert, wo wir eigentlich stehen. Das Ding mit Masterkey und billiges Schloss ist in erster Linie eines: Ein Witz. Und entweder man kommt mit dem klar oder eben nicht. Die "Frauen sind so, Männer sind so"-Witze gibt's schon seit Heinz Erhardt. Die Idee an dem Witz ist eben, dass Frauen es in dem Spiel viel einfacher haben und daher rührt der Witz. So wie Männer es einfacher hätten, jemanden körperlich zu dominieren. Das würdest Du ja auch als "billig" ansehen oder als "feige" oder sonst was. Es ist aber die Gegebenheit der Natur. Und wie Urmel da richtig sagt: Auf dieser Angst basiert ein riesiger Komplex, v.a. einer mit dem man (frau) viel Geld machen kann.
Zitat:Ich glaube nicht, dass wir alle androgyn sind. Damit würde man ja auch unterstellen, dass körperliche Unterschiede anerzogen sind.
Sie sagt in dem Artikel ja auch, dass keine Studie die, welche die signifikanten Unterschiede herausgearbeitet hat, nachbilden konnte und es vorher genug Studien gab, die das Gegenteil vermuten lassen.
Na, zum Glück und ja, es gab Studien und viele Studien in die komplett andere Richtung. Da ist auch wieder die Frage, warum Du dieser Studie hier mehr glaubst als all den Anderen? Verstärkertheorie?
Zitat:Weiterhin sagt sie, und das ist ja das, was ich meine, dass wir schon im frühkindlichen Stadium das fördern, von dem wir denken, das Kind könne es besonders gut - aber das jeweils andere damit verkümmern lassen.
Die Langzeitstudie dazu ist mit ehrlich gesagt entgangen. Ich hab die Studie noch nicht von A bis Z durch, aber ob das stimmt? Oder ist das eher eine These für sie?
Zitat:Was sie sagt, ist, dass die Differenzen, von denen wir glauben, sie wären so massiv, hauptsächlich daher rühren, wie wir unsere Kinder erziehen.
Und das scheint mir einleuchtend.
Das ist ja auch nichts Neues. Ich meine da erfindet niemand das Rad neu. Erziehst Du Dein Kind zu einem weltoffenen, rassenfreundlichen Menschen ist es eher unwahrscheinlich, dass er sofort AfD wählt - "aus Protest".
Zitat:Ich glaube schon, dass es Unterschiede gibt, auch in der Entwicklung.
Aber ich denke eben auch, dass wir schon unseren Kleinsten ein Rollenbild aufzwingen, was eine Vielfalt beschneidet.
Sensible Jungen und burschikose Mädchen müssen sich anhören, dass sie männlicher bzw. weiblicher zu sein haben. Mädchen trauen sich nach wie vor weniger zu, als Jungs, Jungs überschätzen sich gerne.
Die Frage ist aber rührt das auch von der emotionalen Seite der Mädchen her? Ist z.B. die Scham es nicht zu schaffen für Mädchen einfach höher, weil ganz andere Mechanismen greifen, die eben nicht anerzogen sind.
Zitat:Mädchen pink und Jungen blau.
Männer in Frauenberufen haben es schwer, Frauen in Männerberufen auch. Nicht, weil sie ihren Job nicht beherrschen, sondern weil die Menschen um sie herum sie immer kritischer betrachten, als alle anderen.
Wenn ein Mann Kindergärtner wird, fragen Mütter sich, ob er päd. ist.
Wenn eine Frau auf dem Bau arbeitet, ist sie höchstwahrscheinlich ein gleichgeschlechtlich Mannsweib - die muss doppelt hart auf die Probe gestellt werden. (oder, das krasse Gegenbeispiel, jeder nimmt ihr die 'schweren' Sachen ab, das kann das Mädchen ja gar nicht.)
Na ja, na ja, so wie Du hier die Verallgemeinerung der Rollen siehst, verallgemeinerst Du selbst ganz schön. Hast Du dazu ne Studie, die das tatsächlich belegt? Das wäre mal interessant. Ich bin ja auch in einem sozialen Beruf und hatte damit bisher absolut gar keine Probleme, außer mit Leuten (meist Frauen), die nicht damit umkonnten, dass ich Dinge besser konnte als sie. Aber die Versagensangst hat nichts mit dem Rollensystem zu tun, sondern mit Selbstbewusstsein auf welcher Ebene auch immer.
