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Meine Geschichte nach 23 Jahre M 44

E
Und genau davor habe so entsetzliche Angst. Das die Liebe weniger wird und ich mich daran gewöhne. 23 Jahre. Einfach so beendet. Mir fällt es so schwer das zu begreifen und ich will es auch ehrlicherweise noch nicht begreifen. Alles tut noch so weh, wirklich alles. Und das lässt mich fühlen, auch wenn mein Kopf schon lange begriffen hat was passiert ist, kann mein Herz nicht loslassen. Und derzeit hat es die überhand. Da kann ich auch mit Logik nix gegen tun.

x 4 #136


Usambara
@EinfachTim
Ja das ist leider so. Ich bin auch eher Rational, ein Kopfmensch aber hier merke ich gerade dass das bei Herzschmerz nicht immer funktioniert. Da folgt nämlich nichts der Logik oder dem Verstand.

x 2 #137


A


Meine Geschichte nach 23 Jahre M 44

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D
@EinfachTim

ich finde Trennung über SMS ohne Gespräche schlimm und könnte es auch nicht Verzeihen, nach der langen Zeit, deine Tochter ist alt genug um dir alles mit ihr Auszumachen.
wie ich mich kenne würde ich auch mit der EX nichts Reden bevor ich Ehrliche Antworten auf div. Fragen bekommen haben.

weiter machen als wäre nichts gewesen würde ich sicher nicht, bei solch Freudschaft bekommst du keine Antworten, wenn es unangenhem wird, was mich stören würde

x 1 #138


E
Das Jahr neigt sich dem Ende.

Ich hab mir ein Buch heute gekauft. Das hatte ich bestellt. Anna Maria Hagmüller - Das bin ich, wie ich dich loslasse...

Bei der Einleitung habe ich schon angefangen zu heulen. Diese kleine Nachricht am Morgen. Das "Guten Morgen", das uns all die Jahre begleitet hat, das es nicht mehr gibt, weil es die Beziehung so nicht mehr gibt. Hat mich sofort umgehauen. Ich habe mindestens 3 Kapitel weiter immer noch geheult. Ich hab noch etwas weitergelesen. Es ist jetzt nicht viel Neues dabei, nichts was mir die KI oder Freunde oder Ihr mir nicht auch schon erzählt habt. Es ist nur ein anderer Kanal. Mein eigener, gelesener.

Das Jahr neigt sich dem Ende und damit eine Geschichte, die wertvoll war. Ich muss Ihr das auch nicht schreiben, ich denke das weiß Sie selber. Ich muss Ihr eigentlich gar nichts mehr schreiben. Den was wir hatten war schön und echt, aber es ist zu Ende.

Das Jahr neigt sich dem Ende und 2026 wird ein neues Kapitel in meiner Geschichte. In dem Buch gibt es ein Abschnitt über Selbstliebe. Der hat mich anfangs sehr getroffen, weil es genau das ist, was Sie sucht, aber auch ich muss diesen Weg gehen. Mich wieder finden. Schauen, wer ich bin. Was mir guttut. Und derzeit tut Sie mir nicht gut. Ich werde das nicht mehr kommunizieren. Unsere Gespräche werden mit der Zeit weniger, noch weniger als sie ohne hin schon sind.

Das Jahr neigt sich dem Ende und ich sage innerlich "Lebe wohl". Nach außen werde ich versuchen es auszuhalten, so schwer es mir fällt. Aber so kann und will ich nicht weitermachen. Sie hat mich auf eine Art und Weise verletzt, die ich Ihr wahrscheinlich nie verzeihen könnte. Und wenn ich das nicht kann, warum hoffe ich dann? Es schmerzt so sehr, dass unsere gemeinsame Reise hier endet. Aber so ist das manchmal. Manchmal erreicht man einfach das Ende.

Danke an euch alle. Danke für eure Zeit, eure Geschichten und euer Feedback.
Fühlt euch bitte alle umarmt. Von Herzen.

Ich wünsche uns alle einen guten Rutsch ins neue Jahr. Auch wenn es uns schwerfällt, das Gute darin zu sehen.
Wir leben und wir werden geliebt. Manchmal im außen und manchmal im Stillen, ohne dass wir es mitbekommen.
Aber wir alle sind liebenswerte Menschen.
Den Rest macht die Zeit.

x 12 #139


Usambara
Danke. Das hast du so schön geschrieben. Zu Herzen gehend, von Herzen kommend.

x 3 #140


HeavyDreamy
Zitat von EinfachTim:
Den Rest macht die Zeit.

Und...die Zeit bringt weiteres.

Dir auch trotzdem einen guten Rutsch ins neue Jahr.
Toll, dass du dir ein gutes Buch gekauft hast und du dich einfach mit dem beschäftigst, was momentan jetzt ist, die Trennung, aber hiermit auch ein weiteres, neues Kapitel.

Du bist nicht alleine, hier sind viele einsame und weinende Herzen, so auch ich Smile
Mein Sohn (er wohnt beim Papa) ist heute feiern, obwohl ich ihn gerne natürlich bei mir hätte (er war an Weihnachten aber da), aber loslassen, alles was man liebt, ist wichtig, um für sich selber voran zu kommen und nach vorne schauen zu können trost spenden

🤗

x 1 #141


E
Hallo, Ihr Lieben, ich hoffe Ihr seit alle gut ins neue Jahr gekommen.

Wie Ihr ja wisst, stecke ich gerade in einer Trennung, die sich für mich wie ein Zeitraffer anfühlt. Dazu kommt eine eskalierte Phase um Silvester herum, Streit, Alk., Verletzungen auf beiden Seiten. Danach kam sehr schnell Entwertung, Rückzug und schließlich ein faktischer Kontaktabbruch. Für mich war das wie ein emotionaler Schlag ins Leere.

Ich bin in Therapie, was guttut, aber halt auch nur für die die Stunden drumherum. Aber den Rest des Tages verbringe ich viel mit meinem Kopf. Grübeln, Gedankenschleifen und Fake Visionen.

Was mich besonders überfordert, ist die Asynchronität:
Während ich noch mitten in tiefer Trauer stecke, versuche zu begreifen, was passiert ist, und innerlich kaum Luft bekomme, scheint meine Ex-Partnerin sehr schnell in Autonomie und Alltag gewechselt zu sein. Neue Routinen, neue Energie, Tempo nach vorne. Ich stehe gefühlt noch am Anfang, während sie schon weit weg ist.

Ich erlebe viel Einsamkeit, einen massiven Mangel an Nähe, körperlich wie emotional. Dieses „gesehen werden“, das gemeinsame Regulieren, das Selbstverständliche ist von einem Tag auf den anderen weg. Dazu kommt unser Kind, das natürlich auch leidet und bei dem ich versuche, stabil zu bleiben, obwohl ich mich selbst innerlich kaum stabil fühle. Ich weine sehr häufig, vor allem, weil mir die Nähe zu meinem Kind fehlt. Ich möchte Sie in den Arm nehmen. Aber durch die Distanz ist das nicht eben mal möglich. Ein spontanes Verabreden funktioniert hier nicht.

Was mich am meisten triggert, ist diese Geschwindigkeit.
Dass etwas so Großes, so Langes, so Bedeutendes scheinbar so schnell abgeschlossen wird. Das Kontakt abbricht oder stark reduziert wird, während ich noch im Verstehen, Trauern und Sortieren bin. Das fühlt sich nicht nur nach Verlust an, sondern auch nach Entwertung dessen, was war.

Ich funktioniere im Alltag, aber innerlich schwanke ich stark zwischen tiefer Trauer, Leere, Wut und Sehnsucht. Nähe fehlt. Halt fehlt. Und ich merke, dass ich emotional nicht hinterherkomme.

Meine Fragen an euch:

- Habt ihr ähnliche Asynchronität erlebt – dieses Gefühl, dass es für den anderen viel schneller geht?
- Wie seid ihr mit dieser Geschwindigkeit umgegangen?
- Was hat euch geholfen, mit Entwertung, Kontaktabbrüchen und fehlender Nähe klarzukommen?
- Wie schützt man sich, ohne zu verhärten – besonders wenn ein Kind mit im Spiel ist?


Danke fürs Lesen und für jeden ehrlichen Austausch.

x 5 #142


Markus1977
Ich kann Dich sehr gut verstehen und Deinen Schmerz nachempfinden.
Es geht nicht darum was Du tust, damit es besser wird. Eherdas Du was tust. Wieviel Qualität d reinkommt entscheidest Du.

x 1 #143


Birkai
Zitat von EinfachTim:
Habt ihr ähnliche Asynchronität erlebt – dieses Gefühl, dass es für den anderen viel schneller geht?
- Wie seid ihr mit dieser Geschwindigkeit umgegangen?
- Was hat euch geholfen, mit Entwertung, Kontaktabbrüchen und fehlender Nähe klarzukommen?
- Wie schützt man sich, ohne zu verhärten – besonders wenn ein Kind mit im Spiel ist?

Asynchronität erleben wohl die meisten, denn der sich Trennende ist meist weit voraus. Davon sollte man sich aber nicht abhalten lassen, dass eigene Tempo beizubehalten.

Entwertungen habe ich ziemlich viel erlebt. Kontaktabbrüche hab wenn dann ich initiiert, um mich gegen die Entwertungen zu schützen. Bei den Entwertungen war für mich wichtig, ganz stark zu differenzieren. Es gab Dinge mit einem wahren Kern, die ich für mich mitgenommen habe und aufgearbeitet. Dann gab es Vieles was einfach aus der Luft gegriffen war um die eigenen Entscheidung zu begründen. Ich hab mir diese Dinge aufgeschrieben und meine Sicht des Ganzen für mich festgehalten. Damit habe ich die Themen für mich aufgelöst oder bearbeitet.

Gegen die fehlende Nähe gab es Umarmung von Familie und Freunden. Das hat mir geholfen.

Wenig Kontakt war für mich immer der beste Schutz. Kinderthemen gingen per Nachricht zu klären, dann muss man den Anderen nicht sehen oder hören. Abstand schützt und hilft dabei die neue Realität zu akzeptieren.

x 4 #144


M
Zitat von Worrior:
Es ist der Moment in dem Du Dich umdrehst und erkennst wer es war, der dich bricht.

Zitat von EinfachTim:
Und diese Bilder kommen meist Nachts. Dann wache ich schweißgebadet auf und muss erstmal duschen gehen. 2 - 3 Klamotten Sets brauche ich derzeit.

Das ist heftig. Die Nächste sind am schlimmsten. Ich schlief oft recht bald ein, erschöpft vom Nachdenken, den Tränen und dann ein paar Stunden später wachte ich auf. Und das Gedankenkarussell drehte sich von Neuem.
Wenn Du merkst, dass Du vor die Hunde gehst. besorge Dir Beruhigungsmittel. Es ist derzeit fast alles legitim, was Dir hilft. Oder Du lässt die Zeit, Deinen Freund, ihr Werk tun.

Zitat von EinfachTim:
Wenn ich mich meldete, tat es weh. Wenn ich mich nicht meldete, tat es auch weh. Hoffnung und Selbstschutz standen sich ständig gegenüber. Jede Nachricht, jedes Schweigen wurde zum Trigger.

Bei einer Trennung nach einer Beziehung (die Länge der Beziehung spielt - glaube ich - gar keine so große Rolle) heilt man am ehesten, indem man keinen Kontakt mehr pflegt. Das ist oft schwierig, tut schrecklich weh und man glaubt, es nicht aushalten zu können, aber erst durch eine Kontaktsperre können sich die Gefühle umstellen und mit den neuen Gegebenheiten eher klar kommen. Das dauert dann auch lang, aber wie Du selbst schreibst, alles was von ihr kommt oder eben nicht kommt, triggert Dich von Neuem.
Die Gefühle jubeln für eine Sekunde, ehe wieder die Traurigkeit das Ruder übernimmt und Du lebst in einem ständigen Zwiespalt zwischen einer (meist sinnlosen) Hoffnung und der Erkenntnis, dass es zu Ende ist.


Zitat von EinfachTim:
Ich habe den Kontakt auf das Nötigste reduziert, organisatorisch und sachlich. Digitale Verbindungen getrennt. Erinnerungen archiviert. Nicht, weil sie wertlos sind – sondern weil sie zu wertvoll sind, um mich weiter zu verletzen.

zum Glück hast Du es irgendwann begriffen, dass Dich der Spagat aus gefühlter Nähe und Distanz innerlich zerreißt und Dein Selbstschutz trat zu Tage.
Das schlimme ist ja auch, man kann so vieles nicht mehr fragen, weil man nicht weiß, wie ehrlich und offen das Gegenüber nach einer Trennung ist. Da wird vieles verschwiegen, nicht gesagt, gerade vom Verlasser, der den Verlassenden nicht noch mehr weh tun will.


Zitat von EinfachTim:
Besonders schwer war die Erkenntnis, dass ich nichts „falsch“ gemacht hatte im klassischen Sinne – und trotzdem verlassen wurde. Dass Überforderung, innere Leere oder der Wunsch nach Selbstfindung manchmal stärker sind als gemeinsame Geschichte. Dass Menschen nicht immer gehen, weil sie nicht mehr lieben, sondern weil sie gerade nicht mehr tragen können.

Sie will offenbar ihr Leben neu aufstellen. Wie, weiß sie nicht, aber sie glaubt, dass dafür eine Trennung notwendig ist. Vielleicht dass sie sich frei fühlen kann. Innere Leere auffüllen und Selbstfindung kann man auch in einer Beziehung verwirklichen, da sogar oft noch einfacher, weil es organisatorisch leichter zu regeln ist. Und ihre innere Leere konntest Du auch nicht füllen. Das gesagt zu bekommen, ist schon heftig. Du gibst mir nichts mehr, also weg mit Dir. Danke für die gemeinsame Zeit.
Fraglich ist, ob sie selbst ihre innere Leere kompensieren kann, wenn sie allein ist.

Und dass Du nichts falsch gemacht hast, macht es auch nicht besser, denn die Aussage dahinter heißt ja doch nur, Du hast vielleicht nichts falsch gemacht, aber genügt hast Du ihr auch nicht mehr.

Zitat von EinfachTim:
Ich weiß nicht, wie meine Geschichte weitergeht.
Aber ich weiß, dass ich gerade lerne, mich selbst nicht zu verlassen.

Ich weiß schon, wie Deine Geschichte weiter geht. Menschen, ehemalige Partner sind ersetzbar, auch wenn man das anfangs nicht glaubt. Keiner ist unentbehrlich. Und Du wirst wieder glücklich werden, ein unbeschwerteres Leben führen. Das dauert seine Zeit - Monate bis ein oder zwei Jahre - aber nicht ewig. Weil der Mensch an Trennungen schon im Lauf der Evolution gewöhnt wurde.
Und Du wirst Dich nicht verlassen, geht ja auch schlecht, aber Du lernst, dass Du Dich auf Dich selbst verlassen kannst. Dass Du Regularien findest, die Dir gut tun und dass Du über vieles hinweg kommst. Und das ist ein Gewinn. Es einfach zu wissen, ich habe schon mal eine Krisensituation bewältigt, also werde ich diese auch schaffen.


Zitat von EinfachTim:
Ohne viele tolle Menschen und Freunde und ehrlicherweise auch durch ChatGPT hätte ich das alles nicht in so kurzer Zeit geschafft. Die SMS kam am 30.11.25

Getrennt ohne Netzwerk zu sein, ist noch schlimmer. Es ist gut, wenn Du andere hast um Dich auszutauschen. Aber per SMS weggeworfen zu werden, ist noch mal härter, aber nur für den Adressaten. Der Empfänger geht damit einen bequemen Weg - ohne direkte Konfrontation, ohne Tränen sehen zu müssen, ohne die Ratlosigkeit und Fassungslosigkeit direkt wahrnehmen zu müssen.
Das solltest Du bei der Bewertung Deiner Frau schon auch sehen. Trennung per SMS ist schäbig und bequem!


Zitat von EinfachTim:
Und den Rest bringt die Zeit.
Mein Erzfeind gerade

Aber nein, lieber Tim. Die Zeit ist der beste Freund, den Du hast. Denn sie wird Dich das überwinden lassen. Nur, dass Du sie jetzt als feindlich siehst, weil sie schwer ist und die Beschwernis scheinbar endlos dauert. Aber im Endeffekt ist die Zeit der Freund, auf den Du bauen kannst.


Zitat von Sonnenschein85:
Was mir auch geholfen hat ist alles aufzuschreiben..

Das habe ich auch gemacht. Ich schrieb ihm Briefe, in denen ich rekaptulierte, ihn beschimpfte, ihm alles Schlechte wünschte, aber abgeschickt habe ich sie nie. Ich habe sie oft gelesen, immer wieder und das führte dazu, dass ich neue Briefe schrieb. Und dann? Irgendwann wurden sie bedeutungslos und ich habe sie gelöscht. Sie hatten ihren Zweck erfüllt. Jeder findet seine eigenen Mechanismen Krisen zu bewältigen. Aber schreiben hilft, die Gedanken ein wenig zu ordnen.


Zitat von EinfachTim:
Der Typ selber hat keine Relevanz, er ist Katalysator. Bei Ihm gibt es keine Verantwortung, keine Verpflichtung, nur Leichtigkeit. Und ich glaube das Sie nach all den Jahren, als Mutter, Partner sich verloren hat. Und nun sucht Sie nach Ihrem neuen Ich. Und hinterlässt verbrannte Erde.

Also gibt es ihn doch, diesen Anderen, bei dem sie Leichtigkeit fühlte. Etwas, was sie mit Dir nicht mehr fand. Ein Ablenkungsmanöver, das ihr nicht helfen wird, ihre Identität zu finden. Sie wirft etwas Gewachsenes weg auf der Suche nach einem anderen Leben und dafür braucht sie diesen Katalysator. Wenn sie ihren Weg ohne gehen würde, hätte ich menr Verständnis dafür.


Zitat von Worrior:
Es ist der Moment in dem Du Dich umdrehst und erkennst wer es war, der dich bricht.

Ja, das wirkt oft ein bezeichnendes Licht auf den Verlassenden, auch die Art und Weise wie er sich vom Acker macht. Aber so leicht bricht man nicht, man fühlt nur das gebrochene Herz, den rasenden Schmerz, den schwankenden Boden unter den Füßen, die innere Panik, der sogleich Ratlosigkeit folgt. Wie soll ich jetzt weiter leben, wie das alles ertragen und verarbeiten? Und dann geht es doch und irgendwann wird der Schmerz weniger und lässt nach.
Die Würde bleibt, der Selbstwert kommt wieder, auch wenn er zunächst demontiert wurde.
Es ist auch gar nicht so selten, dass der Verlassene irgendwann von der Trennung sogar mehr profitiert als der Verlassende. Der Verlassende geht einfach, weil es einfacher ist zu gehen, sich zu entziehen.
Den Verlassenen trifft die volle Breitseits, aber er denkt auch oft viel mehr nach, rekapituliert die Beziehung, erkennt Zusammenhänge und Störfaktoren und stellt sein Leben neu auf.
Der Verlassende geht weil es vermeintlich leichter so ist. Er rennt davon, er denkt weniger nach.

Sie, diese Frau, erscheint mir wie ein Segel im Wind. Tim ist der Stärkere und der Klügere.Und er wird gestärkt daraus hervor gehen, auch wenn es momentan noch nicht danach aussieht. Der Verlassene lernt oft mehr als der Verlasser.

Ich glaube, Tim, Du bist schon weiter gekommen als Du Dir zugetraut hast.

x 8 #145


E
@Margerite

Wow, einfach Wow. Danke dir vielmals, für diese aufmunternden und bestärkenden Worte. Ich danke dir tausendmal. Das Gefühl, das du mir gerade gegeben hast, tut so gut. Es ist eine so schwere Zeit. Ich stecke in tiefer Trauer und fühle mich jetzt ein wenig leichter. Danke.

x 3 #146


M
Zitat von EinfachTim:
- Habt ihr ähnliche Asynchronität erlebt – dieses Gefühl, dass es für den anderen viel schneller geht?
- Wie seid ihr mit dieser Geschwindigkeit umgegangen?
- Was hat euch geholfen, mit Entwertung, Kontaktabbrüchen und fehlender Nähe klarzukommen?
- Wie schützt man sich, ohne zu verhärten – besonders wenn ein Kind mit im Spiel ist?

Ja, ich erlebe das auch, dass es für den anderen viel schneller geht. Mein erstes Gefühl war Fassungslosigkeit, Hilflosigkeit demgegenüber. Dann wurde mir klar, was auch Birkai schon schrieb: der andere hat einen Riesen-Vorsprung, er hat sich mit der Trennung bereits beschäftigt, bevor ich es auch nur ahnte. Dazu kommt, wenn jemand neues im Spiel ist hat der andere genau das, was uns jetzt so schmerzlich fehlt, wo bei uns eine riesiges Loch aufgerissen ist, er hat eine Bezugsperson. Seine Geschwindigkeit ist gegenüber meiner atemberaubend, mit dem Bild eines Wettlaufs verglichen ist dies einer, den ich nur verlieren kann, ich habe keinerlei Chance. Ich kann nur mit meiner Geschwindigkeit umgehen, nicht mit der des anderen.
Immer wenn ich nach dem anderen schaue, verlasse ich mich!
Dabei ist doch das, was ich jetzt an nötigsten brauche Beistand. Beistand allem voran von mir selbst, mir also immer wieder zu zeigen, dass ich mich nicht verlasse, dass ich für mich da bin, darauf kommt es jetzt an. Und dafür ist auch der Kontaktabbruch wichtig, also so wenig Kontakt wie möglich zu dem, der mich verlassen hat, dafür so viel Kontakt und Nähe wie möglich zu mir selbst. Und natürlich zu Menschen in meinem Umfeld, denen ich vertraue, die für mich da sind, die mir zuhören und mit denen bestenfalls sogar körperliche Nähe / freundschaftliche Umarmungen möglich sind.

Ich habe mehr und mehr den Eindruck, dass die auftretenden Gedankenschleifen und Grübeleien in erster Linie Schutzmechanismen sind, die den schier unerträglichen Schmerz zu vermeiden suchen. Auch Anklagen, Vorwürfe, Entwertungen etc. können Schutzmechanismen sein. Alles erscheint einfacher, als den Schmerz zuzulassen. Letztendlich versucht unser System irgendwie klar zu kommen, nur ist längst nicht alles produktiv bzw. schadet eher. Ich glaube es geht vor allem darum, die Gefühle zu verarbeiten, und das geht nur durch Fühlen, Fühlen , Fühlen!
Es beginnt mit Akzeptanz bzw. Zulassen. Akzeptieren, dass der Partner gegangen ist, dass er seinen Weg ohne mich gehen möchte, ob dieser sich als richtig herausstellt ist hier nicht relevant, denn das hilft mir in meinem Schmerz genauso wenig weiter wie die Vorwürfe, die ich ihm innerlich mache. Widerstand und Protest treten natürlich auf, ich will es nicht, und doch habe ich keine Wahl, das führt zu großer Ohnmacht und Hilflosigkeit. Trauer, Angst, Verzweiflung, Wut, Hilflosigkeit, alles in teils schwindelerregendem Wechsel, es gilt sich dem zuzuwenden. Schreiben, sprechen, weinen, schreien, alles ist erlaubt, auch wütende, unzensierte Äußerungen gegenüber dem Ex, nur bitte nicht in dessen Beisein. Nach meiner Vorstellung dürfte diese Art der Verarbeitung letztendlich auch vor Verhärtung schützen. Ich bin auf dem Weg, und ich habe durchaus das Gefühl, dass mir diese Ansätze helfen. Daher bin ich gerade dabei, mich immer wieder anzuhalten ins Fühlen zu gehen, wenn ich merke, dass ungute Mechanismen auftreten, auch wenn es natürlich längst nicht immer gelingt......

Vielleicht sind ja in meinem Geschreibsel ein paar Impulse für dich dabei, ich lese mal weiter mit, denn ich lerne auch aus dem, was die anderen hier schreiben 🌻

x 5 #147


A
Zitat von mini7:
Immer wenn ich nach dem anderen schaue, verlasse ich mich!

@mini7 Wow! Danke dafür!

x 2 #148


T
Zitat von mini7:
der andere hat einen Riesen-Vorsprung, er hat sich mit der Trennung bereits beschäftigt, bevor ich es auch nur ahnte.


Das ist doch der Sinn von OD, oder habe da auch was verpasst?

x 1 #149


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