Zitat von CaHeLiLa: Er konnte sich gar nicht vorstellen, dass mich der Kontakt zu seiner Ex und das was geschrieben wurde so sehr trifft. Er war fast froh darüber, da er davon ausging mir sei alles egal.....Wenn ich das so schreibe, dann finde ich das wieder unfassbar unverschämt. Es stimmt, dass ich keine Nähe mehr zulassen konnte, dass hatte jedoch ebenfalls Gründe. Da ist doch viel vorgefallen. Dass er meine Grenzen nicht respektiert, zieht sich leider durch. Ich konnte meine Grenzen irgendwann nur noch durch körperlichen Abstand schützen.
Möglich ist das. Depressionen sind eben auch Wahrnehmungsstörungen.
Zitat von CaHeLiLa: Er nimmt mich offensichtlich nicht für voll.
Die eigentliche Frage wäre, nimmst Du Dich für voll?
Zitat von CaHeLiLa: Gerade bin ich endlich alleine und der Abstand führt dazu, dass ich wieder erkennen kann, wie gut er die Knöpfe bei mir drückt. Vorhin dachte ich, ich hänge schon sehr an ihm (stimmt auch irgendwie) und mit gutem Willen und gemeinsames Arbeiten, Ehrlichkeit, etc. finden wir evtl. doch noch einen Weg zurück.
Schau, die unangenehme Wahrheit ist, es gibt einen der Knöpfe drückt und ein anderer der es zulässt.
Mir tut leid, was Dir passiert ist und hier zu schreiben, kann Dir helfen etwas mehr Klarheit zu bekommen. Bevor Du Dich jetzt aber wieder in Gesprächen mit ihm, seinen möglichen Diagnosen, seinen Taten und seiner Unfähigkeit das Ausmaß dieser anzuerkennen verlierst, steht eine Frage ganz weit vorn:
Was möchtest Du eigentlich?
Außerhalb dessen, was Du Dir wünscht, wie er hätte handeln sollen, darauf hast Du keinen Einfluss, er hat gehandelt wie er gehandelt hat, was möchtest Du?
Ich warne immer ein bißchen davor, die Erkenntnis, daß der Partner eventuell Therapie braucht, als verändernd zu betrachten. Denn im besten Fall, nämlich dem, daß der Partner sich Hilfe holt, fängt dann die große, schwierige Reise erst an. Nicht wenige Beziehungen scheitern im Laufe der Therapie eines Partners, weil sie letztlich unter falschen Voraussetzungen geschlossen wurden und Therapie auch darin besteht, daß eigene dysfunktionale Verhalten sichtbar zu machen. Erst wenn man anerkennt, wie man sich verhält, geht es dann in ein warum und erst dann werden die ersten Alternativen entwickelbar. Das allererste Jahr der Therapie ist super hart, gerade auch für die Außenstehenden. Die Entlastung, die Du Dir davon erhoffst, kann eintreten, in vielen Fällen tut es das aber nicht, weil es nicht darum geht Dich zu entlasten, sondern ihn.
Und damit wären wir wieder bei der Frage, was möchtest Du eigentlich und was kannst Du für Deine eigene Entlastung tun?