Zitat von Salamander:
Kannst du dich denn als Zaungast auch selber betrachten?
Ich stelle mir die Situation ganz schrecklich vor.
Ja das kann ich. Als meine Eltern vor 10 Jahren starben, bin ich in eine tiefe Depression gerutscht und war 2 Jahre in Therapie. Gerade jetzt fehlen sie mir sehr und wahrscheinlich empfinde ich gerade nichts, weil ich anscheinend wieder reinrutsche. Schlaflosigkeit und immer mehr handlungsunfähig. Dieses Gefühl kenne ich von damals und macht mir Angst. Ich habe, zumal keine eigene Ursprungsfamilie mehr, gefühlt alleine eine riesen Verantwortung zu tragen, was eigentlich nie seither ein Problem war. Nur bin ich selber seit Kindheit an erkrankt und es ist immer ein Spagat für mich, stark zu sein. Geschafft habe ich es immer, aber jetzt kommt langsam das Gefühl, es entgleitet mir.
Ich projeziere das gerade alles auf ihr Auto. Doof nicht? Ich muss wenn ich nach B will an ihm vorbei fahren. In der Regel bin ich ruhig, sehe ich das Fahrzeug, macht es zonk, der Tag ist gelaufen. Weil dann kommt das Bild: Montag will er zu mir zurück und das Wochenende drauf ist seine Freundin da. Für einen Umweg fahren bin ich aber wieder zu stolz, machts nicht besser. Aber ich kann sagen, dass ich da nicht zur Kontrolle vorbeifahre, ich muss da halt lang.
Und dann kommt beim Anblick des Fahrzeugs nur ein Gedanke auf: all das wegen S. Wie banal das klingt, aber genau das ist halt mal seine Begründung.
Würde er wenigstens gesagt haben, ich liebe Dich nicht mehr. Ich versuche gerade, ihn nicht als Einfallspinsel zu sehen und mich nicht als daraus resultierend menschlich wertlos.
Ja, die Spirale geht nun schnell abwärts und zum Glück kenne ich den Weg zur Hilfe, den ich eigentlich nie mehr gehen wollte. Doch momentan stecke ich noch im Beobachtungsposten fest, sehe ihn ein und ausgehen und bin sprachlos, wenn wieder Liebesschwüre kommen, er zurück will, er seine Hilfe anbietet und immer für mich da ist, ja ja, und mir vorwirft, er müsse nun in der Wohnung wohnen und wiederholt, dass ihm nichts anderes über blieb, als eine neue zu suchen. Kann man sich vorstellen wie verletzend das ist, für den eigenen Betrug verantwortlich gemacht zu werden?
Und ist er bei mir wirkt es für mich, als dass er seine Freundin mit seiner Ehefrau betrügt. Meine Degradierung ist im vollen Gange
Ich kann gerade nur versuchen, ihn vom Haus fern zu halten und eine Wohnung zu finden und hoffen, dass ich endlich aufwachen darf.