Zitat von Ricky:Das ist aber ein Unterschied aufgrund von Zeit und Verhandlung, nicht aufgrund von Geschlecht.
Ich finde dieses sich Studien um die Ohren hauen, um unbedingt die eigene Sicht der Dinge als die einzig wahre darzustellen unendlich müßig.
Ich denke, wie auch bereits ein Vorredner sagte, dass beide Seiten in Tendenzen Recht haben.
Es gibt gesellschaftliche Bereiche, in denen die Männer benachteiligt werden und umgekehrt genauso. Dennoch glaube ich, dass unterm Strich, die in vielen Jahrhunderten herrschenden patriarchalen Strukturen in unserer Gesellschaft sich in wenigen Jahrzehnten nicht komplett verändern oder, dass es gar eine vorherrschende Benachteiligung der Männer inzwischen gibt. Da brauche ich keine Studie für, da reicht der gesunde Menschenverstand.
Ich weiß nicht genau ob es in den 60ern oder 70er Jahren war, dass meine Mutter ohne Einwilligung ihres Mannes weder ein Konto eröffnen noch arbeiten gehen konnte. Wann der Ehemann kein verbrieftes Recht mehr auf ehelichen Verkehr hatte ist meines Wissens auch noch nicht besonders lange her.
Wenn im Zuge dessen auch noch Urmel daherkommt und behauptet, dass es für Männer keine Relevanz hat ob die Frau beruflichen Erfolg und ein soziales Standing hat, dann frage ich mich in welchen Kreisen er sich bewegt.
Ich beobachte zunehmend die Tendenz, dass zumindest die Männer in meinem Umfeld, eben nicht mehr nur eine Frau wollen, die sich "auf ihre natürliche *kotz* Rolle als Frau zurückbesinnt, sondern vielmehr nach Frauen schauen, die beruflich ehrgeizige Ziele haben.
Mir ist es bei der Partnersuche mehrmals passiert, dass ich, obwohl studiert, mit langjährigen Auslandsaufenthalten, belesen und was weiß ich nicht alles, nicht standesgemäß genug war. Da reichte ein durchschnittlich akademischer Job nicht aus. Die Ex-Frauen waren Richterinnen, Oberärztinnen oder hatten zumindest einen Doktortitel. Auf diesem Level wurde die Partnersuche ausgerichtet.
Die wollten weitaus mehr als ein Frauchen, das sie umsorgt und sich hübsch herrichtet.
Klar fand ich dieses elitäre Gehabe schrecklich oberflächlich und bescheuert, aber man muss nur mal ein bisschen nach links oder rechts schauen, weg von dieser Scheuklappenmentalität, um zu begreifen, dass die immergleichen einfachen Thesen von Urmel & friends nicht greifen, zumindest nicht umfassend.
Ich finde es gut, wenn Urmel & friends gebeutelte Männer, die jegliches Selbstbewusstsein verloren haben und ihren Frauen immer alles recht machen wollen, aufrichten und ihnen sagen "lass dir nicht alles gefallen, sei dir deines Wertes bewusst". Daraus aber die ewig gleiche Laier von "den bösen emanzipierten Frauen" zu machen "die die natürliche Rollen von Mann und Frau" zerstören und damit Schuld an jeglichen Beziehungsproblemen sind, ist nicht richtig.
Sowohl Männer
als auch Frauen werden in Beziehungen nicht glücklich, wenn sie sich zur Minna machen und sich alles gefallen lassen.