Kummerkasten007
Gast
Zitat:Aber die Verantwortung trägt m.E. nur das Paar für sich und der Seitenspringer trägt die Verantwortung , dass er die Affäre angefangen hat, also nicht der Betrogene!
Es gibt soviele Grauabstufungen, wie sich Verantwortung in einer Beziehung einstellt.
Das klassische Beispiel (geschlechterunspezifisch!):
Ich verweigere meinem Partner jahrelang jede (körperliche) Nähe, da ich diese durch Kinder, Freundeskreis, Hobbys etc. gestillt bekomme. Der Partner weiß, dass ich bei einer Trennung die Kinder als Kampfmittel einsetzen und ihn finanziell ausbluten würde. Alles reden hat nichts geholfen, der verweigernde Partner ist uneinsichtig. Menschlich ist nun - in meinen Augen - dass der Partner sagen wir mal anfällig ist für Sachen, die ihn wieder als Mann fühlen lassen.
Wenn er stark genug ist, kann er den Schlußstrich ziehen. Aber gerade hier im Affärenforum gibt es soviele Threads, die diese Unfähigkeit aufzeigen.
Da wird in solch kaputten Beziehungen verblieben, wo ich nur den Kopf schütteln kann.
So, wo willst Du nun hinzeigen und sagen, wer genau Verantwortung trägt? Für mich eben beide: der Part, der sich aus der Partnerschaft entzieht und der Part, der subdominant alles mit sich machen lässt, bis zu einem gewissen Punkt.
Ich finde es nicht ehrlich, dem "Betrüger" nun alle "Schuld" in die Schuhe zu schieben. Oder gar der dritten, außen stehenden Person.
Subjektiv betrachtet ist es für den "verlierenden" Part natürlich ganz einfach zu sagen, der andere / die anderen beiden haben "Schuld". Denn das verhindert ja, den eigenen Anteil an der ganzen Geschichte - so hart wie dieser nun mal auch sein mag - zu sehen.
Viele Menschen haben auch die Fähigkeit zur klaren Kommunikation verloren. Sie hören nicht mehr zu, führen Beziehungen oft virtuell (Whats App ist ein Beziehungskiller!) und haben auch keine Geduld mehr. Geiz ist gut und Egoismus haben auch in den menschlichen Bereichen einen zu großen Stellenwert bekommen.
Jemanden zu vertrauen, ist ein großes Geschenk. Sich selbst zu erkennen, eigene Probleme angehen und an diesen zu wachsen, auch ein Scheitern zugeben zu können - das nenne ich Größe.