Zitat von Tomte38:Ich möchte mal einen neuen Thread aufmachen. Mal schauen wann hier deswegen wieder gemeckert wird. Die meisten kennen das ja wahrscheinlich auch. Morgens wacht man total deprimiert auf, kann sich Tagsüber gut beschäftigen und dann am Abend geht's wieder los genau wie am Wochenende. Man weiß nichts mit sich anzufangen und trauert dem Ex - Partner nur noch hinterher. Als wäre es nicht schlimm genug verlassen worden zu sein,nein man steht plötzlich allein da und hat keine oder nur sehr wenige Sozialkontakte. Zum Ex wegen Kontaktsperre eh nicht , Freunde hat man auch nicht ...
Ich weiß nicht, ob Dir mein Beitrag hilft, aber ich hatte vor genau 10 Jahren den Liebeskummer meines Lebens durch eine energiezehrende On-Off-Beziehung mit einem Bilderbuchnarzissten. Ich habe mich selbst völlig verloren, Freunde wandten sich nach und nach ab und vor meiner Familie und sogar den Ärzten habe ich mich (noch) zu sehr geschämt mich zu öffnen.
Der klassischen Abend am Wochenende, allein in einer kleinen Stadtwohnung, ganz nah am Leben, war purer Horror. Ich fühlte mich Elend, einsam und mutterseelenallein. Ich konnte mich mit nichts befassen, wusste nichts mit mir anzufangen und konnte weder Filme, noch Bücher, noch Musik genießen. Und ständig der Blick aufs Handy, ob er sich nicht vielleicht doch nochmal meldet. Ich war so am Ende, dass ich mich kaum raus vor die Tür traute, etwa zum Einkaufen oder auch nur den Müll runterbringen. Und ja, es gab diese gewissen Abende über fast ein halbes hinweg recht häufig.
Wenn dann wirklich nichts mehr half und die innere Unruhe mich fast wahnsinnig gemacht hat, dann hatte ich einen letzten Trick auf Lager, der (wichtig!) offiziell natürlich nicht zu empfehlen ist, aber dennoch für mich damals oft die bestmögliche kurzfristige Rettung bedeutete:
Die DPRZ-Nacht. DPRZ steht für:
-Domian
-Puzzle
-Rotwein
Zig.
Das bedeutete, ich habe mich für ein oder auch zwei Nächte mit Rotwein und Zig. eingedeckt, mir auf YouTube eine Endlosplaylist von Domians Talkradio angestellt und einfach den Abend und die Nacht durchgepuzzelt. Idealerweise die großen 1500er oder 2000er Puzzle. Der Wein und das Nikotin haben mich körperlich entspannt, meine Gedanken folgten lose den Geschichten der Anrufer und meine Aufmerksamkeit war von den Formen, Farben und Strukturen des Puzzles abgelenkt. Die Zeit verflog so in rasender Geschwindigkeit und ich wurde ohne Gedankenkreise irgendwann müde und schlief lang und tief.
Vielleicht findest Du eine eigene Kombination von Bausteinen, die dir in solchen Fällen hilft. Und idealerweise kommst Du ohne Genuß/Rauschmittel aus.
Viele Grüße,
Maria