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Nach Beziehung überfordert auf dem Singlemarkt

Blanca

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Zitat von bardon:
Kennenlernen kann man sich nur über Gespräche

Früher lief das ungefähr so:


Und je älter ich werde, desto sympathischer wird mir das. Deshalb wird man mich auf Plattformen wie Tinder & Co. auch niemals finden.

Aber jedem Tierchen sein Pläsierchen.

Ach übrigens:
Ist Euch mal aufgefallen, daß TE @Calin sich hier gar nicht mehr beteiligt, an diesem seinen Thread? Er war seit dem 30.09.2020 nicht mal mehr im Forum eingeloggt... aber schön, daß wenigstens wir mal drüber geredet haben.

03.10.2020 12:42 • x 2 #16


bardon


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Zitat von Blanca:

Ach übrigens: Ist Euch mal aufgefallen, daß der TE sich hier gar nicht mehr beteiligt, an diesem seinen Thread?


Ja, da wären wir wieder beim Kommunikationsdefizit. Vermutlich ist er wieder auf Tinder aktiv.

Ich bin auf diesen Portalen nicht aktiv und habe sie vor Jahren für wenige Tage getestet, das hat mir gereicht. Ich will es nicht verurteilen, aber nehme trotzdem gefühlsmäßig Abstand von Frauen, von denen ich weiß, dass sie da aktiv sind und es nutzen im Sinne von Dates, ONS und Co. Da braucht es dann schon Überzeugungsarbeit, dass ich trotzdem weiterhin interessiert bin, häufig entscheide ich für mich dann, dass das wohl doch eine unterschiedliche Basisvorstellung ist und meistens bewahrheitet es sich auch, dass diejenigen das, was mir wichtig ist, sehr viel lockerer sehen und das Kennenlernen auch so kennen, dass man halt recht schnell in die Kiste steigt.

Subjektiv hab ich das Gefühl, dass das zunimmt und es immer exotischer wird, wenn man wirklich jemanden kennenlernen möchte und "interessiert" ist, wie der andere so eingestellt ist und tickt. Dass das jetzt auch noch unseriös rüberkommen soll, wenn man nicht sofort ins Bett will mit jemandem, erschreckt mich ein weiteres Mal.

03.10.2020 12:50 • x 2 #17



Nach Beziehung überfordert auf dem Singlemarkt

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Blanca

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Die Herangehensweise beim Daten kommt wohl auch auf die individuellen Erfahrungen an, die jeder im Lauf seines Lebens gemacht hat.

Ist jetzt 22 Jahre her, da erzählte mir eine damalige Bekannte, sie sei monatelang schwer in jemand verknallt gewesen. Die beiden waren über eine Freizeitgruppe etwas näher miteinander in Kontakt gekommen, hatten sich dann auch immer mal wieder nur zu zweit getroffen und einiges zusammen unternommen, aber es blieb stets rein platonisch. Bis er es irgendwann merkte - wohl auch, weil sie ihm zu anhänglich geworden war - und ihr dann übers Telefon in deutlichen Worten mitteilte, daß er keine Beziehung mit ihr wolle (eine Affaire stand per se nicht zur Debatte) und deshalb jetzt auch den Kontakt beende, eine Freundschaft gehe für ihn so nicht.

Sie rief mich damals heulend an und meinte, ab sofort wolle sie mit neuen Männern in ihrem Leben immer "erst mal 'ne heiße Nacht mit jemand erleben", ehe sie sich überhaupt auf so jemand einlasse, etc. pp.

Ich empfand ihre erste Form des "Kennenlernens" (über klammheimliche Erwartungen, statt dem Ganzen zumindest eine klare Richtung zu geben) schon damals als ebenso verkehrt wie die nun für künftige Kandidaten gewählte, aber wie gesagt: Jedem Tierchen sein Pläsierchen. Die Reaktion des Mannes (ich selbst kannte ihn überhaupt nicht) fand ich wiederum überaus anständig; heutzutagen würden die meisten aber wohl vermutlich erst noch einen ONS bzw. eine flotte Affaire mitnehmen, nur um der Frau dann eh dieselbe Ansage zu machen.

Mir scheint, daß sich hier auch ein großer Generationsunterschied auftut. Die Millenials sind eindeutig anders geprägt als unsereiner, die wir noch die coolen 1980ies erleben durften, wo man zwar verglichen zur Kriegsgeneration vor uns schon relativ locker drauf, aber noch nicht so internet-berieselt war.

03.10.2020 13:02 • x 2 #18


Blanca

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Ich will damit übrigens nicht gesagt haben, daß es in den 1980ies nicht auch schon flottere Formen des Kennenlernens gab. Mir fällt dazu immer diese Szene (ab 0:13) aus "Miami Vice" ein:


Der letzte Satz spricht dann aber auch Bände, was den Kennenlernfaktor betrifft.

03.10.2020 13:22 • #19


Sentimentalo

Sentimentalo


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Zitat von Blanca:
Früher lief das ungefähr so:


Hi Blanka, danke für den sinnlichen Beitrag,
schön war die Zeit, schön war die Zeit;-)

Ähnlich war es auf meinem Singlestammtisch in den Neunzigern...auch Marktbegehung bzw. Fleischbeschau aber ohne Lupara!

Du hast den Paradigmenwechsel weiter unten wieder treffend beschrieben: die Milenials machen es halt smarter wie bei der Heizungssteuerung....

Schönen Tag!

03.10.2020 13:33 • x 2 #20


NurBen


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Zitat von bardon:
aber Sympathie und Attraktivität sagen halt rein garnichts über eine gemeinsame Lebenseinstellung oder Basis für eine Beziehung aus.

Naja, was interessiert mich ihre Lebenseinstellung, wenn ich sie weder sympathisch noch attraktiv finde!? Eigentlich überhaupt nicht. Die "Basis" muss sich erst finden.

Zitat von bardon:
das ist halt das typische Tinder Prinzip: Erstmal ins Bett und dann schauen ob man sich den Namen am nächsten Tag noch gemerkt hat.

So extrem ist es auch wieder nicht. Ich gehe da nach Gefühl, warum sollte ich mich künstlich zurückhalten, wenn ich sie will.

Zitat von bardon:
Deiner Darstellung nach muss es ja zwangsläufig gelogen sein, wenn man nicht erstmals ins Bett will (als Mann) sondern wirklich jemanden kennenlernen möchte.

Darum habe ich ja auch gesagt, dass man einfach dementsprechend handelt und es eben nicht thematisiert.
Wenn die Frau bei den ersten Treffen sowas hört wie: "Ich bin nicht an Kurzgeschichten interessiert / Mir geht es nicht um 6."
Dann nimmt das keine Frau ernst.

Zitat von bardon:
Also ich finde, es ist legitim die Bremse in einem Kennenlernprozess zu ziehen.

Ganz klar. Wenn es dir zu schnell geht, nimm die Geschwindigkeit raus.
Kann aber natürlich auch als Desinteresse interpretiert werden.

Zitat von bardon:
Und ich würde nicht hinter jeder Aussage einer Bekanntschaft bzw. jemandem den ich kennenlerne, sofort eine Lüge, Masche oder sonst was hinein interpretieren.

Naja, auf Tinder hat gefühlt jede 2te Frau "Kein ONS/F+" drin stehen.
Die sind meistens die ersten, die das Höschen fallen lassen.

Zitat von bardon:
Ich bin der Meinung, "echtes Kennenlernen" funktioniert nicht über ein Date im Sinne der typischen Onlineportale, echtes klassisches Kennenlernen funktioniert halt immer noch über Arbeitsplatz (was ich nicht empfehlen würde) oder Begegnungen über Hobbys, Freunde und Co.

Da will ich dir auch gar nicht widersprechen. Der entscheidende Punkt ist, dass da eben nicht das "Dating" im Vordergrund steht.
Wenn man mit einer Arbeitskollegin ausgeht, KENNT man sie in der Regel ja schon, bevor es in die Datingphase geht.

Zitat von bardon:
Kennenlernen im Sinne von, ich lerne jemanden kennen ohne sofort die Absicht zu haben ins Bett zu gehen

Wenn du eine Frau datest, weiß sie, dass du 6uelles Interesse an ihr hast.
Warum sollte z.B. ich auch eine Frau daten, an der ich keines hab.
Eine Frau weiß in der Regel relativ schnell ob du als "Liebhaber" in Frage kommst oder nicht. Und wenn nicht, dann hilft die Kennenlernerei auch nichts.

03.10.2020 13:35 • #21


Blanca

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Zitat von NurBen:
Eine Frau weiß in der Regel relativ schnell ob du als "Liebhaber" in Frage kommst oder nicht.

Sowas kann sich auch entwickeln. Und das sollte es auch dürfen - es sei denn, man ist wirklich nur auf sowas aus. Dann wäre es natürlich Zeitverschwendung, allerdings für beide Seiten. Da stimmt ja schon der Rahmen ggfs. nicht.

03.10.2020 13:39 • #22


bardon


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@nurben: Ich versehe schon, was du schreibst.

Ich denke, die "Natur" der Menschen regelt das häufig von selbst, in der Form, dass zwei Menschen, die schon in der Kennenlernphase komplett andere Vorstellung vom Kennenlernen selbst haben, garnicht erst zusammen finden, was auch ganz gut ist. Ich selbst bin auch eher jemand, der mit jemandem wirklich warm werden muss, bis ich ihn nach hause einlade, bis ich nächste Schritte gehe, aber dann ist es auch so, dass ich nicht mehrgleisig hier Tinder, da Facebook mehrere Mädels am Start habe, sondern mich auf DIE Frau konzentriere, was nicht gleichbedeutend ist mit klammern, das kann dann halt mal 1-2 Monate dauern, irgendwann stellt man entweder fest, man geht die nächsten Schritte und dann geht man sie gemeinsam oder man lässt es bleiben.

Ich habe es oft erlebt, dass die Frauen abgesprungen sind, dann war das gut, aber ich wäre auch nicht bereit und gewillt gewesen, Tempo zu erhöhen. Umgekehrt ist es für mich bei anderer Vorgehensweise auch kein Wunder, dass die ein oder andere auf beachtliche 6kontakte kam - klar, wenn ich jedes Mädel erstmal "geprüft" hätte, das ich kennengelernt habe.....kann ich für mich aber nicht vertreten und ich bin ganz froh, es nicht zu "brauchen".

Also ich glaube die goldene Mitte findet man, wenns passt, ich hab sie schon häufig gefunden und sogar eher gemerkt, dass es Frauen, die es ernst meinen, ganz recht ist, wenn man nicht nach dem zweiten Treffen über irgendwelche Vorlieben spricht.

Ich hatte schon beides, meistens hielt es nicht sonderlich lang, wenns zu früh zur Sache ging, im Nachgang dachte ich da oft, oh man, das hätte ich mir sparen können, das hat doch so garnicht gepasst und so war es auch immer.

Allerdings führt meist das andere Extrem wirklich in die Friendzone, wenn man monatelang rum eiert und eigentlich keiner von beiden oder mindestens einer so recht keine Lust auf den anderen hat, ist manchmal der Käs auch gegessen und entweder man bleibt befreundet, was schwer wird, wenn einer von beiden mehr möchte oder man geht auseinander. Bei mir ging man dann dezent auseinander, ich habe keine weiblichen engen Kontakte, das funktioniert bei mir leider nicht, weil Frauen entweder glauben sich ständig distanzieren zu müssen oder sinnlos mit mir Zeit zu vergeuden, beides nicht schön.

04.10.2020 11:38 • x 1 #23


Blanca

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Du schreibst mir aus der Seele, @bardon . Danke für diesen Beitrag.

04.10.2020 11:40 • #24


NurBen


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Zitat von bardon:
Also ich glaube die goldene Mitte findet man, wenns passt, ich hab sie schon häufig gefunden und sogar eher gemerkt, dass es Frauen, die es ernst meinen, ganz recht ist, wenn man nicht nach dem zweiten Treffen über irgendwelche Vorlieben spricht.

Da stimme ich dir komplett zu. Man muss sich da in der Mitte treffen und es müssen sich beide dabei wohlfühlen.
Jeder hat seinen Toleranzbereich. Ich erwarte nicht, dass eine Frau beim ersten Treffen mit mir in die Kiste springt.
Wenn aber das 5te Treffen immer noch "außerhalb" stattfindet, verliere ich das Interesse und stelle natürlich auch ihr Interesse in Frage.

Zitat von bardon:
sondern mich auf DIE Frau konzentriere, was nicht gleichbedeutend ist mit klammern, das kann dann halt mal 1-2 Monate dauern

Ab einen gewissen Zeitpunkt kann man das ja auch. Aber nur weil ich mit einer Frau ein Date habe, verabschiede ich mich ja nicht von den 4 Anderen, die ich auch gerne kennenlernen möchte.

04.10.2020 11:56 • #25


Blanca

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Zitat von NurBen:
Wenn aber das 5te Treffen immer noch "außerhalb" stattfindet, verliere ich das Interesse und stelle natürlich auch ihr Interesse in Frage.

Du kannst das handhaben, wie Dir beliebt.

Was mich betrifft, ich möchte jemand erst außerhalb kennenlernen, ehe ich ihn in meine Wohnung bitte - nur um dann urplötzlich seine Maske fallen zu sehen.

Vor Gericht wird es schwer zu beweisen, daß man vergewaltigt worden ist, wenn dies in der eigenen Wohnung stattgefunden hat. Da wird gern mal behauptet, man sei doch mit allem einverstanden gewesen. In der Tat signalisiert man das ja auch, wenn man ihn ins eigene Zuhause mitnimmt - bzw. es wird halt gern so interpretiert. Da verschiebt sich dann einfach etwas in Richtung Frau, das sie so (noch) nicht will.

Und Zeugen sind in solchen Momenten ja nun mal meist nicht vor Ort anwesend, selbst wenn man im Augenblick der Fälle klar "nein" gesagt oder geschrien haben sollte. Im Zweifel für den Angeklagten...

Letztlich ist jemand, der einem 5x begegnet ist, noch ein völlig Fremder - trotz aller schönen Worte und Gesten, und auch bei aller Sympathie. Ted Bundy soll übrigens ein überaus charmanter Typ gewesen sein...

04.10.2020 11:59 • x 2 #26


Blanca

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Zitat von Blanca:
Da verschiebt sich dann einfach etwas in Richtung Frau, das sie so (noch) nicht will.

ich korrigiere diesen Satz, um es klarer zu machen:

"Da verschiebt sich die Notwendigkeit für ein etwaiges Rechtfertigen in Richtung einer Frau, die das so (noch) nicht will."

04.10.2020 12:10 • #27


NurBen


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Zitat von Blanca:
Was mich betrifft, ich möchte jemand erst außerhalb kennenlernen, ehe ich ihn in meine Wohnung bitte - nur um dann urplötzlich seine Maske fallen zu sehen.

Das sollte auch selbstverständlich sein.

Zitat von Blanca:
Letztlich ist jemand, der einem 5x begegnet ist, noch ein völlig Fremder - trotz aller schönen Worte und Gesten, und auch bei aller Sympathie. Ted Bundy soll übrigens ein überaus charmanter Typ gewesen sein...

Davor ist niemand sicher. Da helfen auch keine 10 Treffen.
Meine Erfahrung ist das 2te oder 3te Treffen. Dann wird es privater. Das ist auch ungefähr mein Tempo.
Schließlich schreibt und telefoniert man zwischendurch auch noch.
Und da muss ich mir auch nichts vormachen. Wenn man 5 Treffen nicht zu Hause landet, ist es gewiss nicht die Angst, dass ich ein Vergewaltiger bin, sondern weil sie schlicht und einfach keine Anziehung spürt.
Und selbst wenn, ist es einfach nicht mein Tempo. Dieses wochenlange rumgeeier ist einfach nicht meins.

04.10.2020 13:16 • x 1 #28


bardon


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@bianca: Es irritiert mich immer wieder, wie penibel viele den Datenschutz sehen und wie offenherzig dann nach ersten oder zweiten Treffen in die eigene Wohnung eingeladen wird. Ich habe damit ein großes Problem und würde mich auch nicht überrennen lassen. Ich hätte auch keine Lust, vor diesem Besuch sämtliche Sachen, Papiere und Co weg zu schließen und wer nicht gerade eine große Wohnung oder Haus sein Eigen nennt, hat eben auch vieles "griffbereit". All das ..... nein Danke, und das sage ich als Mann!

Trifft man sich (außerhalb) spricht man ja nicht nur über sich, sondern natürlich auch andere Themen, damit will ich sagen, ich würde mir nicht anmaßen, dass ich jemanden "kenne" nach wenigen Treffen, ich kannte meine Ex nach einem Jahr nicht einmal, würde ich behaupten, manche Menschen kennt man früher oder später, es gibt heute mehr denn je, die es schaffen, Fassaden aufzubauen oder sich gut zu verstellen. Das ist genau der Grund, wieso ich Menschen gern in realer Umgebung mit realem Verhalten kennenlerne. Auch wenn ich von Arbeitsplatzbeziehungen genug habe und abrate, man lernt dort halt wirklich super jemanden kennen. Auch wenn es hier Ausnahmen gibt, die es schaffen, sich 8 Stunden pro Tag zu verstellen, lernt man sie besser kennen, als ich nach ein paar Treffen.

Da heute ja offenbar keiner mehr Zeit hat, wird das natürlich anders gesehen, 2-3 Treffen und dann muss da was passieren, quasi da muss was bei raus kommen, sonst ist es nicht effektiv. Effektiv ist es nur, wenn man auf seine Kosten kommt, so kommt es mir vor, und wer nicht zack zack zu haben ist, der ist uninteressant, das hat sich gedreht. Früher als ich noch jünger war, waren eher die Menschen interessant, die eben nicht sofort zu haben waren, sondern die man "erobern" oder eben kennenlernen musste.

Man ist da heute eher Exot, wenn man durchaus mal jemanden treffen kann, ohne dass man sofort im Bett landen muss.

Ich kenne zwar mehr Männer, die keine Lust haben auf wochenlanges Kennenlernen, aber auch immer mehr Frauen. Je jünger (Kinderplanung), desto mehr verstehe ich es auch, dass man recht schnell einschätzen muss, wie effektiv das Treffen ist. Es ist ein bisschen wie im provisionsorientierten Verkauf, der Verkäufer prüft mit gezielten Fragen und merkt er, dass hier nichts zu verdienen ist, stellt er seinen Dienst ein und geht weiter, das verstehe ich......in Sachen Beziehungen verstehe ich es eher weniger.

Das ganze sollte man nicht verwechseln mit Treffen ohne Sinn und Verstand, wenn man merkt, der/die Gegenüber ist total unattraktiv und gefällt nicht und langweilt einen sowieso. Dann erübrigt sich das Kennenlernen logischerweise. Aber ich glaube es gibt Menschen, die auch mit der Zeit erst attraktiver werden, mir geht es jedenfalls so. Wenn sie nicht grundsätzlich total "nicht" mein Typ sind, dann lernt man sich über Gespräche kennen und oft ist es so, dass man dann sogar überrascht wird. Oh, man hat gleiche Ideen, gleiche Vorstellungen und vieles mehr.......und dann ist es mir auch wurscht, ob die Frau blond, schwarz, brunett oder was weiß denn ich ist. Wenn grundsätzliches stimmt, also ich irgendwas "interessant" finde, hat das dann sogar oft mehr Haltbarkeit als ein erster "Wow" Blick, der sich als Flopp entpuppt, sobald man nur Hallo gesagt hat. Und sowas kann ich nicht nach 2 Treffen beurteilen, nicht immer jedenfalls.

04.10.2020 13:32 • x 2 #29


Blanca

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Zitat von bardon:
2-3 Treffen und dann muss da was passieren, quasi da muss was bei raus kommen, sonst ist es nicht effektiv.

Diese Eile habe ich ehrlich gesagt nie verstanden. Allerdings lassen erkennbar viele Menschen heutzutage auch in anderen Lebensbereichen (z.B. Freizeitgestaltung mit platonischen Freunden oder Bekannten) einen Habitus heraushängen, wie man ihn sonst nur aus dem Geschäftsleben kennt, etwa wenn man versucht, telefonisch einen Termin beim Vorstand von der Sekretärin zu bekommen und die dann sofort darauf hinweist, der könne aber dann auch keine Minute länger dauern als geplant, weil seine Zeit fürs Unternehmen bares Geld und dann im übrigen auch noch x andere Leute an der Reihe seien.

Ich weiß nicht, wie jemand dazu kommt, sich und sein Privatleben dermaßen wichtig zu nehmen, daß er selbst Freunde und Bekannte auffordert, sich bei ihm im Google-Kalender einzutragen, um ein Treffen fürs Wochenende arrangieren zu können. Oder sie bis zur letzten Sekunde mit "laß uns nochmal darüber telefonieren" hinzuhalten, nur um sich dann einfach nicht mehr zu melden bzw. erst auf den letzten Drücker mit einer lapidaren SMS mitzuteilen, daß nun doch etwas anderes "dazwischen" gekommen sei. Was ich aber weiß ist, daß ich mit dermaßen eingebildeten Typen nichts zu schaffen haben will und sie deshalb in meinem privaten Leben meide wie die Pest.

Insofern fände ich es jetzt auch gar nicht mal so schlimm, wenn jemand beim 3. Treffen auf der US-Datingregel besteht. Denn auch für mich wäre damit bereits zu einem recht frühen Zeitpunkt sonnenklar, daß wir vollkommen inkompatibel sind.

Das spart dann nicht nur ihm, sondern auch mir eine Menge Zeit - die ich mir ansonsten allerdings durchaus genommen hätte, um ihn wirklich näher kennenzulernen, ehe es dann - vielleicht - auch zu Intimitäten kommt.

Well... tough luck.

Zitat von bardon:
Effektiv ist es nur, wenn man auf seine Kosten kommt

Wenn 6 alles ist, was man an "Kosten" erstattet haben will, dann mag das wohl sogar zutreffend sein.

Ich persönlich - und offenbar auch Du - haben da etwas höher gesteckte Erwartungen, deshalb sind wir auch nicht so leicht zu überzeugen.

Bei meiner (emotionalen) Zielsetzung wäre es übrigens extrem ineffizient, immer wieder mit irgendwelchen Kurzbekanntschaften ins Bett zu steigen und mich auf diese Weise auch emotional auf Dauer zu verbrauchen. Denn spurlos gehen solche Begegnungen zumindest an mir nun mal nicht vorbei. Bin ich mir zu schade für. Zudem würde die Sorte Mann, die mich interessiert, sich wohl ziemlich vor mir ekeln, wenn sie davon etwas mitbekäme - so wie ich mich vor ihnen im umgekehrten Fall halt auch.

04.10.2020 13:51 • x 2 #30



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