Calin
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Meine Erfahrungen in Sachen Beziehungen sind recht begrenzt. Ich bin eigentlich immer eher Einzelkämpfer gewesen, auch in meinen Jobs im Vertrieb viel unterwegs, so dass sich Beziehungen schwer haben vereinbaren lassen, da mir die wenige Freizeit dann wichtiger für Sport war. Nachdem ich eine Beziehung über viele Jahre hatte, die sich wie Kaugummi zog und am Ende im geschwisterähnlichen Gefühl auseinanderging, also man fand nicht auf partnerschaftlicher Ebene zusammen, habe ich auch keine aktive Bemühungen mehr unternommen, da ich keine Lust auf Affären, ONS oder irgend einem Kram hatte, wo ich nicht das Gefühl hatte, dass es haltbar und tiefgründig ist. Die wenige Zeit, die ich hatte, habe ich für mich genutzt und auch nie das Gefühl, dass mir etwas fehlt.
Mein Motto war immer, lass einfach passieren, wenn du dich verliebst, bleib dran. Aber ich hielt irgendwann nicht mehr viel davon, einfach ansprechen und schauen "ob" man sich verliebt, nein - ich hielt es dann so, ob von vornherein etwas Bestimmtes da ist oder nicht.
Letztes Jahr lernte ich jemanden kennen, wo ich heute sagen kann, das ist für mich echtes Kennenlernen, wir trafen uns 2-3 x die Woche, redeten viel und kochten und machten alles mögliche, ohne dass man schon in einer Beziehung war. Die Frau war aber auch nicht angewiesen auf eine Beziehung, hatte nichts nebenbei am Start und war auch nicht auf Portalen nebenbei noch unterwegs, was ich heute häufig erlebe.
Ich kann sagen, Wochen später dann wagte sich einer von beiden auch, es auszudrücken. Die gute Dame war etwas älter als ich und das mochte ich auch, sie war ruhiger und nicht sprunghaft. Trotzdem passte einiges nicht - anderes Thema -, ich war dann wieder im Vertrieb eingesetzt und viel unterwegs, ich stand ständig beruflich unter Strom, die Firma war schon vor Corona kurz vorm Bankrott. Ab dem Lockdown verloren wir alle unsere Jobs, die Beziehung kann man sagen, lief vorher schon gegen die Wand, da ich einfach kaum Zeit hatte, und sie mir auch nicht nehmen konnte - hatte ich Zeit, hatte ich keinen freien Kopf, das war schon ein wenig problematisch. Die wenige Zeit verbrachten wir zwar zusammen, aber es war eher gehetzt und getrieben.
Im Nachhinein ist es schade, dass es zu Bruch ging, damals war ich mir der Qualität der Beziehung sicher nicht bewusst, die Zeit ohne Job ließ mich dann erstmal nachdenken, ich hatte gute drei Monate Pause und viel Zeit.
Im Sommer ging es dann beruflich weiter - zum Glück, ich hatte endlich was im Innendienst erwischt und kam beruflich zumindest etwas zur Ruhe, mal von der stressigen Einarbeitung abgesehen. Mich beschäftigte das Thema Beziehungen plötzlich aber wieder mehr als ich wollte.
Plötzlich taten sich mehr Möglichkeiten auf als mir lieb waren, da war meine Schwester, die mir plötzlich jede Menge Kontakte anschleppte, die auch allesamt sehr nett waren, dann über den Job, früher nur unterwegs, war man jetzt zusammen mit vielen Leuten, die wiederum Leute kannten, man kommt ins Gespräch. Dann habe ich über den Sport einige Kontakte aufgetan, allerdings von meiner Seite aus nicht um jemanden Kennenzulernen, sondern einfach um mit Leuten ins Gespräch zu kommen, mir fehlte das nach drei Monaten Isolation. Ich glaube aber meine Kontaktaufnahmen wurden auch häufig eher als Flirten verstanden.
Ich bin recht aufgeschlossen, allerdings nicht für Spaß in diesem Sinne zu haben, das ist nie meine Welt gewesen.
Ich merke, dass mir Erfahrung fehlt, neulich war ich mit einer dieser Frauen mal zusammen spazieren, irgendwie kam das Thema 6 und so weiter recht schnell auf. Die Frau war vorher für mich recht interessant, ich muss allerdings sagen, das Interesse begann zu schwinden, als sie sehr forsch wurde, und ich das Gefühl hatte, ok - jetzt beim 2. oder 3. Treffen muss hier was passieren? Ich habe ihr das auch signalisiert, woraufhin sie im Nachgang per WA noch ihr Unverständnis mitteilte, aber dann auch recht schnell den Kontakt abbrach.
Diese Erlebnisse in abgewandelter Form hatte ich sicher zwei, drei Mal, dass ich immer das Gefühl hatte, man trifft sich, aber beim dritten Mal wird eine gewisse Erwartungshaltung an den Tag gelegt - das merkt man einfach. .Küssen, oder eben 6. Das nervt mich etwas, denn je mehr ich das Gefühl habe, dass um mich herum niemand wirklich am Kennenlernen interessiert scheint, desto mehr positive Erinnerungen verdrängen die negativen Erinnerungen an meine Ex. Und ich erwische mich, wie ich mir die Beziehung von letztem Jahr schön denke, was sie nicht war, dazu gab es auch bei uns zuviele Differenzen und ich der Realität vor mir immer verschlossener begegne, wenn ich mehr und mehr das Gefühl habe, man kann sich kaum mehr richtig kennenlernen, weil gefühlt keiner dazu mehr Lust und Zeit hat.
Auch wenn ich so ins Gespräch komme, geht es recht schnell, als hätte man keine Zeit zu verlieren, nach zwei oder drei Treffen wird das Thema Beziehung formuliert, Ideen und Erwartungen, auch sehr speziell. Dazu muss ich sagen, sind die meisten Frauen in einem Alter, in dem das Thema "Kinder" und "Familie gründen" schon vorbei ist.
Damit bin ich muss ich sagen, überfordert, da ich mich unter Druck gesetzt fühle.
Ich frage mich, ob das normal ist oder nicht? Ich habe es nun mit vielen dieser Kontakte, die man so offen hatte, gehandhabt, dass ich es wirklich teils habe einschlafen lassen oder auch Treffen mit Ausreden abgesagt habe. Ich merke dann oft, ich bevorzuge es, ins Studio zu gehen oder Sport zu machen, mich anderweitig um mich zu kümmern, als mich in irgendwelchen Treffen unterschwelligem Druck ausgesetzt zu fühlen.
Ich glaube, ich bin nach 2 gescheiterten Beziehungen, einer fast 8 Jahre dauernden, aber vor über drei Jahren schon vorbei und einer knapp 2 Jahre dauernden, schon nicht mehr up to date am Single Markt.
Ein Freund von mir sagt: Stell dich nicht so an, probier doch mal rum, aber das entspricht eben nicht meinem Naturell und andererseits denke ich einfach: War halt nicht die richtige Frau dabei, die ernste Absichten hat. Klar kann sich etwas ernsthaftes entwickeln, aber meiner Auffassung nach sollte der Schritt 6 nicht vor Schritt 3 kommen, im wahrhaften Sinne.
Richtig wählen, aussortieren, fällt mir wirklich schwer, häufig habe ich das Gefühl, jeder Kontakt ist Zeitverschwendung, denn auf echtes Kennenlernen ist ohnehin niemand mehr aus.
Hätte gerne mal Erfahrungsaustausch mit frei gewordenen Männern, die sich auf dem Markt bewegen, ob das einfach nur eine zufällige Erfahrung war oder ob ich mit meiner Einstellung richtig fahre.
