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Ich verstehe, deine Vorbehalte absolut. Meine Frage wäre aber, kann es sein, dass hier eine Beziehung an das Ende ihrer ersten Phase gekommen ist und jetzt im Raum steht, bricht sie ab oder geht sie in Phase zwei, indem Dinge auf den Tisch gebracht und besprochen werden, die vorher nicht relevant waren, weil sie die Beziehung bislang nicht beeinträchtigt haben?
Sabine beschreibt die Beziehung als innig, körperlich und für beide als einen Ruhepol. Das kann in der ersten Phase der Liebe durchaus typisch sein. Dazu passt, dass beide sich ihre Unabhängigkeit bewahrt haben und auch ihre Verantwortung für die Kinder jeweils separat übernommen haben.
Mein erster Gedanke beim Lesen des Eingangsbeitrags war, dass es Sabine im Urlaub plötzlich nicht mehr so gereicht hat, wie die Beziehung bislang war. Dass sie eigentlich gerne mehr Nähe und Zeit füreinander gehabt hätte, die es aber nicht gab. Ich könnte mir vorstellen, dass das Verhalten des Jungen nur ein Katalysator war. Vielleicht hat sie ihn deshalb sehr kritisch und, damit hast du sehr recht, ungerecht, gesehen und behandelt. Sie könnte für sich noch einmal Revue passieren lassen, ob der Frust tatsächlich das Verhalten des Jungen war. Was sein kann, denn im Urlaub hofft man sich zu erholen und das eigene Tempo zu leben. Oder ob es indirekt der Frust über die mangelnde freiwillige Zuneigung des Partners war. Das wäre für mich die zentrale Frage, denn sie würde bestimmen, warum der Knall passiert ist.
War es tatsächlich das Verhalten des Kindes, könnte Sabine noch einmal über ihre Ruhebedürftigkeit nachdenken, ihren aktuellen und langfristigen Stress und ob der Partner die hauptsächliche Rolle hatte, ihr Ruhe und eine Zuflucht zu schaffen. Oder hat sie gespürt, dass der Partner seine letzten Türen für sie nie öffnen wird und ihr Wunsch, die Beziehung auf eine andere, festere, Ebene zu bringen unerfüllt bleibt? Das könnte ihre Reaktion erklären. Wer sich zurückzieht, weil er merkt, dass die andere Seite sich bereits zurückzieht, möchte oft dem Verlassen-werden zuvorkommen.
Diese zwei Punkte würde ich mir an Sabines Stelle noch einmal analysieren.