Nalf
Mitglied
- Beiträge:
- 1960
- Danke erhalten:
- 7262
- Mitglied seit:
Zitat von Sincerite:Ich kenne eine Frau, welche eine schwere Ehe hatte und ihr Mann ihren Sohn zusammen geschlagen hat und sie nicht den Mut hatte, dazwischen zu gehen und auch nicht ,sich früher zu trennen. Ihre Schuldgefühle führten dazu dass der Sohn sie immer wieder um Geld bat und sie dem nachgab, um ihre Schuldgefühle zu mindern.
Den Gedanken hatte ich auch.
Und dass ein Zusammenziehen in unterschiedlichen Kulturen unterschiedliches bedeutet.
Zitat von wkg14193:Ihr geht es gesundheitlich nicht gut und sie hat mich angefleht, sie in dieser Situation nicht alleine zu lassen. Ich bin bereit ihr zu helfen bis die Ärzte sie wieder aufgepäppelt haben und sie wieder für sich selbst sorgen kann.
In meiner (urdeutschen) Kultur ist z.B. sowas undenkbar. Wenn ich mit jemandem seit 3 Jahren zusammen bin und zusammen ziehen will, muss derjenige mich nicht anflehen, mich an seiner Heilung zu beteiligen. Das wäre in jedem Fall ein gemeinsames Anliegen.
Aber andere hier denken, dass man zusammen ziehen kann wie in einer WG mit getrennten Kassen und quasi daneben noch eine Paarbeziehung führt. Da ich etwas Kontakt zu französisch-sprachigen Afrikanischen Ländern habe, wäre mir dort ein solches Konstrukt nicht bekannt. Junge Leute können heute in manchen Ländern schon vor der Ehe zusammen ziehen. Aber das Zusammenwachsen als Familie ist dann immer noch das Ziel. Und die Hausarbeit wird auch da noch nach Geschlechtern unterteilt. Und da ist es dann eben keine WG mehr.
Ich habe nach wie vor den Eindruck, dass da zwei Menschen unterschiedliche Erwartungen an den anderen haben und daher ein anderes Empfinden für das, was sich eigentlich gehört.
Mal von den kontinental unterschiedlichen Erwartungen entfernt: Wenn ich einen Job und eine darauf basierende, schon seit 10 Jahren unabhängige Aufenthaltsberechtigung hätte, die Familienphase abgeschlossen ist, gibt es eigentlich keinen Grund, sich mehr Haushaltsarbeit aufzubürden, ohne finanziell vom besseren Einkommen des Partners zu profitieren. Würde man andersrum ja auch nicht machen.
Die Frau hat durch ihre Fähigkeit, das Leben für den Partner angenehmer zu gestalten, einen Wert, ganz unabhängig von Liebe etc. Und der TE hat durch sein höheres Einkommen eine Fähigkeit ihr Leben angenehmer zu gestalten, ganz unabhängig von Liebe etc. Wenn beides gar nicht gewollt ist, ergibt Zusammenziehen für mich keinen Sinn.