Hallo zusammen
Vielen Dank für eure beherzten Beiträge

Leider kam ich aus arbeitstechnischen Gründen diese Woche nicht dazu, zurückzuschreiben
Mir ging es bei den Zeilen von Robert Betz vor allem um den Inhalt - er hat mich wirklich zum Nachdenken und Hinterfragen angeregt und ich weiss, dass viele diese "Optik" nicht verstehen. Das will nicht heissen, dass ich die Affäre meines Partners gutheisse - ich finde es absolut nicht ok, dass er sich nicht an unsere gegenseitige Abmachung hielt. Nichtsdestotrotz habe ich wohl nur durch diesen Vorfall den "Kick in den Allerwertesten" erhalten, welcher bei mir schon lange bitternötig war, damit ich endlich aus meinem "ich muss es allen Recht machen - Modus" herauskomme. Und dies nicht nur auf Beziehungsebene, was ich ja schon einmal hier erwähnt habe. Okey - vielleicht ist es auch etwas typenbedingt, dass ich nicht das alleinige Opfer sein will, reflektiere und vor allem auch immer versuche aus allem das Beste für mich herauszunehmen und daran zu wachsen. Und ich weiss, dass der "Schmerz", welcher der Gedanke an das Geschehene auslöst, immer weniger wird - das Geschehene wird nicht ausradiert, aber ich vertraue darauf, dass ich damit leben kann und wie schon einmal erwähnt, hat mein Partner eine Chance verdient, weil er es mir persönlich gebeichtet hat und nun wirklich hart an sich und unserer Beziehung arbeitet. Abbrechen kann ich immer noch, wenn ich merke, dass sich doch nichts ändert - und diese Gewissheit verleiht mir eine gewisse Ruhe. Ja, langsam werde ich wieder Herr und Meister meines Lebens
Im Zuge meiner Verarbeitung frage ich mich aber doch ernsthaft, ob das "klassische Beziehungsmodell" nicht langsam ausgedient hat? Unsere Gesellschaft gibt Werte vor, welche schlechte Gefühle, etc. auslösen - aber wenn man den Statistiken trauen kann, so geht der grösste Teil unserer Gesellschaft irgendwann einmal im Leben "bekannt". Weshalb erzeugen wir mit unseren Dogmen und Wertvorstellungen so viel Leid - Liebe und 6 sind doch etwas Wundervolles, wenn es gepflegt und vor allem auch zelebriert wird. 6 ist doch ein Grundbedürfnis eines jeden Menschen (resp. Lebewesens) - es hat aber nach wie vor einen schmutzigen Stellenwert in unserer Gesellschaft und es "darf" nur hinter vorgehaltener Hand darüber gesprochen werden (ansonsten wird man sofort als vulgär, etc. abgestempelt). Sind wir wirklich monogam oder ist dies wieder irgend ein Dogma, welches uns eingepflanzt wurde und schlechte Gefühle auslöst, wenn wir an 6 mit jemand anderem denken. Was würde passieren, wenn wir mit dieser Thematik vollkommen offen und ungehemmt umgehen? Fragen über Fragen.
Ich für mich weiss auf alle Fälle, dass ich für mich eine Beziehung, wie ich sie bis anhin hatte (auch vergangene Beziehungen), nicht mehr in Frage kommt
