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Nach Seitensprung Happy End mit Beigeschmack

machtlos

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Zitat von gast37:
Ist schon sehr interessant zu sehen, wieviele Männer die Qualität einer Beziehung an der Häufigkeit des gev bemessen. Da würde ich mir doch mal ein paar weibliche Meinungen zu wünschen...


Und hier wieder ein Beispiel für weibliches Klischeedenken!

Meine Frau war es damals, die den Vorschlag machte, dass mal einen gewissen Zeitraum zu probieren. Weil es vor der Geburt des Kurzen zwischenmenschlich der Hammer war und sich dann, ohne das es einem von uns beiden bewusst wurde, der Alltag eingeschlichen hatte.

Aber eines ist gewiss, da könnt ihr euch noch so oft verstanden und gedrückt fühlen, eine liebevolle Beziehung auf Augebhöhe ohne S., oder mit fast keinem S., ist ein beziehungstechnischer Offenbarungseid.

Ich für meinen Teil habe lieber 30 Minuten intime und wirklich ernst gemeinte körperliche Nähe, als im Dezember einen selbst gebastelten Weihnachtskalender, an dem die holde Gattin Tage lang saß.

Zerreißt mich in der Luft!

15.10.2015 22:47 • #526


gast37

Zitat von machtlos:
Aber eines ist gewiss, da könnt ihr euch noch so oft verstanden und gedrückt fühlen, eine liebevolle Beziehung auf Augebhöhe ohne S., oder mit fast keinem S., ist ein beziehungstechnischer Offenbarungseid.


Okay, bei "ohne 6" sind wir uns wohl alle einig. Aber was bedeutet konkret "mit fast keinem 6"?

Ich persönlich fühle mich bei 1x pro Woche noch nicht schlecht. Auch wenn mal 2 Wochen Pause dazwischen liegen, weil es gerade einfach mal nicht passt, ist das noch kein Grund für mich, die Qualität meiner Beziehung in Frage zu stellen.

Wichtig ist doch, dass mein Partner und ich da eine ähnliche Taktung haben. Ich kann mich doch nicht mit anderen Paaren vergleichen.

16.10.2015 10:02 • #527


Annjolie

Zitat:
Nach dem Cut kann ich das aber nicht mehr. Es wirkt nicht. Plötzlich brauche ich für dieses "Ich liebe dich" einen stichhaltigen Beweis. Sonst kann ich es nicht glauben.

Das Problem ist dabei: wie will mal ein Gefühl, und sei es noch so ehrlich, beweisen? Noch dazu vor dem Hintergrund, dass meine Frau bereits einen sehr starken Gegenbeweis dafür geliefert hat...

Die Frage ist dann also: wie überwinde ich diese Diskrepanz? Und wie lange halten wir (!) diesen Zustand, diesen permanenten Druck aus? Antwort: wenn ich herausgefunden habe, lasse ich es Euch wissen. zwinkern


Blechpirat, ich kann mich noch gut an genau diese Gedanken erinnern. Heute denke ich, hier spielt Zeit eine wichtige Rolle. Nicht jedoch Zeit, die einfach verstreicht, sondern Zeit, in der sich viele dieser kleinen "Beweise" ansammeln. In dem Moment, in dem man die Worte des Partners in Frage stellt, gibt es nichts, was er tun oder sagen könnte, um diese negativen Gedanken auszuschalten.

Mit diesen Kleinigkeiten meine ich das Verhalten im Alltag, z.B. wieder die Empathie meines Partners zu spüren, zu merken,dass er mich wieder sehen will und kann, mir auf den ersten Blick ansieht, wie es mir geht und sein Interesse daran, zu erfahren, was in mir vor geht sowie umgekehrt auch mich in sein Inneres blicken lässt und mir damit zeigt, dass es nichts mehr zu verbergen gibt. Und nicht zuletzt die absolute Bereitschaft meine Fragen zu beantworten und nicht mit einem "weiß ich nicht (mehr)" auszuweichen. Heute weiß ich auch dass er teilweise wirklich nicht mehr "wusste", wichtig war mir hier aber die Bereitschaft nachzudenken und sich selbst diesen Fragen zu stellen.

Bei den vielen Warum-Fragen ist es daher auch ganz wichtig zu unterscheiden, ob es um die damalige oder heutige Sichtweise geht. Diese können u.U. sehr unterschiedlich sein, weil damals die Erkenntnisse, wieviel es mit der eigenen Person zu tun hatte, vollkommen fehlen.

Letztlich glaube ich, dass du diese Diskrepanz nicht auf Dauer aushalten kannst.Wie wäre es, wenn du genau dieses Problem bei deiner Frau offen ansprichst?

Ich vermute, dein bzw. euer größtes Problem ist weder der Seitensprung von damals noch der beinahe Seitensprung in der jüngeren Vergangenheit, sondern die Unehrlichkeit deiner Frau in all den Jahren dazwischen und dein Unwissen darüber, was echt war und was nicht. Und demzufolge weißt du nicht mehr, inwieweit du auch heute deiner eigenen Wahrnehmung trauen kannst.

16.10.2015 10:44 • x 2 #528


machtlos

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Zitat von gast37:
Zitat von machtlos:
Aber eines ist gewiss, da könnt ihr euch noch so oft verstanden und gedrückt fühlen, eine liebevolle Beziehung auf Augebhöhe ohne S., oder mit fast keinem S., ist ein beziehungstechnischer Offenbarungseid.


Okay, bei "ohne 6" sind wir uns wohl alle einig. Aber was bedeutet konkret "mit fast keinem 6"?

Ich persönlich fühle mich bei 1x pro Woche noch nicht schlecht. Auch wenn mal 2 Wochen Pause dazwischen liegen, weil es gerade einfach mal nicht passt, ist das noch kein Grund für mich, die Qualität meiner Beziehung in Frage zu stellen.

Wichtig ist doch, dass mein Partner und ich da eine ähnliche Taktung haben. Ich kann mich doch nicht mit anderen Paaren vergleichen.


Da bin ich zu 100% bei Dir. Jedes Paar muss für sich entscheiden, was es möchte. Ursprünglich ging es mir nur darum, dass hier einige meinten, dass man aufgrund des stressigen Alltags keine Möglichkeit mehr hat, Zwischenmenschlichkeiten auszutauschen. Und das stimmt einfach nicht

16.10.2015 11:10 • #529


blechpirat

blechpirat


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Ein Update:

Eigentlich waren die letzten Wochen gut. Eigentlich wollte ich an einem ruhigen Abend noch einmal mit meiner Frau über ihren und meinen "Verarbeitungsstatus" reden... doch dazu kam es nicht mehr. Vor zwei Wochen ist meine Frau mit unserem kleinen Sohn ins Krankenhaus eingeliefert worden, weil bei ihm Krebs diagnostiziert wurde. Zwar ist sein Krebs gut heilbar und man versichert uns immer wieder, dass er am Ende der Therapie wieder vollkommen gesund sein wird, aber der Weg dorthin (ist und) wird kein einfacher. Und noch kann man uns nicht sagen, wie lange es dauern wird.

Seit zwei Wochen ist hier natürlich das absolute Chaos ausgebrochen und die Probleme aus dem letzten Jahr sind gerade so unwichtig wie der berühmte Sack Reis, der in China umfällt. Natürlich schwingt das bei mir noch mit, denn irgendwie ist das der ultimative Test (klingt blöd, ich weiß), ob meine Frau mir ihre Sorgen, Ängste und Gefühle anvertrauen kann oder wieder jemand Außenstehenden dafür braucht. Aber letztlich ist das alles gerade wirklich egal.

Ich habe mich seit dem letzten Jahr oft gefragt, ob es die richtige Entscheidung war zu bleiben. Ob ich nicht doch besser hätte gehen sollen. Aber jetzt weiß ich: es war richtig. Für genau diese Situation. Ich möchte mir gar nicht vorstellen wie kompliziert das alles jetzt wäre, wenn wir nicht mehr zusammen wären.

Soviel für den Moment. Zu mehr fehlt mir gerade einfach die Kraft (und auch die Zeit).

Der Blechpirat

19.12.2015 22:08 • x 1 #530


Roja

Roja

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Hallo Blechpirat,

deine Worte machen sehr nachdenklich.
Alles Gute für deinen Sohn und viel Kraft für die kommende Zeit.

Roja

19.12.2015 22:26 • x 1 #531


Valen

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Ob es jetzt richtig war zu bleiben, naja dazu habe ich meine Meinung, die ist aber irrelevant, dein Leben, aber das es jetzt zu so einer schrecklichen Situation kam wo dein Kind wirklich eine stabile Beziehung sehr brauch konnte keiner voraus ahnen.

Ich sehe es aber wie du, ab diesem Punkt ist erst mal alles andere egal, daher einfach nur eine gute Besserung für dein Kind.
Kleiner Tipp noch, nicht nur auf Schulmedizin vertrauen, gesunde Ernährung, Vitamin Präparate können bewiesenermaßen die Heilungschancen sehr verbessern.
Google am besten ein wenig und mach dich selber schlau, wenn du das nicht schon hast.

20.12.2015 00:10 • #532


Fensal

Hallo Blechpirat,

Das was dir jetzt passiert zeigt deutlich, dass es sehr viel wichtigere Dinge im Leben gibt als die, die hier oft bis zu Unkenntlichkeit zerredet und zerpflückt werden.

Es sind nicht die gemeinsamen Höhenflüge - es sind die zusammen durchstandenen Krisen , die Tiefpunkte , die endgültig zusammen schweißen und die Verlässlichkeit des anderen aufzeigen.

Ich wünsche dir, deiner Frau und ganz besonders deinem Sohn ganz viel Stärke für die kommende Zeit.

Gruß Fensal

20.12.2015 00:20 • #533


minna

Lieber blechpirat,

ich wünsche deinem sohn,
dass er schnell wieder ganz gesund wird.....

und dir,
dass du den richtigen Weg für dich findest...
man entscheidet sich ja jeden Tag neu....

20.12.2015 00:37 • #534


Hamster75

Hamster75

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Hi Blechpirat!

Alles Gute für Euren Sohn. In der Tat steht seine Gesundheit jetzt über allem und es wird - trotz der guten Prognose - ein sehr schwerer Weg werden, wo schon andere Ehen zerbrochen sind, aber auch zerrüttete Ehen wieder zusammen gekommen sind. Dafür erstmal viel Kraft!

Als bei meiner Tochter für einigen Wochen der Verdacht auf MS aufkam, konnte ich mit meiner Ex nach mehr als 6 Monaten wieder zumindest über die Kinder reden.
Gott sei Dank war es kein MS und mittlerweile geht der Rosenkrieg wieder weiter, besonders von meiner Ex aus. Aber auch das hat mir gezeigt, dass es Wichtigeres im Leben gibt. Als meine Ex jedoch "schwerer" erkrankt ist, hat mich das gar nicht mehr berührt, eher im Gegenteil.

20.12.2015 01:51 • #535


luckyhappy

Hallo Blechpirat,

ich wünsche Euch von Herzen Kraft für Eure Situation und Eurem Kind alle Liebe, die ihm in dieser Situation Geborgenheit schenkt.

Auch Eurer Ehe wünsche ich weitere gute Genesung.

Die Ehe und Familie zu erhalten, ist immer ein hohes Gut.

Es geht auch getrennt, wenn es nicht anders geht, am besten ist dann für die Kinder, nach dem Verschmerzen einer Trennung versöhnlich zu sein.

Liebe kann man nur verschenken, Vertrauen kann man nur geben.
Ob man dem anderen wieder vertrauen kann, dass er die Ehe aus Liebe weiterführen will,
kann man an den kleinen und größeren Liebesbeweisen sehen.
Und dann ist der Punkt, nicht dem Misstrauen nachzugeben, sondern selbst zu lieben.

20.12.2015 07:12 • x 1 #536


Hey

Hey

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Ach verdammt, wie krass ist das denn!

Es gibt natürlich keinen "passenden Zeitpunkt" für sowas, es ist einfach ein großer Mist

Es ist klar, dass diese Episode neue Prioritäten schafft, und das einzig Gute ist wahrscheinlich die Öffnung nach Außen, die "neue Öffentlichkeit" und viele Kontakte, Erfahrungsaustausch, etc. was sich als Nebeneffekt ergibt.

Die Ärzte sagen, dass dein Sohn zu 100% wieder gesund wird. Nur das allein zählt jetzt! Und das ist genug Halt für Euch ... alles andere ist Peanuts!

Ho ho f.ing ho!

20.12.2015 12:07 • #537


Tundil

Tundil

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Hallo blechpirat,

tja, so schnell können sich die Prioritäten und Gedanken verschieben. Gestern waren es noch wir und unser Gefühlsleben, was im Mittelpunkt stand. Heute sehen wir die wirklich wichtigen Dinge ...

Ich bin mir sicher, dass ganz viele hier aus dem Forum mit Dir fühlen. Nur, wir können nur mitfühlen. Das wirklich nachempfinden können nur jene, die Dein Schicksal teilen durften. Ich hoffe, dass dies möglichst wenig sind.

Ich wünsche Deiner Familie, insbesondere Deinem Sohn, ganz viel Kraft und das notwendige Glück!

Ich hoffe für Euch, dass sich die positiven Prognosen in den nächsten Tagen und Wochen bestätigen und dass Ihr wieder etwas hoffnungsvoller in die Zukunft blicken könnt.

Alles erdenklich Liebe und Gute,
Tundil

21.12.2015 09:45 • #538


meine Liebste

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Lieber Blechpirat ich schicke dir und deiner Familie ganz viel Kraft. L.

23.12.2015 16:25 • #539


Willy

Hallo Blechpirat, ich habe mir alles durch gelesen und muss sagen...... wow wie du damit umgegangen bist.
Darf ich fragen wie es momentan bei euch ausschaut?

Gruß Willy

29.02.2016 22:48 • #540




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