Zitat von Arnika: Natürlich zieht man gewisse Typen von Menschen an. Meist weil man seine Kindheit wieder gut machen will. Weshalb auch viele geschlagene Frauen wieder bei Schlägertypen landen. Das ist hinlänglich bekannt, empirisch erwiesen und erforscht.
Man zieht diese Menschen nicht an, maximal verstärken sich Muster gegenseitig. Es ist auch nicht empirisch belegt, dass man seine „Kindheit wieder gut machen will“. Wie kommt man denn auf sowas?
Ich hab’s mir jetzt mal einfach gemacht, weil mich dieser pseudowissenschaftliche Unsinn nur noch nervt:
Was die Forschung tatsächlich zeigt
Es gibt Teilbefunde, die in diese Richtung hineininterpretiert werden, aber nicht exakt das bestätigen:
a) Repetition ohne „Heilungsziel“
In der Bindungs- und Schemaforschung sieht man:
Menschen landen häufiger in vertrauten Beziehungsmustern
auch wenn diese ungesund sind
Aber:
Zitat:das passiert nicht zuverlässig mit einem „Reparaturziel“
b) „Korrekturerfahrungen“ sind möglich – aber nicht automatisch
In Therapie und Entwicklungspsychologie kennt man:
sogenannte korrigierende Beziehungserfahrungen
Das bedeutet:
neue Erfahrungen können alte Muster verändern
aber das ist kein automatisch angestrebtes Verhalten im Alltag
c) Kein klarer Nachweis eines unbewussten „Reparaturplans“
Es gibt keinen robusten empirischen Beleg dafür, dass Menschen systematisch:
Zitat:„bewusst oder unbewusst gezielt alte Kindheitssituationen nachstellen, um sie zu reparieren“
Das ist eher ein psychoanalytisch geprägtes Deutungsmodell.
3. Wo die Idee herkommt
Diese Erklärung stammt aus einer Mischung von:
Psychoanalyse (Wiederholungszwang / „Reinszenierung“)
moderner Selbsthilfeliteratur
vereinfachter Schematherapie-Sprache
Dort wird aus komplexen Befunden eine narrative Kurzform gemacht:
Zitat:„Du suchst das, was du kennst, um es zu heilen.“
Schönen Abend noch.