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Narzisstin? Bin ich schuld? Werd ich verrückt?

GreenTara
@Sincerite
Es geht ja genau darum, dieser Angst entgegen zu treten. Man "verliert" entweder den anderen, oder sich selbst.

x 2 #331


Ema
Zitat von Sincerite:
Wenn man Angst hat, den anderen zu verlieren, dann kann man das nicht, obwohl es genauso richtig wäre.

Doch, das kann man.
Wenn man schon erkannt hat, dass man mit Trennungsdrohungen emotional erpresst wird, dann ist es sehr sinnvoll, sich um die eigenen Ängste zu kümmern und den Fokus darauf zu legen, statt der Erpressung nachzugeben und dem anderen hinterherzulaufen und sich an ihn zu klammern.
Wenn man die Energie auf sich selbst und die eigenen Ängste richtet, dann ist sie da sehr viel besser aufgehoben als darauf, eine sehr ungesunde Dynamik aufrechtzuerhalten.

Und wenn einem das gelingt, was meinst du, wie schnell sich so eine Beziehungsdynamik verändert? Spoiler: Sehr schnell.
Denn der andere "lebt" ja auch davon, dass seine Erpressung wirkt.

Probier mal aus, was passiert, wenn du andere genau beim Wort nimmst. Wenn dir jemand sagt: "Dann müssen wir uns halt trennen", dann antworte mal ruhig und bestimmt mit den Worten: "Wenn du das so siehst, dann akzeptiere ich das. Dann müssen wir das halt tun".
Du wirst erstaunt sein.

Und nein, ich meine absolut nicht, dass man selbst anfängt Machtspielchen zu spielen und die Verhältnisse umzukehren.
Sondern ich meine, sich selbst und den anderen ernstzunehmen.
Wenn dir jemand mit Trennung droht, dann gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder er meint es ernst. In dem Fall wird er sowieso auf der Stelle handeln und nicht nur drohen.
Oder er meint es nicht ernst und will dich damit nur unter Druck setzen. Dann ist es emotionale Erpressung und eine Manipulationsstrategie. Und in dem Fall solltest du handeln. Und zwar unverzüglich und zu deinem eigenen Schutz.

x 2 #332


A


Narzisstin? Bin ich schuld? Werd ich verrückt?

x 3


PapaEmeritus
Seh ich ähnlich. Das ganze funktioniert ja nur, solange man mitspielt. Wenn man das nicht mehr tut, verändert sich die Dynamik ziemlich schnell. Das ganze Gerede und Erpressen ist ja rein illusionär. Wenn man stabil bleibt, kann der Mensch einen bis an sein Lebensende erpressen. Aber an den Punkt muss man eben erstmal kommen. Und dazu gehört eben auch die Erkenntnis, das nix davon zufällig passiert.

x 3 #333


Doktorfix
@PapaEmeritus
Ich glaub dafür muss man es einmal richtig durchgemacht haben. Vielleicht weiß man dann im Anschluss, was man auf keinen Fall mehr will.
Allerdings muss es dafür auch erstmal wirklich vorbei sein. Und man muss verarbeitet haben und nochmal ruhe in sich spüren und Sicherheit.
Und das kann noch ne ganze Weile dauern.

x 1 #334


PapaEmeritus
@Doktorfix

Läuft denk ich gleichzeitig. Die Verarbeitung kommt in Wellen, nicht linear. Und bestimmte Dinge, wie die von dir beschriebene emotionale Erpressung hinterlassen Spuren. Auch wenn du es schaffst, dich zB selbst davon zu lösen.

#335


S
Zitat von Ema:
Doch, das kann man.

Ja, man kann, wenn die Energie, sich nicht erpressen lassen zu wollen, stärker ist, als die Angst, die uralt ist. Man muss sich mit seinen uralten Schutzmechanismen auseinandersetzen. Dabei kommt man an die existentielle Angst.
Ich habe mich einem solchen Erpressungsversuch widersetzt und war danach apathisch, weil meine existentielle Kinderangst ausgelöst wurde. Es sah so aus, dass er wirklich ging. Diese Apathie war noch am nächsten Tag vorhanden. Es war eine Retraumatisierung. Mir war allerdings vorher nicht bewusst, dass es diese Angst in mir gab. Er ist übrigens an diesem Tag nicht gegangen.

#336


S
Zitat von Doktorfix:
Allerdings muss es dafür auch erstmal wirklich vorbei sein. Und man muss verarbeitet haben und nochmal ruhe in sich spüren und Sicherheit.

Ja genau und erlebt haben, dass man entgegen aller Ängste doch nicht stirbt.

#337


PapaEmeritus
Die Effekte, die in solchen Dynamiken wirken, sind die gleichen, die eigentlich dazu da sind, positive Bindungen zu erhalten. Das ist evolutionär sinnvoll, läuft einem aber in solchen Dynamiken oft gegens Bein. Das muss nicht unbedingt was mit der Kindheit zu tun haben, kann es natürlich. Dass man nicht sofort gehen kann, liegt nicht unbedingt daran, dass man schwach oder kaputt ist, sondern dass Eigenschaften ausgenutzt werden, die eigentlich dazu da sind, gesunde zwischenmenschliche Bindungen zu schützen und zu erhalten.

x 1 #338


S
@PapaEmeritus
Ich verstehe dich. Bei mir waren es tatsächlich die gleichen Erfahrungen aus der Kindheit. Wenn man als Kind von den Bezugspersonen verlassen wird, sagt der Instinkt dem Kind, dass es ohne diese Person nicht überleben wird. Solche Erfahrungen werden im Körper gespeichert. Und ich sehe auch deine Argumente. Wir sind auch Rudeltiere, um unser Überleben zu sichern. Aber wir müssen erkennen, wann der Preis zu hoch ist.

x 1 #339


PapaEmeritus
@Sincerite

Ich verstehe, was du meinst, sage auch nicht, dass du Unrecht hast, würde es aber ungern verallgemeinern. Ich bin zB als Kind nie verlassen wurden oder hatte andere ungelöste Konflikte. Mein Verhältnis zu meiner Mutter ist heute noch blendend, mein Vater ist vor knapp 3 Jahren gestorben. Alles auf die Kindheit zu schieben, ist oft zu einfach, weil hier allgemeine Mechanismen greifen. Es ist natürlich möglich, dass man sich zB leichter lösen kann, wenn man früher keine unsicheren Bindungen hatte, aber in so eine Dynamik kann man trotzdem geraten. Die beginnen ja nicht mit Regen, sondern mit Sonnenschein 😆

x 1 #340


Doktorfix
Und was für ein Sonnenschein das war... wahnsinn

x 2 #341


PapaEmeritus
@Doktorfix

Ist aber eben nur die halbe Wahrheit.

#342


A


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