Zitat:Das hier ist für mich.
Es gibt Menschen, die mich erzählen lassen und auf mich eingehen. Mir ihre Geschichte erzählen und damit findet ein Austausch statt, den kein Ratgeber, keine Lektüre und auch Gespräche mit meinem Mann leisten könnte.
Ich kann mich darauf einlassen, ohne mich zu schämen. Über Dinge reden, die mir unangenehm sind, aber nunmal existieren.
Dafür möchte ich jedem danken, der liest, mir antwortet, mir schreibt oder einfach mitfühlt.
Danke dir das du angefangen hast zu schreiben.
Zitat:Sorry, ist lang geworden, aber es tut mir gut, das vor mir selber zuzugeben und niederzuschreiben
Jeden ist es selbst überlassen des „lange“ zu lesen oder eben nicht. Also sorry angelehnt , und schreib weiter so . Es ist dein Thema und da kannst du soviel schreiben wie du möchtest.
Zitat:Mein größter Albtraum: ich verhalte mich unbewusst wie meine Mutter !
Die erste Beziehung führen wir mit unseren Eltern und wir beobachten sie wie sie miteinander umgehen.
Zitat:Ich bin seit meiner Kindheit immer mal wieder so. Konnte das gut überspielen und habe über die Jahre gelernt, mich zurückzunehmen - nach außen.
Brav unauffällig überangepasst.
Zitat:Aber wenn ich jetzt bewusst an verschiedene Situationen zurück denke, dann liegt das in mir. Woher es kommt, ob anerzogen oder falsch gelernt, versuche ich herauszufinden.
Als Kind bezieht man jede Regung der Eltern auf sich ,….. zieh die Mutter ein Gesicht , denken wir es ist wegen uns . Dabei ist gerade der Pudding übergekocht.
Der Vater kommt mit einem strengen Gesicht nachhause , also ist er sauer auf uns. Das es Ärger im Berufsverkehr gab sehen wir nicht.
Wir interpretieren und lernen falsch und passen und an.
Zitat:Zu meiner Kindheit: in meiner Familie gab es keine Berührungen, Umarmungen oder Trost.
Die Nachkriegsgeneration war oft auf sich allein gestellt und da kam dieses oft zu kurz.
Zitat:Ich bin sehr distanziert aufgewachsen. Mein Vater war immer stolz auf mich (entsprechend habe ich alles getan, um ihn stolz zu machen - die besten Noten, lieb sein usw).
Ob das hier schon eine parentifizierung ist ?
Zitat:Mein jüngerer Bruder war körperlich nicht so robust wie ich, deshalb bekam er die Aufmerksamkeit meiner Mutter.
Und wenn musste man um gesehen werden etwas leisten.
Man strengte sich an um Aufmerksamkeit zu bekommen. Weil nicht wahrgenommen werden Schmerz.
Zitat:Zu ihr hatte ich kein schlechtes, .aber auch kein liebevolles Verhältnis
Ansatz von Traumabonding ?
🤔 Zitat:Sie wollte halt ständig, dass ich mich "schicke", damit die Nachbarn oder im Dorf niemand was Negatives sagen konnte.
Wieder Brav unter dem Radar fliegen……. Ob das ein anerzogenes fawn Response ist
🤔 Diese Nachkriegskinder haben oft ein Generationübergreifendetrauma / falsche Glaubenssätze, die bis in unsere Generation reicht.
Zitat:Beneidet habe ich zu der Zeit meine Freundinnen. Um ihren liebevollen, familiären Umgang.
Hier schreibst du zum ersten Mal was von Neid aus der Kindheit. Weil es andere offensichtlich besser haben.
Zitat:Ich war immer bei anderen "spielen", nie kam jemand zu mir.
Wegen dem Bruder ? Oder weil die Leute was denken könnten ? Wie kommt das ?
Zitat:Vergleiche ziehen, hast du geschrieben. Ja, das habe ich mein Leben lang gemacht. Und natürlich innerlich immer den Kürzeren gezogen, weil mir mein Leben, Aussehen, Können immer minderwertig vorkam. ich weiß auch, dass meine Mutter diejenige war, die mich von Anfang an mit anderen Mädchen verglichen hat und ich mir deren Vorzüge und somit meine Schwächen offen gesagt hat. Es war halt ihre Art.
Sie hat dich in Konkurrenz mit andern Mädchen geschickt und dadurch sein Selbstwert demontiert.
Da du dich nicht zur Wehr setzen konntest , gegen über der „übermächtigen“ Mutter ( wohlwollend ist das Verhalten von ihr nicht ) könnten wir hier im Bereich Entwicklungstrauma, Generationsübergreifendestrauma , Traumabonding unterwegs sein.
Zitat:Aber nicht eingeladen oder gefragt zu werden hat mich verunsichert und verbittert.
Weil du dachtest das du was falsch gemacht hast , weil du dachtest DU bist falsch. Deine Leistung dein Benehmen war nicht ausreichend , deshalb hat man dich nicht eingeladen ?
Zitat:War ich wütend, habe ich alle schlechten Eigenschaften in ihnen gesucht und aufgeführt (manchmal sehr subtil erwähnt). War ich verunsichert oder enttäuscht, habe ich stundenlang nach den Auslösern in mir gesucht.
Zur Bestätigung das deine Wut richtig ist ?
Die Verunsicherung , beides würde ich behaupten kommt durch das geringe Selbstwert , Selbstbewusstsein , durch die Eltern , Vater = Leistung , Mutter = bin nicht genug , andere sind besser, weil sie das sagt ( Täterintrojekt) die Glaubenssätze des Täters werden übernommen. ( sind aber nicht wahr ).
Zitat:Ich habe Dinge mitgemacht, die mich nicht interessierten, Gespräche über Themen geführt, die mich langweilten. Mit Menschen meine Zeit verbracht, die mich nicht kannten, um gemocht zu werden. Wenn ich das so schreibe, merke ich selber, wie krank und kaputt mein Innenleben war.
Um dazu zu gehören ? Um gesehen zu werden ?
Menschen wollen eher in einer Sippe dabei sein und nicht ausgestoßen sein.
Zitat:Unser beider Eltern sind Kriegskinder und mussten ihr Leben lang kämpfen. Sie selbst wurden ebenfalls streng erzogen (die Mütter) und haben diese Erziehung nie hinterfragt. Sie haben sie 1:1 weiter gegeben. Ich mache ihnen keinen Vorwurf deswegen. Auch ich wollte anders sein, durfte oder konnte es aber nicht, weil es nicht zu mir (bzw. dem Bild von mir im Außen) gepasst hätte.
Die meisten stelle ich mal in den Raum wollen es richtig machen , verstehen aber ab und an nicht wie filigran eine Kinderseele ist.
Zitat:Mir ist natürlich ein bisschen unangenehm, meine schlechten Seiten zu offenbaren. Das habe ich mit Menschen, die mir nahe stehen immer vermieden. Weil ich dann dachte, ich passe nicht ins Bild, was andere von mir haben und ich auch sein wollte (geschätzt, begehrt, geliebt, anerkannt, gemocht und respektiert).
Hat ja Mutti damals gesagt , sei „schick“……. Sonst wird schlecht geredet im Dorf.
Zitat:Ich weiß, ich muss an mir arbeiten. Ich will an mir arbeiten. Ich bin sehr fleißig und gleichzeitig nicht sehr geduldig.
Ich bin sehr fleißig und geduldig. Wenn man das mit einer kleinen Mädchenstimme hören würde ,…….. Mama ich bin brav und benehme mich ( das war die erste „Übersetzung“ die mir eingefallen ist.
Zitat:Er hat die Erziehung einfach weiter geführt. Mich klein gehalten und nach allem streben und arbeiten lassen. Ich war gewohnt, etwas leisten zu müssen, um Lob und Anerkennung zu bekommen. Er hat das sehr gut erkannt und mich emotional an ihn gebunden. Und ja: ich habe mich binden lassen.
Hier bin ich mir relativ sicher das das ein Traumabonding ist , was hier wieder aktiviert wurde , dieses müsste irgendwo in der Kindheit entwickelt worden sein.
Zitat:Ich bin intelligent, sehe gut aus, bin freundlich, kommunikativ, sehr empathisch und meine Figur ist auch nicht das Thema, denn mit der bin ich dank vielem Sport mega zufrieden.
Hausaufgabe = das hier oben sagst du wenn du im Wald bist , 20 mal hintereinander laut auf ! Und das jede Stunde ( warst ja 2 Stunden im Wald )
Intelligent, kommunikativ bist du das merkt man am Schreiben ( nein es ist nicht negativ )
Zitat:Und die immerwährende Frage: WARUM gibt er sich bei "DER" so viel mehr Mühe, wo sie ihm doch nicht ansatzweise das bietet, was ich ihm geboten habe?
Gaaaanz einfach ,….. weil er sich deiner sicher ist !
Kinder pöbeln immer den Elternteil an , wo sie sich der Liebe sicher sind. Bei ihr musste er sich das erst verdienen weil er sich nicht sicher war. Beste Seite und so.
Zitat:Soviel Aufwand. Ich bin mir gerade nicht mehr sicher, ob das Neid ist. Missgunst schon eher. Und abgrundtiefer Hass.
Weil ich von mir ein gutes Bild hatte, was mir durch solch gemeine Aktionen zerstört wurde.
Du gehst in Konkurrenz mit ihr……… ist es genau diese Konkurrenz von deiner Mutter zu den Mitschülerinen ?
Zitat:Er hat über Monate Salami-Taktik gefahren und nur das zugegeben (nicht mal dann direkt), was ich beweisen konnte. Das hat mich mehr verletzt und enttäuscht, als die Tatsache des Betruges.
Und das ist das brutale finde ich. Jeden Tag , jede Woche kommt eine neue sch. hoch , statt das einmal an einem Tag auf den Tisch zu knallen. Jeden Tag fühlt man aich betrogen und belogen und bekommt wieder und wieder was neues raus.
Das kann ganz schlimme Wunden auslösen.
Zitat:Im ersten Schock und in meiner Hass-Phase war für mich aber klar, dass ich bewusst benutzt und ausgenutzt wurde. Weil ich so verständnisvoll und nett bin. Das hat mir sehr weh getan und wieder dachte ich "mit mir kann man es ja machen".
Ich als normaler Mann finde Verständnisvoll und nett , gut. Und wenn es nicht ausgenutzt wird ist es auch gut.
Zitat:Daher rührt auch die Angst vor der gemeinsamen Zukunft. Was, wenn es wieder passiert? Wenn ich zu schnell verzeihe, wenn ich nachgebe, wenn das normale Zusammensein sich wieder schön anfühlt, habe ich dann den Grundstein gelegt, dass "man mit mir ja alles machen kann"? Dass ich ihn noch ein drittes Mal damit durchkommen lasse?
Du hast zwei Möglichkeiten , die Sache zu probieren und es geht gut , oder zu probieren und es geht nicht gut , aber dann ist es eben so und es sagt mehr über IHN aus als über dich !
Zitat:Ich glaube auch, manchen Männern bin ich "zu viel", wenn du verstehst. Musste ich erst lernen, dass sie nicht so einen Gefühls- und Gedankenhintergrund haben wie ich.
Wie meinen ?
Zitat:Dann lernte ich meinen jetzigen Mann kennen. Der erste Mensch, der von mir nicht erwartete, dass ich etwas besonderes für ihn leiste, sondern mich einfach gut fand. Wir hatten so schöne gemeinsame Jahre, dass mir nicht aufgefallen ist, dass mein Denken immer noch wie früher ist.
Trauma die man nicht bearbeitet , bearbeiten dich.
Zitat:Ich hatte eine schlimme Depression, in einer Zeit, wo doch alles super war ... während der 2-jährigen Therapie wurde der Auslöser klar: Ängste. Genauer Verlustängste.
Angst, den Menschen zu verlieren, der mich wie kein anderer zuvor angenommen hat.
Welche Steigerung kann es geben, wenn man gefühlt am Ziel seiner Träume ist? Keine. Das hat mich fertig gemacht.
Denn immer noch denke ich, ich bekomme das, was ich mir "verdient" habe statt weil ich bin, wer ich bin.
Der letzte Satz ist ja der Satz wo deine Mutter sich geprägt ( vermutlich eine Trauma gesetzt wurde ).
Es gibt die Depression als Depression , aber es gibt sie auch als folge einer traumatischen Erfahrung , als Traumafolgestörung.
Wenn das Trauma der Mutter aufgelöst werden würde,…..und du dadurch ein selbstbewusst entwickeln würdest , würdest du auch keine Verlustangst mehr haben und dadurch keine Depression und Ängste entwickeln.
Ich glaube darin liegt die Lösung.
Zitat:Diese Dynamik beobachte ich über mein Leben verteilt. Ich dachte oft genug, JETZT habe ich es verstanden - dann lief es für eine Zeitlang (auch vor meinem Mann) für mich erfüllend. Aber immer war zu dieser Zeit dann jemand da, der das spürte und mit den altbekannten Tricks und Mustern ausbremste, zurückholte in mein "Oh je, ich bin nicht gut genug".
Wer war da ?
Zitat:Darüber habe ich gestern ähnlich auch in der Therapie gesprochen. Und mir selbst ist aufgefallen, dass das lebenslang gewohnte "Zuckerbrot" sich immer gut genug anfühlte, um mich in den altbewährten Kreislauf zurück zu bringen - ich wollte sogar dorthin zurück.
Der traumatisierte geht immer wieder zurück in eine Situation, weil er diese kennt und als sicher empfindet. Dieses muss objektiv von außen nicht verständlich sein.
Zitat:Schnelles Dopamin bei absoluter Leere in den Synapsen ist für den Körper wohl erstrebenswerter als abzuwarten, ob nicht über die seelische Ebene später etwas ähnliches kommen könnte.
Dopamin unser Belohnungssystem.
Zitat:Die Angst, jemand könnte mein wahres ICH erkennen, ist bis heute größer, als der Wunsch, meine Gefühle aufzuschreiben. Es tut gut, dass ich das hier endlich darf und mir zutraue. Dass es mir egal ist, wie man mich hier sieht.
Glaskugel auf dem Tisch gestellt ,… also ich sehe dich als ganz normal .
Zitat:Danke dafür...
Danke dir das du es geschrieben hast.