Zitat von Leonhard: Andererseits stabilisieren Affären manchmal sogar, weil ein Bedarf woanders wieder gedeckt werden kann und die Hauptbeziehung stabil weiter laufen lässt.
Darüber hab' ich auch schon nachgedacht und bezweifle das, vielleicht auch nur durch die Konstellation hier. Affären können sicher zuerst denjenigen stabilisieren, der die Affäre begonnen hat, weil er ja - vermeintlich - das woanders bekommt, was ihm fehlt. Damit meine ich gar nicht S., sondern das Neue, das Abenteuer etc.. Soweit ok. Aber: die Affäre entfernt den Partner auch von der Hauptbeziehung. Egal, wie man S. bewertet, man kommt sich dabei eben sehr nah - zwei Jahre regelmäßig mit einer Frau diese Nähe zu haben? Bei OneNS sehe ich das anders, da gibt's sicher auch rein S, fertig. Aber über die Dauer? Und wie geht das dann weiter - Doppelleben auf ewig und wenn der Affärenreiz weg ist, sucht man die nächste, weil Hauptbeziehung dadurch stabil? Soll jetzt gar nicht so polemisch klingen, aber bei uns wurde einfach die Beziehung genau ab Affärenbeginn massiv schlechter. Vielleicht ist das anderswo anders. Ich hab mir viel schöngeredet, weil wir ja so lange das Traumpaar waren. Aber wie oft ich letztes Jahr in Gesprächen gesagt hab: Eigentlich müsste ich mich trennen

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Zitat von Beate12-05-1961: Bei mir ist es jetzt 8 Monate her und es wäre gut wennmein Mann nicht mehr kommen würde um die Wäsche zu wechseln. Kopf hoch. Es wird dauern bis der Schmerz vorbei geht. Aber kann man so einem Mann nochvertrauen?
Puh, das ist heftig. Warum machst Du das mit? Ich hatte komplett unterschätzt, wie sehr mich diese zwei Jahre Betrug verletzen. Wenn ich mir WhatsApp-Nachrichten der ersten 3-4 Monate durchlese, dann hab ich super schnell gute Miene gemacht. Ich wollte die Starke, Tolle sein, weil: "Das Ergebnis = Trennung ist ja richtig, nur die Affären hätten nicht sein müssen." Im Nachhinein: kompletter Krampf meinerseits. Ich war derart kumpelig und derart am Ende - könnte mich heute selbst noch dafür in den Arm nehmen. Andererseits war's wohl irgendwie wichtig für meine Selbstachtung, also ok.
Was mir wirklich geholfen hat und was mich aber trotzdem nochmals richtig niedergeschmettert hat, war die räumliche Trennung (ging bei uns in zwei Stufen).
Dass Dein Mann zum Wäsche wechseln kommt, nach 8 Monaten und einem Betrug, klingt absurd. Wie sollst Du mit irgendetwas abschließen können?
Ich hab das viel zu lange nicht gemerkt, dass das der Knackpunkt ist. Eine Freundin von mir hat von der Affäre ihres Mannes erfahren und hat ihm buchstäblich die Koffer vor die Tür gestellt, weil sie so wütend war. Hab ich leider erst von erfahren, als hier schon alles am Ende war. Aber eigentlich ist das genau richtig. Ich hab gesehen, dass Du auch ein Thema geschrieben hast, das lese ich mal.
Vertrauen? Da bin ich heute überfragt, ich weiß es nicht. Bzw.: meinem Ex vertraue ich nicht mehr. In Gesprächen habe ich das zum Teil explizit erfragt: Stimmt das jetzt wirklich? Er meinte, er wäre ehrlich. Und ich hab gemerkt: Es macht keinen Unterschied. Die Beziehung ist beendet.
Jemand anderem vertrauen? Schwierige Vorstellung, ich glaube, ich wäre aufmerksamer, wie es mir in der Beziehung geht (nicht aufmerksamer, was der Typ macht). Also vielleicht eher zuerst mal lernen, meinen Gefühlen zu vertrauen

- die waren komplett richtig im letzten Jahr.