Zitat von Maglia: ja nach ihrem Tod.
Das wünsche ich Dir von ganzem Herzen. Bei mir war das leider nicht der Fall. Aber jedermanns Geschichte ist eine andere.
Zitat von Ema: Was viele Betroffene dennoch daran hindert, sind oft irrationale Schuldgefühle.
Nennt man auch das Bindungsgewissen und das ist ein Hund!
Zitat von Nostraventjo: Und man wird als Kind immer noch stigmatisiert wenn man den Kontakt abbricht. Kaum einer kann das verstehen oder nachvollziehen. Es ist sehr schwer so zu entscheiden und dann mit dem gesellschaftlichen Stigma zu leben.
Ich glaube, daran ändert sich gerade sehr viel. Das Stigma ist auch weniger gesellschaftliches, als Verlust der "Kinderhoffnung", die Eltern müssten einen doch verstehen oder müssten einen doch bedingungslos lieben. Das ist super schmerzhaft und ein langer Prozess, diese loszulassen.
Persönlich finde ich auch dieses "Verzeihen" sehr überbewertet. Persönlich kann ich mir verzeihen nur in zwei Konstellationen vorstellen: Erstens Augenhöhe, also mein Gegenüber ist irgendwie in der Lage anzuerkennen, daß mir Verletzung durch ihn, gewollt oder ungewollt, passiert ist.
Zweitens wenn keine Augenhöhe besteht, dann kann ich für mich nur über den Wege des emphatischen Verstehens eventuell den Weg zum Verzeihen finden.
Beides sind höchstpersönliche Entscheidungen und Opfern erzählen zu wollen, daß sie den Weg in die Freiheit "am Besten" über Verzeihen erreichen hat immer eine sehr faden Beigeschmack.