Zitat von Liesel:Weisst du, das was zwischen euch war, war zum grössten Teil oberflächliches Dahinleben. Die wahre Kernpersönlichkeit hast du gegen Ende der Beziehung dann entdeckt. Denn niemand kann für immer in einer Maske leben. Und darum war dann auch Schluss. Die Kernpersönlichkeit ist böse, da entstellt, und das darfst weder du sehen noch er selber. Das ist Prio 1. Ganz einfach.
Da bin ich ganz bei dir.
Du bringst es für mich auf den Punkt.
Uff ...
Und ich dachte, unsere Beziehung sei ganz besonders liebevoll und nur wegen MIR und meiner äußeren Baustellen nicht mehr so mit tiefgründigen Gesprächen gefüllt, wie ich es mir eigentlich wünschte.
Dieses zähe Schweigen bei Klärungsbedarf war gewiss dadurch bedingt, dass er das Durchbrechen seiner schwarzen Seite nicht näher ansehen oder offen zugeben wollte.
(Er sprach von Angst und Scham.)
Zu Beginn der Beziehung warnte er mich vor, er habe alle paar Wochen mal ein paar grummelige Tage.
Diese grummeligen Tage nahm ich damals jedoch nicht bei uns wahr.
Ich befürchtete, dass das Innere Brodeln irgendwann als Explosion durchbrechen würde.
Die dann ja auch kam. Nur viel schlimmer als von mir erahnt.
Ja, ich denke auch, seine vorhandene schwarze Seite kam immer stärker durch mit der Zeit.
Und die wollte er noch weniger wahrhaben als ich selber.
Ich vermute, dass er um sein Selbstbild aufrechtzuerhalten noch so gespielt freundlich zu mir nach der Trennung war.
Nicht wegen mir.
Wie auch, wenn er sich damals innerlich leer fühlte.
Und inzwischen habe ich wohl seine offen ausgelebte Boshaftigkeit verdient in seinen Augen.
All diese Gedanken habe ich bereits gedacht ...
und dann fängt mein Gedankenkarussel wieder von vorne an ...
und ich überlege, ob ich ihm nicht Unrecht tue und es nicht doch eher mein Verschulden war, da ich damals so viel um die Ohren hatte.