Carlaa
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ich war auch mit so einem Menschen zusammen, der im täglichen Nahkontakt sehr wenig Impulskontrolle zu haben schien, cholerisch wurde und viel Alk. trank.
Er bestand darauf, dass wir zusammenziehen, verhielt sich dann aber immer widerwärtiger, als wolle er mich loswerden (räumte z.B. Dinge von mir "aus seinen Augen" in mein Zimmer; die riesige Wohnung schien ihm allein zu gehören; für uns beide war nebeneinander offenbar kein Platz in der sehr großen Küche; er schubste mich da gern pseudo-scherzhaft weg).
Er überließ den Akt der Trennung aber mir, wodurch er mir diese verübeln konnte.
Er schob mir auch die ganze Zeit die Schuld für sein Trinken in die Schuhe: ich sei so unfassbar nervig, gestört.
Ihn auch nur freundlich auf das Thema Alk. anzusprechen führte zu heftigen Szenen, er habe "sonst nichts Schönes"; er "habe Durst" etc.
Überhaupt war es nicht möglich, Dinge normal mit ihm zu besprechen. Dadurch kam es z.B. dazu, dass ich sehr viel mehr für unsere Lebenshaltungskosten zahlte.
Ich habe leider gerade keine Zeit, mehr zu schreiben. Aber deine Beschreibung erkenne ich atmosphärisch wieder.
Im Nachhinein ging es für mich darum zu fragen, warum ich bei einem solchen Typen kleben bleibe. Diese Sturheit, diese Dominanz, dieses irrwitzige Verhalten - wo habe ich das in meiner Kindheit erlebt? Wen habe ich damals versorgt oder zu retten versucht? Ziehe ich Geborgenheit und gar Existenzberechtigung daraus, dem anderen zu helfen und zu dienen?
Habe ich Fremd-Empathie gelernt, aber keine Selbst-Empathie (wie es meine Therapeutin formulierte)?
Ich hoffe, du schaffst es, dich von dem Kerl loszueisen, und schaust dann vor allem auf dich.
Alles Gute!