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Partner mit Bindungsangst

Arev87
Ja das stimmt. Er war wirklich sehr dünnhäutig und sehr schnell gekränkt, hat sich sehr schnell persönlich angegriffen gefühlt und wegen Kleinigkeiten völlig überreagiert.
Wie hätte das erst werden sollen, wenn wirklich mal ernsthafte Probleme in der Beziehung entstanden wären? Ich brauche einen Partner bei dem ich mich sicher fühlen kann, dass die Beziehung auch stabil bleibt, wenn es mal Meinungsverschiedenheiten gibt.
Und dann auf der anderen Seite hat er ein Disney- Liebeskonzept bei dem man nie streitet und 24/7 nur zusammen sein will 🙈. Damit hat er auch begründet, dass er sich bei uns nicht 100% sicher ist

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M
Zitat von Arev87:
Ich denke auch dass es ungünstig ist Konflikte über WhatsApp zu lösen. Und ich denke auch dass es hilfreich ist sich wenn man gerade sehr emotional ist, erstmal aus der Situation rauszuziehen und sachlich zu reden wenn man wieder ruhiger ist. Aber dass jemand wegen Kleinigkeiten wie z.b eine Diskussion über ...

Das klingt tatsächlich nicht nur vermeidend (darauf bezog sich mein Post und meine Erfahrungen)
sondern sowohl labil als auch nach Impulskontrollstörung mit so einem fragilen Ego dass Du auf Eierschalen laufen müsstest...das geht nicht. Das hast Du schon richtig erkannt.
Sowohl das 24/7 aufeinanderhocken als auch das nie unterschiedlicher Meinung sein oder Konflikte haben...
geht total an einer gesunden Beziehung vorbei, wo jeder auch seine Autonomie und eigene Meinung hat und man aneinander wächst. Gerade weil man vielleicht unterschiedliche Perspektiven hat.
Wenn man gut damit umgehen kann kann das eine Beziehung ungeheuer bereichern. Frauen und Männer haben ja oft unterschiedliche Perspektiven und wenn man die respektvoll austauscht, gewinnen am Ende oft beide.
Das was Du beschreibst klingt eher nach dem Wunsch nach einem Haustier zum kuscheln, das sich unterwirft und keine eigene herausfordernde Persönlichkeit mitbringen soll. Das KANN nicht funktionieren.
Also kann es schon wenn die Frau ihre Persönlichkeit und Autonomie am Türhaken abgibt.
Aber auch das implodiert totsicher irgendwann. Denn am Ende ist man ja ein eigenständiger Mensch.
Mir kam gerade der respektlose Gedanke, dass dies genau die Sorte deutscher Mann ist die am Ende eine Frau aus Thailand holen, die immer lächelt, schweigt, massiert, kocht, bemuttert, ohne ne eigene Meinung oder Autonomie und sei es nur finanziell zu haben, die ihr erlaubt auch zu gehen oder ihr Ding zu machen und die sich aufgrund des Machtgefälles hüten würde, ihn zu hinterfragen, und sei es nur seine Brötchen betreffend 😜
Oder eine konservativ christlich rechte Frau, für die es zum Glauben gehört, sich dem Herr n zu unterwerfen wenn er nur ihren Versorger für Babys und Familie macht. Kann man alles leben. Mit Partnerschaft und Augenhöhe hat es nicht viel zu tun.

x 2 #107


A


Partner mit Bindungsangst

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Arev87
Zitat von merretich:
Mir kam gerade der respektlose Gedanke, dass dies genau die Sorte deutscher Mann ist die am Ende eine Frau aus Thailand holen, die immer lächelt, schweigt, massiert, kocht, bemuttert, ohne ne eigene Meinung oder Autonomie und sei es nur finanziell zu haben, die ihr erlaubt auch zu gehen oder ihr Ding zu machen und die sich aufgrund des Machtgefälles hüten würde, ihn zu hinterfragen, und sei es nur seine Brötchen betreffend

Seine Ex kam zwar nicht aus Thailand aber aus Peru (hat aber in Deutschland studiert) 😄.

Zitat von merretich:
Oder eine konservativ christlich rechte Frau, für die es zum Glauben gehört, sich dem Herr n zu unterwerfen wenn er nur ihren Versorger für Babys und Familie macht

Das ginge leider nicht da er politisch sehr links ist. Außerdem taugt er nicht als Versorger und ist am Monatsende immer pleite 🤪.
Wird wohl erstmal Single bleiben müssen 🙃

x 2 #108


PapaEmeritus
Zitat von Arev87:
Wie hätte das erst werden sollen, wenn wirklich mal ernsthafte Probleme in der Beziehung entstanden wären? Ich


Du stellst genau die richtige Frage. Wer sich so überlegen und fehlerfrei fühlt, dass jede Kritik den 3. Weltkrieg auslöst, der ist einfach für eine gleichwertige Beziehung nicht geeignet, da kannste deine Kritik noch so vorsichtig formulieren, irgendwann traust du dich gar nicht mehr, was zu sagen. Und das ist so gewollt.

x 5 #109


Arev87
@PapaEmeritus
Ja richtig. Zusammengefasst würde ich sagen waren die Probleme:

- Kommunikation. Ich musste mich stark anpassen und er konnte impulsiv sein.
- wiederkehrende Schwierigkeiten in emotionaler Stabilität und Konfliktregulation
- fehlende innere Verbindlichkeit seinerseits durch sein Disney-Beziehungskonzept. Gleichzeitig aber nach außen starke Einbeziehung in Familie und Freundeskreis. Sehr Ambivalent!
- Intensive Nähe Phase, dann wieder Konflikte oder Rückzug
- in Alltagssituationen fehlende Sensibilität bezüglich des sozialen Kontexts (Abwertung des Essens oder Aufwärmen von abgeschlossenen Konflikten).

x 4 #110


S
@Arev87
Klingt anstrengend.

x 1 #111


M
Zitat von Arev87:
Seine Ex kam zwar nicht aus Thailand aber aus Peru (hat aber in Deutschland studiert) 😄. Das ginge leider nicht da er politisch sehr links ist. Außerdem taugt er nicht als Versorger und ist am Monatsende immer pleite 🤪. Wird wohl erstmal Single bleiben müssen 🙃

Das bestätigt mich mal wieder dass die links-rechts Schubladen nicht mehr greifen 😜
Also viele definieren sich links über fehlenden Rassismus und Streben nach sozialer Gerechtigkeit ohne dieses Streben nach Gleichberechtigung und Augenhöhe auf die heterosexuellen Beziehungen insbes. den Umgang mit Frauen in ebensolchen Beziehungen zu beziehen 😂
Also es wird überall mit gleichem Maß gemessen nur dort nicht wo die eigenen Privilegien bedroht sind.
Und es war halt lange das Privileg von Männern, dass abhängige Frauen sich wie ein permanent verfügbares Haustier unterworfen und sich eher die Zunge abgebissen hätten als den Partner zu hinterfragen oder gar zu kritisieren.
Er wird seine verschrobene Rosamunde Pilcher Symbiose Vorstellung einer dauerverfügbaren Frau ohne eigene Grenzen oder Meinung schon irgendwo vorgelebt bekommen haben.
Aber ich denke es ist nicht Deine Aufgabe ihn auf den Boden zu holen. Das kann seine Therapeutin machen.

#112


PapaEmeritus
@Arev87

Nach außen hin wahrscheinlich absolut normal und liebenswert, oder? Was dahintersteckt, erkennt man eben lange nicht. Und wenn’s das erste Mal knallt, ist man bereits biochemisch geknidnappt. Wenn ich das so lese, hast du sehr wahrscheinlich alles richtig gemacht. Das betrifft auch nicht nur Männer. Tatsächlich ist mir oft aufgefallen, dass das Geschlecht nahezu keine Rolle spielt, es wirkt oft nur so, weil die Verhaltensweisen oft den Geschlechterrollen entsprechend angepasst werden.

#113


Arev87
Zitat von Sincerite:
@Arev87 Klingt anstrengend.

War es! Aber gleichzeitig war da:
-Anfangs gar keine Konflikte
- viel Passung (Werte, Alltag, Interessen und Hobbys)
- emotionale Tiefe
- körperliche Anziehung
- schöne gemeinsame Zeit (durch gemeinsame Aktivitäten, Hobbys, Urlaub etc)
-Starke soziale Einbettung (seine Familie liebte mich, meine ihn auch).

Trennung war trotzdem der richtige Schritt. Aber vielleicht können wir in ein paar Monaten mal wieder probieren ob wir als Freunde auch ne gute Zeit haben können. Wenn wir das dann überhaupt noch möchten 😏

#114


Arev87
Zitat von PapaEmeritus:
Nach außen hin wahrscheinlich absolut normal und liebenswert, oder?

Extrem offen, kommunikativ, lustig, gebildet, herzlich....
Jeder aus meinem Umkreis fand ihn toll, nachdem ich ihn irgendwohin mitgenommen hab

x 1 #115


M
Zitat von PapaEmeritus:
@Arev87 Nach außen hin wahrscheinlich absolut normal und liebenswert, oder? Was dahintersteckt, erkennt man eben lange nicht. Und wenn’s das erste Mal knallt, ist man bereits biochemisch geknidnappt. Wenn ich das so lese, hast du sehr wahrscheinlich alles richtig gemacht. Das betrifft auch nicht nur Männer. ...

Tatsächlich habe ich es sogar häufiger mit Frauen erlebt, dass Kritik oder Widerspruch von Frau zu Frau zu grosser Kränkung und Hinterfragen der gesamten Beziehung geführt hat. Das stimmt.
Dennoch gibt es auch in meiner Generation nicht wenig Männer wo ich denke die Mütter wurden oft noch kleingehalten und waren abhängig und die sind dann total überfordert bis panisch, wenn jemand nicht nur klar und direkt ist, sondern Dinge auch hinterfragt, durchschaut und einen konflikt riskiert. Das ist für die wohl tatsächlich gleichbedeutend mit "nicht geliebt werden". Genauso wie der Wunsch nach Autonomie ebenso wie Bindung.
Letzten Endes sind das symbiotische Phantasien die eher an einer nährenden Mutterfigur orientiert sind denn an einer eigenständigen erwachsenen Frau.

x 1 #116


PapaEmeritus
@merretich

Ich denke, dass nur die Verhaltensweisen unterschiedlich sind, der Motor der das antreibt, ist immer derselbe. Männer reagieren wahrscheinlich häufiger mit Aggression und Abwertung, Frauen eher mit Opferrolle und Entzug von Nähe und Kommunikation. Die Grenzen sind aber fließend.

@Arev87

Hat sich sicher auch jede Kleinigkeit gemerkt, die du erzählt hast, oder?

#117


Arev87
Zitat von PapaEmeritus:
Hat sich sicher auch jede Kleinigkeit gemerkt, die du erzählt hast, oder?

Nee das traf nicht zu. War eher ziemlich verpeilt 🙃

#118


M
Zitat von PapaEmeritus:
@merretich Ich denke, dass nur die Verhaltensweisen unterschiedlich sind, der Motor der das antreibt, ist immer derselbe. Männer reagieren wahrscheinlich häufiger mit Aggression und Abwertung, Frauen eher mit Opferrolle und Entzug von Nähe und Kommunikation. Die Grenzen sind aber fließend. @Arev87 Hat sich sicher ...

Stimmt. Jetzt wo Du es sagst. Tatsächlich kenne ich diese Zuordnung wenn ich an weibliche Bekanntschaften oder Exfreunde denke. Kritikunfähige Männer explodieren eher (hatte ich auch beruflich als mal) mit männlichen Platzhirschen), Frauen "bestrafen" durch Kontaktabbruch oder kaltes Schweigen.
Zum Glück kenne ich Menschen die Offenheit und Ehrlichkeit auch schätzen.
Meiner Erfahrung nach kommt s auch bisschen auf das Bundesland an wie gut jemand mit ehrlichem Feedback klarkommt. In Bayern und Norddeutschland hatte ich mit meiner direkten Art keine Probleme. Im Südwesten Deutschlands wird einem jede Art von direkter Kritik oft sehr übel genommen.
Ah ja, man könnte ewig drüber philosophieren. Aber es hat am Ende wohl einfach nicht gepasst für die TE.
Und ich verstehe sie.

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Arev87
Zitat von merretich:
ohne dieses Streben nach Gleichberechtigung und Augenhöhe auf die heterosexuellen Beziehungen insbes. den Umgang mit Frauen in ebensolchen Beziehungen zu beziehen

Er hat sich tatsächlich selber als Feminist gesehen. Grundsätzlich befürwortet er das von seinen Werten her schon.
Ich glaube eher, dass er innerhalb einer Paarbeziehung (jetzt mal unabhängig vom Geschlecht des Partners) ungerne das Gefühl hat unter der Partnerin zu stehen. Und sich dann eben schnell bedroht fühlt. Und wenn das nur so eine Kleinigkeit ist wie das mir sein Essen nicht schmeckt, er sich dadurch total in seinem Selbstwert angegriffen fühlt

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