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Partner mit Bindungsangst

Liv225
@PapaEmeritus @merretich

Wieder viele gute Gedanken, die ich so nachfühlen kann.

Man investiert unglaublich viel. Und tut das auch gern. Ich würde schon sagen, dass ich gut zuhören kann, auch helfe und erstmal auf andere schaue. Das zumindest hab ich gelernt, dass ich auch wirklich mich selber ernst nehme.

x 1 #211


hotte
@Margerite
Wenn ich das also richtig verstehe, und sorry das ich hier vom eigentlichen Thema vielleicht abweiche, führst du deine Ehe weiter.... wie siehst du die ganzen Emotionen jetzt? Meine Ehe war am ende auch nicht mehr herausragend aber sie war für mich, bis auf wenige Eigenarten, gut "genug".

Erst durch die Trennung und das "am Ende sein" habe ich den mentalen Ar. bekommen mich mit mir selbst, meinen Wünschen und Erwartungen zu beschäftigen und dem was ich eigentlich möchte.

Wenn es bei dir diesen Ar. nicht gegeben hast frage ich mich ob du deine Ehe aktuell wirklich geniessen kannst oder ob du dich damit arrangiert hat. Bitte nicht falsch verstehen.. ich will dir nix einreden und dich schon gar nicht in eine Trennung quatschen. Nur einfach mal hinterfragen weil ich hier im Forum so unfassbar viele unterschiedliche Persönlichkeiten erlebe....

#212


A


Partner mit Bindungsangst

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PapaEmeritus
@Liv225

Und man muss sich auch vor Augen führen, dass der Mensch die ganze Zeit so gewesen ist, der hat sich ja nicht von einem Tag auf den anderen plötzlich verändert. Es hat sich eben nur gezeigt, was in dem Menschen steckt. Es fällt natürlich lange schwer, das zu akzeptieren.

#213


Liv225
Zitat von PapaEmeritus:
@Liv225 Und man muss sich auch vor Augen führen, dass der Mensch die ganze Zeit so gewesen ist, der hat sich ja nicht von einem Tag auf den anderen ...

Da sagst Du was.
Bis man das einordnen konnte, zum Beispiel fehlender Kontakt zum Bruder. Nicht der Bruder war seltsam, sondern Exfreund.
Oder die ständigen Jobwechsel. Immer widerfuhr ihm Unrecht…
Bis dann mal klar war, irgendwann wurde er dann auch dort durchschaut.

klar, man hat auch was über dich gelernt… dennoch: so viel Lebenszeit in so jemandem gesteckt.
und manche sind da noch viel länger drin:/

x 1 #214


PapaEmeritus
@Liv225

Die Erzählungen sollte man natürlich immer mit Vorsicht betrachten. Aber auf die Idee kommt man ja lange nicht. Mir wurde immer was von der letzten schmerzhaften Trennung erzählt, oder sich über die Unehrlichkeit der Menschheit beschwert. Lange Zeit hab ich das so als Gründe für das Verhalten interpretiert. Irgendwann hab ich mir dann die Frage gestellt, ob der Mensch schon mit früheren Partnern, Freunden etc. so umgegangen ist. Das erschien mir dann irgendwann plausibler. Vor allem weil der Mensch nicht wirklich Freunde zu haben schien. Ich war ziemlich schnell ne wichtige Bezugsperson. Ich hab natürlich keine Beweise, ist natürlich immer noch möglich, dass ich in dem Menschen durch irgendwas das Verhalten verursacht habe, aber mir erschien das mit der Zeit immer unplausibler. Und als ich dann irgendwann den Verdacht hatte, dass die nette Seite nur die andere Seite der Grausamkeit ist, konnte ich das beenden. Ein langer und harter Kampf war/ist es trotzdem.

#215


Liv225
Zitat von PapaEmeritus:
@Liv225 Die Erzählungen sollte man natürlich immer mit Vorsicht betrachten. Aber auf die Idee kommt man ja lange nicht. Mir wurde immer was von der ...

Natürlich KANN man nicht alles wissen.
Aber wie bei Dir… der Mensch hatte auch keine Freunde. Wirklich nicht.
Ich war da sehr offen mit Freunden was machen, sie einladen.
Da war aber niemand.
Mittlerweile bin ich mir sicher, sie waren nicht so wegen uns, sondern sie sind so.
Sie werden das nicht los.
Aber wir konnten gehen.

x 1 #216


PapaEmeritus
@Liv225

Ich bin auch grundsätzlich kein Freund von so Dingen wie „Man erkennt sie an ihren Augen“ usw, aber es gab so Momente, vor allem Momente der Zweisamkeit, wenn man da die Augen aufgemacht hat, hat sie mich immer beobachtet und man blickte irgendwie ins Nichts. Oder die Kälte in der Stimme, wenn man über was reden wollte und abgewertet wurde, da lief es einem kalt den Rücken runter. Da hab ich mich immer gefragt, ob das das ist, was unter der netten Oberfläche liegt. Das glaubt einem ja keiner, aber ich glaube inzwischen da ist nix Gutes. Ein Knackpunkt war, dass ich irgendwann der Nettigkeit nicht mehr vertraut hab. Du kennst das ja. Den einen Tag noch absolut bösartig, wenn man nicht mehr reagiert, plötzlich wieder ganz nett… da konnte ich mich dann wenigstens aus dem Kontakt lösen. Wenn ich da heute drüber nachdenke, schüttelt es mich immer noch etwas.

x 1 #217


M
Zitat von hotte:
Wenn ich das also richtig verstehe, und sorry das ich hier vom eigentlichen Thema vielleicht abweiche, führst du deine Ehe weiter.... wie siehst du die ganzen Emotionen jetzt?

Ja, die Ehe läuft weiter und wir haben uns wieder gefunden. Man kann von einer langhährigen Ehe nicht erwarten, dass man in einem Stadium der Verliebtheit bleibt, denn die flaut zwangsläufig immer ab.
Wir kommen gut zurecht, halten zusammen und ich finde es gut, wie es jetzt ist. Ich brauche keine Höhenflüge mehr. Ich möchte keinen anderen Mann und das ist das eigentlich Wichtige. Gegenseitige Wertschätzung, adäquates Benehmen, auch wenn ich derzeit ziemlich reizbar bin Aber das liegt nicht an der Ehe, sondern an der Situation mit meinem dementen Vater, die derzeit schwierig ist. Da liegen öfters die Nerven blank.


Zitat von PapaEmeritus:
, hat sie mich immer beobachtet und man blickte irgendwie ins Nichts. Oder die Kälte in der Stimme, wenn man über was reden wollte und abgewertet wurde, da lief es einem kalt den Rücken runter.

Seufz, das kommt mir auch bekannt vor. Dieser leere Blick, ein Gesicht das oft genug wie eine Maske aussah und kaum Leben zeigte. Er lachte nie, er lächelte manchmal, aber so richtig lachen sah ich ihn kein einziges Mal, weinen natürlich auch nicht. Er war allenfalls lauwarm, aber nie "heiß". Und das Kommunikationsverhalten war auch entsprechend, denn meist hörte ich allenfalls inhaltslose Floskeln oder Äußerungen, die mir die Schuld zuwiesen. Das hat du falsch verstanden, das habe ich nie gesagt, getan, gemeint, das habe ich nie behauptet ... Und mit der Zeit fragte ich mich, ob ich wohl etwas überbewerte und wieder mal die Flöhe husten hörte.

Ein Mensch, der nicht lachen kann, da sollten die Alarmglocken schrillen. Denn meist steckt dahinter auch ein großer Teil Emotionslosigkeit. Aber das merkte ich erst mit der Zeit, denn der Zauber des Anfangs macht jeden blind.
Zitat von hotte:
Wenn es bei dir diesen Ar. nicht gegeben hast frage ich mich ob du deine Ehe aktuell wirklich geniessen kannst oder ob du dich damit arrangiert hat.

Beides. Ich bin froh über meinen Mann, schaue ihn gerne an, höre gerne seine Stimme, aber natürlich muss man sich in jeder Beziehung auch arrangieren. Wer dazu nicht bereit ist, sollte es bleiben lassen. Ich glaube, dass ich die Ehe jetzt besser führen kann, eben weil es den Bindungsvermeider gab. Da lernt man das zu schätzen, was man hat.

Erwarte nicht, dass ein anderer Mensch dir emotionale Höhenflüge bescheren muss, vor allem nicht auf Dauer, aber das Gesamtpaket muss stimmen. Schlechte Eigenschaften hat auch jeder mit denen man zurecht kommen muss. Das betrifft beide. Ich kenne viele Menschen die langjährig verheiratet sind und einen guten Eindruck machen. Sie unternehmen zusammen etwas, treten gemeinsam auf, aber reinschauen kann man natürlich nirgends. Da kann man sich durchaus täuschen.

Wir hattejn vor vielen Jahren ein Ehepaar in der Nachbarschaft, mit denen wir uns ab und an über den Zaun unterhielten. Sie machten oft zusammen Gartenarbeit und wirkten sehr harmonisch. Ich dachte mir, die kommen gut miteinander klar, doch das war trügerisch. Wir sahen sie iwann nicht mehr und dann hörten wir, sie hätten sich scheiden lassen. Das fand ich dann schon ein wenig taurig. Aber ich kenne keine Hintergründe.

#218


Funkenline
Zitat von Arev87:
Er hatte tatsächlich eine schwierige Kindheit. Der Vater hat die Familie für eine andere Frau verlassen und sich dann wenig bis kaum interessiert. Die Mutter hat daraufhin Depressionen bekommen und sich eigentlich selbst aufgegeben. Sie hat ihm oft Schuldgefühle eingeredet indem sie sagte, er wäre genauso wie sein ...

Wow, wie bei meinem Ex. Der Vater weg, nachdem er fremdgegangen und eine neue Familie gegründet hatte. Die Mutter depressiv und substanzmittelabhängig.

Und er? Er hatte auch solche Züge, war null kritikfähig, übergriffig und ist wegen Nichtigkeiten ausgeflippt. Zuletzt habe ich mich nur noch bemüht, unter dem Radar zu fliegen. Hab mich regelrecht aus der Beziehung geschlichen - aus Angst, er tut mir, sich selbst oder unserem Kind noch was an.

Meine Kindheit war auf andere Weise schwierig bzw. traumatisch.
Heute kann ich ganz klar sagen, dass es kein Zufall war, dass wir uns gegenseitig angezogen haben.

Ich würde dir daher empfehlen, den Blick auf deine eigenen Anteile zu richten.
Andernfalls ist die Gefahr doch groß, in ähnlich ungesunde Konstrukte zu geraten, wobei ich es nach dieser Erfahrung vorgezogen habe, Single zu bleiben. Alles Gute dir!

#219


Liv225
Zitat von PapaEmeritus:
@Liv225 Ich bin auch grundsätzlich kein Freund von so Dingen wie „Man erkennt sie an ihren Augen“ usw, aber es gab so Momente, vor allem Momente ...

Jaaa, mich schüttelt es auch. Mit dem Schreiben sind mir einige Sachen wieder eingefallen. wirklich richtig böse Dinge.

Wenn wir jetzt darauf schauen, dann verstehen wir uns nicht mehr und würden sagen: Geh doch! Das ist keine Liebe.
Aber damals sind wir geblieben.
Weil es irgendwie nicht richtig greifbar war.

Ziemlich zum Schluss, da war sogar noch ein Urlaub geplant, war wieder aus nichtigem Grund Schuldumkehr und Silent Treatment. Und ich sagte:
Wenn Du das wirklich nicht einsiehst, dann storniere ich.
Er sah natürlich gar nichts, sondern wetterte wieder. Und ich stornierte.
Das konnte der Mensch absolut nicht fassen.
Da begann ich mich zu lösen. Und merkte bei bevorstehenden Treffen immer mehr, dass ich eher Angstgefühle ( was wird wieder sein) als Vorfreude hatte.

Wie lang wart Ihr denn zusammen?

#220


Liv225
Und zur Maske…
Ich bin jemand der gern Fotos macht, von den Kindern, im Garten, wenn wir musizieren…
Das ist herzlich, albern, lustig…

Beim ihm hat es nie die Augen erreicht. Das hätte mir auch auffallen können… Aber wie so vieles tat es das nicht.

#221


A


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