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Partnersuche im 21 Jahrhundert hoffnungslos?

Ricky
Zitat von ysabell:
ja, aber erst das Gefühl, dann die Philosophie. S. sollte man immer mit viel Liebe machen, auch wenn man keine Beziehung anstrebt Smile Sonst ist es eine reichlich armselige Angelegenheit und führt zu Verhärtungen.
Was für eine Idee, es überhaupt zu trennen!


Nur weil Du es nicht trennen kannst, heißt es noch lange nicht, dass es nicht trennbar ist. Manchmal geht es ja - auch für Frauen - einfach nur um den Kick des Körpers. Und da ist dann absolut keine Seele im Spiel. Sieht man übrigens jedes Wochenende auf's Neue, wenn man denn mal losgeht. C'est la vie.

x 1 #2431


K
Zitat von Ricky:
und bevor es wieder aufkommt, ich schreibe das hier nicht aggressiv... vielleicht mitn bisschen Verachtung. Hab ich immer gern mal, wenn Menschen so dermaßen großkotzig und dummdreist auftreten.


Na also, immerhin das haben wir gemeinsam.

x 2 #2432


A


Partnersuche im 21 Jahrhundert hoffnungslos?

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E
Zitat von Ricky:
Und du machst es dadurch, dass Du nicht mehr an Schicksal glaubst, sondern Menschen Chancen gibst.

Dem stimme ich auch nicht zu. Ich habe ja Menschen Chancen gegeben. Und jetzt bereue ich es. Ich hätte wirklich nach dem Verlust meiner großen Liebe allein bleiben und auf eine neue Liebe hoffen sollen, anstatt in Beziehungsversuchen/Affären/Dates das zu suchen, was ich verloren habe. Ich habe versucht, den Schmerz zu lindern und so hat niemand anders wirklich eine reelle Chance.

Zitat von Ricky:
Weil es vorher zwanghaft ist. Alles was man erzwingen will, geht meistens auf die eine oder andere Weise in die Binsen. Das ist auch nur natürlich.

Richtig. Und genau deshalb schrieb ich davon, loszulassen.

Zitat von Ricky:
Du wendest Deine eigene Regel nicht an, sondern zwingst Dich gerade dazu "loszulassen". Das ist dann doch kontraproduktiv. Du musst jetzt das zwanghafte loslassen loslassen.

Ich setze anderen Gedanken, Gewohnheiten an die Stelle des Gedankens an den "Seelenverwandten". Natürlich beginnt das erstmal mit Kontrolle, aber irgendwann wird es Wirklichkeit werden und ich werde unabhängig von dem Wunsch nach echter Nähe leben. Dann habe ich es geschafft. Klar ist das am Anfang mit Kontrolle und Zwang verbunden, aber es funktioniert.

Zitat von Ricky:
Du strahlst in dem Moment die kindliche Leichtigkeit aus, die er dann attraktiv findet.

Also ich denke, er hat mich einfach ehrlich geliebt und wollte, dass ich glücklich bin. Gleichzeitig mochte er auch Hunde. Attraktiv fand er mich immer zunge raus strecken .

Zitat von ysabell:
ja, aber erst das Gefühl, dann die Philosophie. S. sollte man immer mit viel Liebe machen, auch wenn man keine Beziehung anstrebt Smile Sonst ist es eine reichlich armselige Angelegenheit und führt zu Verhärtungen.
Was für eine Idee, es überhaupt zu trennen!

Mmh, diese Sätze machen mich irgendwie traurig. Da sollte ich noch einmal drüber nachdenken...

Und was ich mich noch frage: Wie geht ihr damit um, wenn ihr in der Vergangenheit nicht mehr revidierbare Fehler gemacht habt, die eure Gegenwart und euer Denken im Hier und Jetzt beeinflussen? Ich wünsche mir z. B. ich hätte auf Männer bezogen eine andere Vergangenheit und weiß nicht, wie ich mit der, die ich nunmal habe, umgehen soll. Sie kennt kaum einer, ich kann sie verschweigen, aber ich muss sie ja vor mir und meinen eigenen moralischen Ansprüchen rechtfertigen, muss selber damit klar kommen.
Im Nachhinein frage ich mich wirklich oft, warum ich so oder so reagiert habe und nicht anders, warum ich es nicht besser gemacht habe? Und die Person, die ich in der Realität, in der Familie, im Freundeskreis, auf der Arbeit bin passt überhaupt nicht zu der Person, die ich mit Männern war (außer in meiner langen Beziehung). Klar, ich bin dabei es anders zu machen. Aber dennoch schäme ich mich für mich selber. Lieber wäre ich so rein wie jeder es von mir denkt, der mich kennen lernt ohne meine Vergangenheit zu kennen.
Freundinnen mit ähnlichen oder "schlimmeren" Geschichten haben sie ihren jetzigen Partnern nie erzählt. Gleichzeitig sollte ja jemand, der einem nahe ist, schon viel von einem wissen.
Wie steht ihr dazu? Erzählen, verschweigen?
Und wie seht ihr das mit der Bewältigung der eigenen Vergangenheit?

#2433


W
@Ricky

Großkotzig und dummdreist - damit hast Du mich endlich einmal argumentationsreich sehr genau charakterisiert.
Um so erfreulicher ist es, wenn man dann in einem Forum auf sein hochintelligentes und bescheidenes Pendant trifft.

Nein, keine Sorge - ich habe Dir nichts von esotherischen, nicht einmal von esoterischen Sichtweisen zu erzählen. Es wäre auch das Letzte, was mir überhaupt einfiele, etwas mit meiner Spielkreide auf Deine Todernstwände zu schreiben.
Ich habe nur den Eindruck, um etwas ganz Großkotziges zu sagen, das mir so richtig gerecht wird, daß ich schon über Brücken gegangen bin, denen Du noch nicht einmal in die Nähe gekommen bist.

Allmählich glaube ich immer mehr, daß Du das, was Du so von Dir gibst, tatsächlich für Argumente hältst.
Ich fürchte aber, da wirst Du wohl ziemlich der Einzige sein, der das tut.
Aber es gibt ja auch nichts Schöneres, als sich selber auf den Leim zu gehen. An sich selber klebt es sich ja doch immer noch am besten.
Fällt Dir eigentlich selber gar nichts auf, wenn Du Dich hier so umliest - außer, daß alle außer Dir irgendwelche weichbeeierten Vollidioten sind, die keine Ahnung vom Leben haben? Das muß einen ja unweigerlich nicht nur in die Verzweiflung, sondern schließlich sogar in die Depression treiben, wenn man der einzige Leuchtstern unter lauter schwarzen Löchern und braunen Zwergen ist. Unvorstellbar diese Einsamkeit!

Ich weiß nicht, ob Du schon einmal von Vincent dem Vermuter gehört hast.
Wenn es nachst geknallt hat, war das für ihn ein Mord. Außer zu Silvester.
Blieben die Vögel am Vogelhaus aus, hatten sie die Katzen gefressen. Außer, der Sperber kam ihm zuerst in den Sinn.
Trug seine Frau ein neues, überraschend reizvolles Höschen, war das ein Zugeständnis an den neuen heimlichen Liebhaber.
Usw.
Eines Morgens hat man Vincent zerschmettert in einer Baugrube gefunden. Das Warnlicht blinkte noch immer orange.
(Und nein, auch das ist noch lange nichts Esoterisches - es könnte nur ein Gleichnis sein.)

x 12 #2434


Ricky
Zitat von Elerya:
Dem stimme ich auch nicht zu. Ich habe ja Menschen Chancen gegeben. Und jetzt bereue ich es. Ich hätte wirklich nach dem Verlust meiner großen Liebe allein bleiben und auf eine neue Liebe hoffen sollen, anstatt in Beziehungsversuchen/Affären/Dates das zu suchen, was ich verloren habe. Ich habe versucht, den Schmerz zu lindern und so hat niemand anders wirklich eine reelle Chance.


Das doch Käsekram. Weil Du Verluste einsteckst, willst Du lieber gar nichts mehr tun? Das ist nicht sinnvoll. Schmerz auszuschalten versuchen, indem man ihn mit S. oder Ersatz betäubt, ist natürlich nicht sinnvoll, aber den Lernprozess machen eben viele durch. Jetzt hast Du das ja verstanden, also gibt's da auch kein Problem mehr.

Zitat:
Ich setze anderen Gedanken, Gewohnheiten an die Stelle des Gedankens an den "Seelenverwandten". Natürlich beginnt das erstmal mit Kontrolle, aber irgendwann wird es Wirklichkeit werden und ich werde unabhängig von dem Wunsch nach echter Nähe leben. Dann habe ich es geschafft. Klar ist das am Anfang mit Kontrolle und Zwang verbunden, aber es funktioniert.


So klar ist das nicht. Zwang muss nicht sein. Kontrolle vermutlich schon. Disziplin würden es wohl andere nennen.

Zitat:
Also ich denke, er hat mich einfach ehrlich geliebt und wollte, dass ich glücklich bin. Gleichzeitig mochte er auch Hunde. Attraktiv fand er mich immer zunge raus strecken .


Nichts Anderes sagte ich.

Zitat:

Und was ich mich noch frage: Wie geht ihr damit um, wenn ihr in der Vergangenheit nicht mehr revidierbare Fehler gemacht habt, die eure Gegenwart und euer Denken im Hier und Jetzt beeinflussen? Ich wünsche mir z. B. ich hätte auf Männer bezogen eine andere Vergangenheit und weiß nicht, wie ich mit der, die ich nunmal habe, umgehen soll. Sie kennt kaum einer, ich kann sie verschweigen, aber ich muss sie ja vor mir und meinen eigenen moralischen Ansprüchen rechtfertigen, muss selber damit klar kommen.


Du musst lernen Dir selbst zu verzeihen. Das ist sehr schwierig und dauert sehr lange.

x 2 #2435


Ricky
Zitat von whynot60:
@Ricky

Großkotzig und dummdreist - damit hast Du mich endlich einmal argumentationsreich sehr genau charakterisiert.
Um so erfreulicher ist es, wenn man dann in einem Forum auf sein hochintelligentes und bescheidenes Pendant trifft.


Nur dass Du weder hochintelligent noch mein Pendant bist. Wenn ich mal einen Experten in "Douchebag sein" haben will, dann bist Du absolut meine erste Wahl. Aber in dieser Nummer, bist Du schlichtweg nur der Laie. Und deshalb: Finger weg vom Indianerschmuck, Mu.schi.

#2436


Ricky
Zitat von Kaetzchen:
Na also, immerhin das haben wir gemeinsam.


Nur das Du Dir das absolut nicht leisten kannst.

Alter... ich brauch echt Urlaub von diesem Forum. Unfassbar was hier im Moment wieder geht. Hauptsache man posaunt raus und liest die Sachen, die man zitiert überhaupt nicht.

Vielleicht nochmal so zum Schluss, weil ich es gerade noch gelesen habe: Friedman und Martin (ich wäre ja mehr für Marty Friedman gewesen) haben übrigens - so man es denn gelesen hätte - am Ende ihrer Studie noch klar gesagt, dass man es nicht pauschalisieren soll. Wenn dann also so Aussagen deinerseits, die ja keine Zitate sind, sondern von Dir abgegeben wie:

Zitat:
Darüber sprechen wir dann mal in 10-15 Jahren, wenn Du selbst Nachwuchs hast, Deine Frau sich zwischen Arbeit, Haushalt, Kinderhort und Grundschule sowie diversen Freizeitaktivitäten der Kids aufreibt und Dir dann abends im Bett mitteilt, dass sie jetzt lieber mal eine halbe Stunde Zeit für sich hat und was liest, statt Dir auch noch einen BJ zu verpassen.


Dann gerate ich nämlich leicht in den Verdacht, dass da was ganz Anderes mitschwingt. Nur weil in Deiner Umgebung angeblich fünf Frauen dieses Schicksal erlitten haben, ist es noch lange keine Regel. Und pauschal kann man da erstmal gar nichts sagen. Deshalb: Studien anbringen, wenn man sie selbst gelesen hat und nicht wenn der Focus, der Stern oder wer auch immer einem vorbetet, was sie glauben vermarkten zu müssen.

#2437


E
Zitat von Ricky:
Du musst lernen Dir selbst zu verzeihen. Das ist sehr schwierig und dauert sehr lange.

Und dabei möchte ich immer, dass alles schnell, schnell, schnell geht .... Augen rollen
Naja, jetzt werde ich mir wohl Zeit geben müssen. Loslassen dauert und sich selbst die ganzen Eskapaden und das Einschlagen eines falschen Weges zu verzeihen, dauert auch.
Aus der damaligen Situation konnte ich es aber einfach nicht richtig erkennen und habe einfach so weitergemacht, im Glauben, mir damit Glück erfüllen zu können Augen rollen . Je länger (und 10 Wochen sind ja auch noch nicht lange, aber länger als sonst) ich mich aber von diesem ganzen Dating-Ding und große Liebe finden distanziere, desto mehr merke ich, wie sehr ich mit allem was ich in punkto Männer gemacht habe, falsch gelegen habe...
Wenigstens laufen alle anderen Bereiche meines Lebens nach meinem Plan, so dass das das einzige ist, was ich jetzt innerlich hinbekommen muss. Komischerweise habe ich überhaupt kein Bedürfnis mehr online wen zu suchen... Das hatte ich auch noch nie. Immer wenn ich dachte, etwas ist vorbei oder mich wer sehr verletzt hat, habe ich wie ein Automatismus einfach jemand anderen gesucht. Online Dating macht es möglich. Und jetzt ist das nicht mehr so. Dagegen muss ich noch nicht mal ankämpfen...
Aber weh tut mir meine Vergangenheit trotzdem. Aber ich glaube, dass das bei anderen auch so ist, dass man immer mit etwas nicht ganz zufrieden ist, wie man das gemacht oder gelöst hat... Oder?

x 2 #2438


Y
@Elerya

Zitat:
Ich setze anderen Gedanken, Gewohnheiten an die Stelle des Gedankens an den "Seelenverwandten". Natürlich beginnt das erstmal mit Kontrolle, aber irgendwann wird es Wirklichkeit werden und ich werde unabhängig von dem Wunsch nach echter Nähe leben. Dann habe ich es geschafft. Klar ist das am Anfang mit Kontrolle und Zwang verbunden, aber es funktioniert.


Ja, das denke ich auch und würde es wie Ricky eher Disziplin nennen. Ist aber auch egal, wie man es nennt.
Intuitiv machen die meisten Menschen ja erstmal das richtige: ihnen fehlt Nähe- sie suchen sie.
Ich habe es ja schon einmal erzählt: ich habe viele Jahre fast nur Love Love Love im Kopf gehabt, wie eine Irre danach gesucht. Eigentlich ein gesunder Impuls, nur funktioniert es so nicht.
Und ich habe es dann genau so gemacht, wie Du es beschrieben hast: erstmal mit Disziplin und Selbstbeherrschung angefangen mich auf andere Dinge zu konzentrieren.
Und es hat seine Zeit gebraucht, bis ich in diesen Dingen Befriedigung fand und gar nicht mehr nach Love suchte.
Die Gewohnheit spielt dabei natürlich auch eine große Rolle.
Man kann lernen, auf andere Weise Befriedigung zu erlangen. Am Anfang ist das meistens etwas frustrierend weil mal ja noch keine Erfolge hat.
Meine Mutter zeichnet und malt z.B. seit vielleicht. 2 Jahren und sagte mir neulich, dass sie selten zufrieden ist weil sie es eben noch nicht kann. Sie macht aber weiter weil sie erleben möchte, dass es ihr so leicht von der Hand geht, wie andere Tätigkeiten- und dann auch befriedigend sein kann.

Aber vergiss nicht, dass der Wunsch nach echter Nähe ja auch etwas ganz natürliches und gesundes ist Smile Die braucht langfistig doch jeder Mensch, um zufrieden zu sein.
Mir fehlt auch ein Gefährte, mit dem ich Abends händchenhaltend spazieren gehe, der mir mein Köpfchen krault usw. Smile Aber es drängt mich dennoch nicht, wie verrückt zu suchen oder ständig daran zu denken.

Gerade fällt mir ein einfaches Bsp. ein: ich habe einen Bekannten. Ein sehr getriebener Mensch, der mir einmal sagte, dass er immer wie ein Bekloppter nach Liebe suche und das viel zu zentral in seinem Leben ist. Ist es mMn tatsächlich. Das Problem dabei ist, dass er keine Schwierigkeiten hat, ständig neue Frauen kennenzulernen und so schlittert er von einer/m Liebesgeschichte besser Liebesdrama ins nächste, was absolut frustrierend für ihn ist.
Aus Gründen a b c war er nun eine zeitlang etwas von der Welt abgeschnitten und ziemlich allein. Wir hatten zu dieser Zeit aufgrund eines Konflikts auch Sendepause. In dieser Zeit hatte ich Geburtstag. Er bastelte nun wochenlang an einem Geschenk für mich herum und sagte mir später, dass er noch nie die Erfahrung gemacht habe, wie schön es sein kann sich, über Wochen ganz intensiv und versunken einer Tätigkeit hinzugeben und dass er seine kreative Ader entdeckt habe Smile
Ich dachte, dass genau das doch das schönste Geschenk ist: dass er gelernt hat, Freude im Tun zu finden statt nur in der Zweisamkeit mit einer Frau. Schwups- neue Erfahrung! Smile

Was Dir nur vielleicht. nicht so gut tat, ist dass Du aus diesem Wunsch heraus zu viele Kompromisse gemacht hast und dadurch genau das Gegenteil von dem erlebt hast, was Du Dir wünschtest.
Ich habe eine Freundin, die oft irgendwelche Liebschaften hat und auch mich dazu anhält...Und sie hat in dem Sinne recht, dass es tatsächlich nicht so besonders gesund ist, zu lange ohne Nähe zu leben...Aber wenn sie von ihren Liebschaften erzählt, sehe ich wirklich immer auch Schmerz in ihrem Gesicht. Es bleibt nicht viel schönes zurück...Neulich fiel ich fast vom Stuhl weil nun auch sie (was niemals ihr Denken war) sinngemäß sagte: alle Männer sind sche***. Ich denke, dass das eben durch diese Erfahrungen zustande kommt. Aber ganz gleich, wie man sich entscheidet, man zahlt immer einen Preis für seine Prioritäten im Leben, ich auch.
Vielleicht sollte man nicht erwarten, dass alles einfach nur leicht ist, wenn man nur alles richtig macht.

Zitat:
Und was ich mich noch frage: Wie geht ihr damit um, wenn ihr in der Vergangenheit nicht mehr revidierbare Fehler gemacht habt, die eure Gegenwart und euer Denken im Hier und Jetzt beeinflussen? Ich wünsche mir z. B. ich hätte auf Männer bezogen eine andere Vergangenheit und weiß nicht, wie ich mit der, die ich nunmal habe, umgehen soll. Sie kennt kaum einer, ich kann sie verschweigen, aber ich muss sie ja vor mir und meinen eigenen moralischen Ansprüchen rechtfertigen, muss selber damit klar kommen.


Ach Du süßes gewissenhaftes Wesen Kuss geben
Hast Du denn wirklich z.B. mit anderen Menschen gespielt? Anderen großes Unrecht getan?
Oder nur nicht den gesellschaftlichen moralischen Konventionen entsprochen? Glücklich
Und sollte ersteres der Fall sein: ein Gewissen, Empathie, Mitgefühl zu haben, einsichtig zu sein, ist doch das, worauf es ankommt. Nicht fehlerlos zu sein, sondern aufgrund der Erfahrungen zu erkennen- ah, das habe ich falsch gemacht. Und sich evtl. zu entschuldigen.
"Moralisch" zu sein, bedeutet ja nicht, keine Fehler zu machen, sondern moralisch empfinden zu können- Mitgefühl uvm. zu haben. Und all das hast Du doch.
Ich bedaure auch verloerene Jahre, die streng genommen natürlich nicht verloren sind aber es zermürbt mich nicht. Ich denke, dass es sogar vieles positives mit sich bringt. Manchmal kann man den Wert von Dingen erst dadurch wahrnehmen, dass man vorher vieles falsch machte oder einfachnur Erfahrungen machte.
Meine heutige Sehnsucht nach ganz bestimmten Dingen brennt z.B. nur so stark in mir weil ich sie erst spät entdeckt habe. Für viele Menschen sind manche Dinge, die ich tue nichts besonderes, für mich ein wahres Abenteuer.
Und gerade weil ich viele Männer kennenlernte weiß ich ganz genau, was ich will und bin in bestimmten Bereichen sehr streng und kompromisslos. Aber wenn dann ein Mann meines Weges kommt, der meinen Vorstellungen entspricht, dann kann ich ihn umso mehr wertschätzen. Hm, das ist etwas unglücklich formuliert. Vielleicht verstehst Du es trotzdem.
Ich hatte früher immer die Sehnsucht nach einem ganz bestimmten Menschen, lernte aber nie so einen kennen, sondern eben andere. Und dann traf ich ihn doch und auch weil ich (durch Erfahrung also Vergleich) weiß, dass so eine Begegnung etwas einmaliges ist, schätze ich diesen Menschen umso mehr.

x 2 #2439


E
Zitat von ysabell:
Ein sehr getriebener Mensch, der mir einmal sagte, dass er immer wie ein Bekloppter nach Liebe suche und das viel zu zentral in seinem Leben ist. Ist es mMn tatsächlich. Das Problem dabei ist, dass er keine Schwierigkeiten hat, ständig neue Frauen kennenzulernen und so schlittert er von einer/m Liebesgeschichte besser Liebesdrama ins nächste, was absolut frustrierend für ihn ist.

Da beschreibst du so ziemlich genau auch meine letzten Jahre... durcheinander Ich bin da echt so wie dein Freund. Und das macht einen ja auf Dauer echt kaputt, wobei es bei mir keine Liebesgeschichten waren, aber was es auch war, es entkräftet.

Zitat von ysabell:
Was Dir nur vielleicht. nicht so gut tat, ist dass Du aus diesem Wunsch heraus zu viele Kompromisse gemacht hast und dadurch genau das Gegenteil von dem erlebt hast, was Du Dir wünschtest.

Ja, das kann man auch so sagen bzw. festhalten, dass ich gar nicht mehr wusste, was ich selber will. Man verliert sich irgendwie selbst in diesem ganzen Mist...

Zitat von ysabell:
Hast Du denn wirklich z.B. mit anderen Menschen gespielt? Anderen großes Unrecht getan?
Oder nur nicht den gesellschaftlichen moralischen Konventionen entsprochen? Glücklich

Nein, ich habe noch nie mit anderen Menschen gespielt und schon von Anfang an immer ehrlich gesagt, was ich wollte oder empfinde und was eben auch nicht. Trotzdem war das irgendwie alles zuviel und ein paar Männer haben mich eben geliebt oder lieben mich immer noch, ohne dass ich es jemals erwidert habe oder erwidern werde. Ich habe ihnen aber nichts anderes jemals gesagt. In aller Deutlichkeit habe ich schon immer wieder klargestellt, dass niemals etwas aus uns werden wird. Dennoch lassen sie nicht los und ich wünschte, ich wäre ihnen erspart geblieben. Ich weiß ja selber, wie das ist, wen zu wollen, der mit einem abgeschlossen hat.
Den gesellschaftlichen und moralischen Konventionen entspreche ich zudem auf gar keinen Fall durcheinander .
Mich stört eher, dass ich den falschen Weg eingeschlagen habe und so viel Zeit verplempert habe mit dem Suchen von dem, was ich will, in irgendwelchen Männern, die mir das gar nicht bieten können und dass ich das immer erst nach Monaten gemerkt habe. Ich hätte einfach jetzt die Jahre allein bleiben sollen, dann könnte ich klarer sehen. Und es stört mich auch, dass ich nicht so eine persönliche Geschichte haben möchte wie ich sie jetzt nun einmal habe und auch nicht so eine Geschichte erzählen möchte über mein Leben.

Zitat von ysabell:
Ich hatte früher immer die Sehnsucht nach einem ganz bestimmten Menschen, lernte aber nie so einen kennen, sondern eben andere. Und dann traf ich ihn doch und auch weil ich (durch Erfahrung also Vergleich) weiß, dass so eine Begegnung etwas einmaliges ist, schätze ich diesen Menschen umso mehr.

Die Sehnsucht kenne ich auch und ich weiß auch, wie dieser Mensch vom Charakter/Verhalten/Typ ist und wie es sich mit ihm anfühlt... Und allein wenn ich das durchdenke und durchfühle ist die Sehnsucht wieder da Augen rollen ...

Zitat von ysabell:
Mir fehlt auch ein Gefährte, mit dem ich Abends händchenhaltend spazieren gehe, der mir mein Köpfchen krault usw. Smile Aber es drängt mich dennoch nicht, wie verrückt zu suchen oder ständig daran zu denken.

Vielleicht schaffe ich es ja auch, das in absehbarer Zeit mit meiner Methode hinzubekommen. Erstmal mache ich jetzt eine Schreibpause hier im Forum und lege das ganze Thema ad acta. Sonst werde ich ja immer wieder damit konfrontiert. Danke für eure anregenden Ideen und Tipps @ysabell , @Kaetzchen @whynot60 ... Und für den interessanten Austausch @Luca und @Ned ... Liebe Grüße, viele Küsse und bis bald Kuss geben

x 3 #2440


Ricky
Zitat von Elerya:
Erstmal mache ich jetzt eine Schreibpause hier im Forum und lege das ganze Thema ad acta.


Das ist der richtige Weg.

x 2 #2441


Y
@Elerya

vergiss nicht Deine eigenen Worte: "Aus den Scherben meines Lebens bau ich mir eine Discokugel und tanze darunter..."
Das geht nicht ohne Scherben...
Aber muss natürlich auch nicht gleich alles in zwei gehauen sein
Smile

Kuss geben

x 4 #2442


J
Zitat von whynot60:
@Ricky

Großkotzig und dummdreist - damit hast Du mich endlich einmal argumentationsreich sehr genau charakterisiert.

herz Kuss geben herz
Ricky-Mausi, willst Du Dich jetzt an Whynöttchen abarbeiten? Da wirst Du abprallen, aber die Damen hier werden Dich bereitwillig auffangen. Ohne Dich wäre es ja auch langweilig.

Zitat von whynot60:
Aber es gibt ja auch nichts Schöneres, als sich selber auf den Leim zu gehen.
Herrlich. Mein neuer Slogan. (geklaute Signatur)

x 1 #2443


W
@Ricky

Vielleicht hast Du das in Deiner Aufgeregtheit nicht so ganz richtig mitbekommen: Wenn ich Dich zumindest (offenbar irrtümlich) für mein hochintelligentes Pendant gehalten habe, dann bedeutet das ja, ganz in Deinem Sinn, daß ich das Gegenteil von hochintelligent, also saudumm bin.
Alle schafsledernere Aufregung also ganz umsonst.

Sollte ich einmal einen Experten für Halbstarken-Flegelhaftigkeit brauchen, dann weiß ich allerdings auch, an wen ich mich mit vollster Zuversicht wenden kann.
Wobei ich das aber kaum nötig haben werde, weil dieser an sich ja nichts anderes als lachhafte Zustand schon lange hinter mir liegt, so an die 40 Jahre, und ich grundsätzlich nichts wiederhole im Leben.

Du hast ja einmal gesagt, im realen Leben führst Du Dich noch krasser auf als hier. Und in Deinem Fall bezweifle ich das nicht einmal.
Das erklärt allerdings so einiges. Denn es nötigt geradezu zu dem Schluß, daß Du in Deinem ganzen Leben noch nie etwas Näheres mit einer ernstzunehmenden Frau zu tun gehabt haben kannst, so daß Dir gar nichts anderes widerfahren konnte als ein solches Frauen- und Männerbild, wie es sich in Deinem Kopf eingenistet hat.
Zudem hast Du Dir ganz offensichtlich aus Statistiken und Studien ein bescheidenes, um nicht zu sagen äußerst beschränktes Weltbildchen gezimmert, das Du Dir frohgemut auf die Stirn genagelt hast, und meinst tatsächlich, das wirkliche Leben funktioniere so, wie es Dir Deine geheiligten Studien vorgaukeln. Das kann ja nur schiefgehen.

Betrachtet man Dich einmal ganz sachlich - wodurch fällst Du auf?
Vor allem durch eine Ungehobeltheit, die man in Deinem Alter nur sehr selten findet (nicht grundlos, ist sie ja auch nichts anderes als beschämend (und nicht "männlich", wie Du vermuten wirst)).
Dann durch Deine papierene und geradezu schon karikaturhaft wirkende Studienstudiertheit, die ein wirkliches Leben nicht einmal noch gerochen hat.
Weiters durch Deinen selbstherrlichen, arroganten Belehrungszwang, der grundsätzlich alles besser weiß. Irgendeine Zustimmung bei irgend jemand ist mir bei Dir noch nie untergekommen. Du weißt ja sogar noch, was eine Schriftstellerin zu schreiben hat, besser schreiben sollte.
Zuletzt noch Dein Drang, niedermachen zu wollen, es zumindest zu versuchen. Und bei etwas verschreckteren Leutchen mag Dir das fallweise sogar gelingen.
Ansonsten habe aber zumindest ich noch nichts entdeckt, das nennenswert wäre.
Also alles in allem: Viel Gebrüll, lautes Gebrüll, wenig dahinter, wie das ja immer so ist. Außer vielleicht ein verschrecktes Männchen, das sicherheitshalber gleich einmal schreit, damit man ihm nicht versehentlich auf das selbstbewunderte Köpfchen steigt - oder gar auf etwas noch viel mehr Selbstbewundertes, das dem richtigen Mann ja überhaupt erst seine Zähne verleiht.


@JungeRoemer

Dir erlaube ich das Klauen sogar! Smile

x 5 #2444


E
@whynot60
rofl
sprachlich: anbeten
Herrlich zu lesen.
inhaltlich ebenso.

Danke dafür. Kuss geben

x 3 #2445


A


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