Zitat von ysabell:Es gibt einfach viele kleine Dinge, die sich unter Frauen oder unter Männern besser machen lassen- wie bei den Frauen eben das Shoppen oder nächtelange Quasselleien über Gefühle....Und ich möchte auch bitte nicht mit meinem Partner mit einem B. Fußball gucken oder sonstwas tun. Das sind jetzt Klischees aber mir fällt gerade nichts besseres ein.
Einge Leute brechen ja schon zusammen wenn der Partner Por. schaut. Für einige besteht die Lösung dann darin, es gemeinsam zu tun oder gemeinsam in den Club für Pärchen zu gehen. Ich frage mich, ob das aus einer gemeinsamen Lust heraus geschieht, oder weil man bis in den letzten Winkel der Intimssphäre des Partners mit eindringen will. Er soll nicht mal mehr ohne einen eine kleine Phantasie haben. Vielleicht kann man bald Gedanken und Traumüberwachungsgeräte kaufen, eine Art Saugnapf, den man am Kopf anbringt und von dem die Gedanken und Traumbilder direkt aufs Smarthone geleitet werden. Gilt ein Gedanke nicht einem selbst, leutet das Phone rot auf und eine Sirene geht an. Notfall!
Ich kenn einen (der kennt einen der ... usw

) dessen Frau hat keine Lust mehr auf S., verbietet (!) ihm aber auch das O.nanieren, weil das für sie das Gleiche wäre wie fremdgehen. Und Po. darf er natürlich schon mal gleich gar nicht schauen, dann gibt's aber Dampf. Was ist das?! Kontrolle? (Ist auch irgendwie "klar", dass so ein Mann dann fremdgeht ... das würde ich schon aus Trotz machen)
Von einer Bekannten (Psychologin und Paartherapeutin) hörte ich kürzlich, dass immer mehr Beziehungen Abhängigkeitsbeziehungen sind/werden. Woran liegt das? Daran, dass wir durch die viele Arbeit, ständiges Umziehen, kleinere Familien, anonymeres Wohnen .... immer weniger (zu wenige?) Sozialkontakte haben und dann der Partner all unsere sozialen Bedürfnisse ganz alleine befriedigen soll?
In meiner Kindheit (ich bin auf dem Land aufgewachsen) sah es so aus - tagsüber war bei uns immer "Besuch" von irgendwelchen Nachbarinnen. Abends auch, da saßen die Damen oft bei der einen oder anderen mit Sekt und Erdnussflips zusammen und haben gequatscht, wir Kinder erfuhren noch, wo Mama am Abend ist (falls was ist, dann hätten wir rübergehen sollen). Die Männer, auch mein Vater, waren abends eigentlich immer unterwegs. In der Eckkneipe (gab es früher - ja, an jeder Ecke halt, gerade hier im Ruhrgebiet, heute gibt es kaum noch welche), im Sportverein, Schützenverein, Gesangsverein ... und sonst hatte mein Vater noch seinen "Handwerkerkeller"
Ich kenne heute keine einzige Mutter, die ihr 6jähriges Kind z.B. abends allein gelassen hätte, um bei der Nachbarin zu sitzen und ein Glas Wein zu trinken. Undenkbar! Skandal! Vernachlässigung! Und Babysitter - ja, wer eine Oma vor Ort hat, hat Glück (so wie wir früher, wenn Mutter mal nicht bei Nachbarn in der Straße war, dann kam Oma und saß auf dem Sofa und hat bei uns ferngesehen).
Wer nicht, lässt sich mindestens von irgendwelchen Horrormeldungen über gewalttätige Babysitter abschrecken und gluckt lieber bei den Kindern zu Hause. Und der Mann gluckt mit, weil er aus schlechtem Gewissen heraus ja nicht ausgehen und sich vergnügen will, während die Frau auf die Kinder aufpassen "muss". Also hockt man nebeneinander gelangweilt auf dem Sofa, obwohl der Mann lieber zum Sport gehen würde und die Frau lieber mit ihrer Freundin quatschen würde. Schon doof. Alternativ unternimmt man noch Dinge, aber eben lieber getrennt. Solche Fälle kenne ich auch viele, wo jeder abends seiner Wege geht, immer schön abwechselnd, damit halt einer bei den Kindern bleiben kann.
Ich glaube, dass zu viele Beziehungen heutzutage an zu viel Nähe scheitern. Vor allem daran, dass diese Nähe eben gar keine echte Nähe mehr ist, sondern nur noch eine räumliche, oft erzwungene. Und die ist dann noch schlimmer als echte Distanz, die ja wiederum eine Beziehung auch sehr beflügeln kann, wenn man ab und zu das Seil strafft und sich "trennt" (wenn auch nur für ein paar Stunden/Tage), um danach mit neuen Eindrücken, Erlebnissen, Gesprächsthemen wieder echte Nähe zu schaffen.