Luca
Gast
Zitat von Kaetzchen:Ich glaube, dass zu viele Beziehungen heutzutage an zu viel Nähe scheitern. Vor allem daran, dass diese Nähe eben gar keine echte Nähe mehr ist, sondern nur noch eine räumliche, oft erzwungene. Und die ist dann noch schlimmer als echte Distanz, die ja wiederum eine Beziehung auch sehr beflügeln kann, wenn man ab und zu das Seil strafft und sich "trennt" (wenn auch nur für ein paar Stunden/Tage), um danach mit neuen Eindrücken, Erlebnissen, Gesprächsthemen wieder echte Nähe zu schaffen.
Was du zur Kindheit geschrieben hast kenne ich auch vom Land noch eher so.Ich möchte es auch nicht missen, war auch ein sehr schönes aufwachsen ;- ) Darauf bezogen schön unkompliziert und so schön un-neurotisch.
Zu dem Symbiotischem. Ich verstehe es leider auch so gar nicht.Und ich selbst kenne es so auch aus keiner Beziehung.Ich kenne Zeiten mit wirklich viel gemeinsamer Zeit, gerade am Anfang, doll verliebt usw- dann aber auch anderes.
Einer meiner Brüder lebt genau so- symbiotisch.Von Anfang an mit seiner jetzigen Frau.Ich meine, er war mitte dreissig, als sie zusammenkamen.Am Anfang dachte ich noch, mei, das legt sich.Von wegen.So schnell, wie es da nur noch ein "wir" gegeben hat, das kannte ich nicht mal von meinen seit zig Jahren verheirateten Eltern.Jeder Satz ein "Wir".Wir sind so, wir sehen das so tbc. .Rund um die Uhr gemeinsame Zeit- und wo nicht gemeinsam, wird eben telefoniert.
Bei meinem Bruder ist das übrigens nicht so- da sind beide in ein Umfeld inkl. Familienanhang sehr integriert, nix anonym und so.Ob es vielleicht dennoch nicht so "innig" ist und darin irgendein Grund liegt ? Keine Ahnung.
Ich weiß nicht, ob das schon immer sein geheimster Wunsch gewesen ist, mir war das irgendwann regelrecht unheimlich.
Es gab auch nur noch seinen Geschwistern gegenüber das "wir".Hat zu vielen heftigen Querelen geführt, ich habe Zeiten erlebt, wo ich , wenn ich bei Ihnen war, kaum Luft holen konnte vor Engegefühl.Ich musste wirklich mit mir teilweise kämpfen.
( vielleicht auch neurotisch
Jeder so, wie er mag- natürlich.Mich würde so ein Leben glaube ich kaputt machen, ich würde 'nen Kollaps bekommen.
Andere scheinen das zu brauchen. Ich mag ja auch gerne meine gefestigte homebase an Beziehung, an Familie um einen herum usw.Ich habe auch immer gerne miteinander gelebt- also in einem Haus.
Aber ich kannte es nie anders, als das jeder auch sein eigenes hatte.Inklusive Urlaube mal alleine bzw mit Freunden usw.
Und was mir manchmal zu denken gibt- ich weiß es nicht, aber manchmal gehört zu diesem Lebensstil ja auch so ein nonstop umgeben sein mit Anderen, Außenreizen.Wenn das mal wegfällt und man auf sich selbst geworfen wird, dann gehen die Krisen los.Das finde ich dann auch arg.Meins ist das alles so nicht, macht mich auf Dauer ungut wuschig.
