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Partnersuche im 21 Jahrhundert hoffnungslos?

B
Zitat von Urmel_:
Für die Männer: Wenn ne Dame unbedingt heiraten will, aber voll auf die Palme geht, wenn ihr dem Wunsch unter der Bedingung zustimmt, dass es einen Ehevertrag VOR der standesamtlichen Hochzeit gibt, dann wisst ihr bereits, wie der Hase läuft. Dann kommt meist direkt ein Vorwurf "Du liebst mich nicht // Du bist so unromantisch". Alles abprallen lassen. Wenn die Kleine nen Ring will, bekommt ihr dafür den Ehevertrag. Und wenn sie nicht zustimmt, dann gibt es im Gegenzug keine Heirat. Feddich.


Wir scheinen auf anderen Planeten zu leben.
Auf meinem wollten zwei Männer mich heiraten (Antrag und so), um nicht früher oder später verlassen zu werden.

Von Ehe als Wunscherfüllung anderer würde ich grundsätzlich abraten, ob mit Bedingungen oder ohne.

Eine Frau, die auf die Frage, ob ein Ehevertrag ok geht, mit "Du liebst mich nicht." oder "Du bist so unromantisch." antwortet, gibt es wohl nur in Rosamunde-Pilcher-Äquivalent-Romanen für Männer. Die Antwort wäre wohl eher "Warum denn?" oder "Was hast Du Dir denn vorgestellt?" und wird erst bei unpassender Erklärung "vorwürflich".

"Wenn die Kleine nen Ring will, bekommt ihr dafür nen Ehevertrag." klingt ungefähr so reif wie der "Steak-und-BJ-Day" oder andere Selbstschutzversuche von Männern, die gerne die Oberhand hätten, aber nicht bekommen.

Mein Tipp an alle Männer, die Sorge haben: Einfach nicht heiraten.

Lasst es doch einfach, wenn es euch Angst macht. Das Heiraten, das Daten, das Frauen-Ansprechen.
Einfach lassen und nicht mehr drüber ärgern.
Macht auch weniger aggressiv, wenn man Dinge lässt, die man gar nicht will.

Wie sagt Urmel sonst so schön: Selbstverantwortung. Zügel in die Hand nehmen. Eigenes Ding machen. Kein Mitleid erwarten.

Und das schreibt eine Frau, die schon für den zweiten Mann "blecht" und das voll in Ordnung findet.
Hätte ich diese Folge nicht gewollt, hätte ich mich vorher kümmern müssen (finanzkräftigeren Mann auswählen, Ehevertrag bzw. bessere verträge über gemeinsam Aufgebautes, Trennungsfolgenvereinbarung, in der Partnerschaft mehr darauf achten, nicht den anderen durchzufüttern, etc.). Ich hab mir Romantik geleistet und lass mir das jetzt etwas kosten. So what? Zum Opfer macht mich das noch lange nicht.

x 2 #2536


G
Oh je, oh je, es gibt aber auch noch die Romantiker unter uns! Geschieden, trotzdem an die Liebe geglaubt. Kinder groß gezogen (immer noch am groß ziehen), auch da an die Liebe geglaubt und trara - es gibt sie noch. Die Liebe, die ohne dieses ganze Heckmeck-Gedöns auskommt. Ich brauche keinen Feminismus um zu erkennen wenn Menschen sch. sind (egal ob Bekannte / Partnerschaften, whatever) und mein Partner braucht keine Keule um zu erkennen, dass ich straight, ehrlich und loyal bin (und das ohne Facebook, man mag es garnicht glauben) Smile

Und wenn jetzt jemand gepflegt in die Ecke göbelt ob soviel Romantik - es gibt sie trotzdem. Und wird sie auch immer geben. Und es wird auch immer Frauen und Männer geben, die keine Statistiken brauchen um irgendwas zu schnallen. Wer sich an Statistiken festhält..... - sollte diese mal gepflegt über Bord werfen und sich auf seinen gesunden Menschenverstand verlassen, aufs Bauchgefühl und jaaaaaa, auch auf die Liebe, die einfach so um die Ecke kommen kann und die ohne Manipulationen oder Macho- oder Feminismus-Gedöns auskommt.

Mein Wort zum Sonntag heute zwinkern

x 2 #2537


A


Partnersuche im 21 Jahrhundert hoffnungslos?

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L
@Bekannte Punkt 1 würde ich durch "schnell austauschbar" ersetzen, aber würde dann eher in Punkt 2 fallen.

Rest, bis auf den Einschub: Gut auf den Punkt gebracht. daumen hoch

Wird halt auch immer schwieriger, wenn Frau und Mann aufeinander treffen und jeder erst mal ins eigene Höschen gucken muss, um zu erkennen welchem Geschlecht man eigentlich zugehört und wie ein gesundes Verhalten bzw. Zusammenspiel resultiert.

Wie kommt es dazu:
2. Man interessiert sich viel zu sehr was andere machen und orientiert sich an Statistiken und sonstigem Mist. Vor allem gerne negativ behaftetete und lehnt sich dabei entspannt zurück...die anderen machens ja schließlich auch so
3. Beobachtet im Kindesalter die eigenen Eltern und nimmt an Erfahrung mit was zuhause vorgelebt wird
4. lässt sich von einsamen Frauen die sonst nichts besseres zu tun haben, erkären wie ungerecht wir behandelt werden und das wir dagegen ankämpfen müssen
5. kastrieren dabei die überforderten Männer

und fragen uns anschließend, wie das alles denn passieren konnte?

#2538


L
Zitat von Bekannte:
Wie sagt Urmel sonst so schön: Selbstverantwortung. Zügel in die Hand nehmen. Eigenes Ding machen. Kein Mitleid erwarten.

Und das schreibt eine Frau, die schon für den zweiten Mann "blecht" und das voll in Ordnung findet.
Hätte ich diese Folge nicht gewollt, hätte ich mich vorher kümmern müssen (finanzkräftigeren Mann auswählen, Ehevertrag bzw. bessere verträge über gemeinsam Aufgebautes, Trennungsfolgenvereinbarung, in der Partnerschaft mehr darauf achten, nicht den anderen durchzufüttern, etc.). Ich hab mir Romantik geleistet und lass mir das jetzt etwas kosten. So what? Zum Opfer macht mich das noch lange nicht.


Ich kann das schon nachvollziehen und finde es auch okay.Vor allem deine Schlussfolgerung kann ich teilen ("Opfer").
Aber in einem Punkt verstehe ich das nicht: Was hat das mit Romantik zu tun ?
Was hat Geld mit Romantik (oder gar Liebe ) zu tun ? Oder finanzielle Absicherung ? Für mich fällt das eher unter fairness oder Gerechtigkeit.
Und zumindest in dem Punkt kann man sie ja herstellen- wenn es einem wichtig ist.
Ich teile gerne und kann auch nachvollziehen, daß man bereit ist für einen ehemaligen langjährigen Partner weiter finanziell aufzukommen usw in bestimmten Konstrukten.
Aber- und das habe ich erst im Laufe meines Lebens kennengelernt- ausnutzen lassen oder über den Tisch ziehen zu lassen, gerade wenn das Menschen tun, welchen man vertraut hat und man dachte, das ihnen das nicht wichtiger ist als vieles anderes- nee, danke.Dazu hätte ich auch finanziell keine Lust.Und Geld/Finanzen sind eben doch sehr vielen Menschen ein mehr als wichtiger Part wenn es darauf ankommt- bei aller häufiger Beteuerung des Gegenteils.
Es gibt sicherlich wichtigeres als Kohle, aber genau deshalb finde ich es nicht verkehrt und auch nicht schwer genau diesen Part so zu regeln, damit alle Beteiligten unverklärt damit einverstanden sind.

#2539


B
Zitat von Leonie85:
Wird halt auch immer schwieriger, wenn Frau und Mann aufeinander treffen und jeder erst mal ins eigene Höschen gucken muss, um zu erkennen welchem Geschlecht man eigentlich zugehört und wie ein gesundes Verhalten bzw. Zusammenspiel resultiert.


Und an dem Punkt verlierst Du mich. Auf die Annahme, man wüsste nicht, dass man eine Frau ist, oder würde sich wie eine solche Verhalten, wenn man sich verbittet, von anderen definiert zu bekommen, was einen als Frau ausmacht, treffe ich immer wieder.

Ist, sich von anderen sagen zu lassen, was für einen selbst gut und schlecht ist, denn wirklich weiblich?
Oder nicht viel eher kindlich?

Zitat von Leonie85:
Wie kommt es dazu:
2. Man interessiert sich viel zu sehr was andere machen und orientiert sich an Statistiken und sonstigem Mist. Vor allem gerne negativ behaftetete und lehnt sich dabei entspannt zurück...die anderen machens ja schließlich auch so
3. Beobachtet im Kindesalter die eigenen Eltern und nimmt an Erfahrung mit was zuhause vorgelebt wird
4. lässt sich von einsamen Frauen die sonst nichts besseres zu tun haben, erkären wie ungerecht wir behandelt werden und das wir dagegen ankämpfen müssen
5. kastrieren dabei die überforderten Männer


Ist das im 2. Punkt wirklich so? Gibt es da draußen wirklich auch nur eine einzige Frau, die sich trennt, weil das chic ist oder von irgendwem propagiert wird oder gar von ihr als moderner Frau gefordert wird?

Der "die anderen machens ja schließlich auch so"-Aspekt und der dritte Punkt sind sicherlich richtig. Daher der Aufruf, über eigenes Verhalten und eigene(?) Glaubenssätze nachzudenken.

Den 4. Punkt höre ich auch oft. In den 70ern und 80ern wurde Frauen, die für Frauenrechte oder Selbstbehauptung einstanden, unterstellt, sie seien wenig attraktiv und würden althergebrachte Familienordnungen zerstören wollen, um selbst jemanden abzubekommen, bzw. arbeiten wollen, weil niemand sie heiraten wolle.
In den letzten Jahren kommt immer wieder dieses verächtliche "Du bist einsam." oder "Solche Frauen bleiben allein." Als wäre man ohne Partner einsam, oder ohne Mann allein.
Ich halte das für Wunschdenken von Männern (und Frauen), die sich eine größere Bedeutung im Leben einer Frau (bzw. eine frühere Ordnung zurück) wünschen. Die "wirst schon sehen, was Du davon hast"-Drohung. Oder der Versuch, ein Argument durch Marginalisierung des Diskutanten zu widerlegen.

Im letzten Punkt bin ich aber wieder ganz bei Dir.
Die Männer sind eindeutig von den Entwicklungen der letzten 50 jahre überfordert. Die Frauen auch. Aber die Männer macht das wütender. Denn sie haben nicht viel hinzugewonnen, das von ihnen als wichtig empfunden wurde. Während viele Frauen dankbar für das für ihr Geschlecht hinzugewonnene sind.

Aber Männer, die sich durch anders auftretende Frauen kastriert fühlen, haben von mir ungefähr so viel Verständnis zu erwarten wie hetero-Verheiratete, die glauben, in ihren Rechten beschränkt zu werden und etwas zu verlieren, wenn gleichgeschlechtliche ihnen gleichgestellt werden.

Zitat von Leonie85:
und fragen uns anschließend, wie das alles denn passieren konnte?

Ich glaube nicht, dass wir so unterschiedliche Ansichten haben, warum die Gesellschaft heute anders ist als vor 50 Jahren. Der tatsächliche Streitpunkt liegt doch darin, ob das gut so ist und zu etwas Gutem in Zukunft führt, oder ob das der Anfang vom Ende ist.

Konservative Weltsicht vs. progressive Weltsicht. -That's all.

@luca: Romantik ist, alle schnöden Aspekte einer Beziehung (z.B., dass sie irgendwann enden wird, dass während der Beziehung Rechnungen bezahlt werden müssen, dass der Partner auch mal dick oder Impot. werden könnte, etc. pp.) auszublenden.

#2540


L
Zitat von Bekannte:
@luca: Romantik ist, alle schnöden Aspekte einer Beziehung (z.B., dass sie irgendwann enden wird, dass während der Beziehung Rechnungen bezahlt werden müssen, dass der Partner auch mal dick oder Impot. werden könnte, etc. pp.) auszublenden.


Echt, das ist Romantik für dich ? Die schnöden Aspekte ausblenden ? Hm.
Das ist für mich eher rosarotes und teils verliebtes Ausblenden möglicher Entwicklungen.Finde ich auch okay- anders würde man ggf nie zusammen kommen.Ich gehöre sogar zu den Menschen, die "Alltag" miteinander nicht als das totale Übel ansehen.

Hier ging es aber jetzt um das Thema Ehe/Ehevertrag & Co und somit ggf weitreichendere Auswirkungen über ein ggf Ende eine Paarbeziehung bzw Ehe hinweg.Eine Ehe ist für mich ein Vertrag ( okay, etwas abmildender formuliert: auch ein Vertrag).Warum ich da nicht entsprechende vertragliche Regelungen miteinbeziehen sollte aus "romantischen" Gründen erschliesst sich mir nicht.
Allein bei Romantik kann ich es dann auch bei einer Lebensgemeinschaft ohne alle Papiere belassen.
Oder ggf noch ergänzend Regelungen bei gemeinsamen Kindern treffen.

#2541


R
Zitat von whynot60:
@*Ruby*
Kann dieser Symbioseanspruch nicht daher kommen, daß heutzutage auch die Eltern mit ihren Kindern eine Symbiose eingehen, also gar keine Eltern im eigentlichen Sinn mehr sind, sondern quasi die guten, etwas älteren Freunde und Spielgefährten des Nachwuchses, der dazu oft auch noch angehimmelt wird wie ein sakrosanktes Tabernakel?


Danke. Mir fällt es ebenfalls schwer gewisse Erziehungsstile nachzuvollziehen. Da reichen meine Empfindungen von komisch bis perv.. Wenn Kinder mittlerweile bis zur Pubertät zu den Eltern ins Bett krabbeln, finde ich das mehr als merkwürdig. Ebenso Eltern, die bei jedem Pups intervenieren.

Zitat von whynot60:
Und in späteren Beziehungen tauchen dann dieselben Ansprüche auf, und wenn der Partner einmal auch nur den Hintern aus der Tür hält, wird das schon als ein Verlassenwerden und eine Ungeheuerlichkeit erlebt, die jede Liebe in Frage stellt und sogleich geahndet werden muß.


Ja!

Zitat von whynot60:
Und dann hängt man sich halt gegenseitig am Rockzipfel bis zum vollkommenen Überdruß. Was in der heutigen Zeit mit seinen vielfältigen Kommunikationsmöglichkeiten und - zwängen ja nur um so leichter und intensiver (und damit noch frustrierender und quälender) möglich ist.


Ich glaube sehr an Intuition und mir kommte es vor, als würde diese Fähigkeit durch ständige, digitale Vernetzung verkrüppeln. Die Idee ist aber bei allgemeiner Handy-Obsession zu metaphysisch zunge raus strecken

Zitat von whynot60:
Bedenkt man dann noch, daß - wie ich kürzlich gehört habe - die intravaginale Verweildauer durchschnittlich 6 Minuten beträgt, wenn sich einmal Zeit in diesem Ausmaß erübrigen läßt, vielleicht im Advent, dann läßt sich ja ungefähr vorstellen, was und wieviel die Leutchen heutzutage noch miteinander zu tun haben.


6 Minuten? Gibt es da statistische Erhebungen? Glücklich Laut diverser Internetquellen kommen rund 70% der Frauen während des S. gar nicht oder selten zum O.. In einem Artikel hat ein männlicher Wissenschaftler die These aufgestellt, dass es den weiblichen O. überhaupt nicht gibt. Logik dahinter: Er hat keinen biologischen Nutzen. Da hätte ich gerne angemerkt, dass er vermutlich der 6-Minuten-Fraktion angehört, gab aber leider keine Kommentarfunktion.

x 2 #2542


B
Zitat von Luca:
Eine Ehe ist für mich ein Vertrag ( okay, etwas abmildender formuliert: auch ein Vertrag).Warum ich da nicht entsprechende vertragliche Regelungen miteinbeziehen sollte aus "romantischen" Gründen erschliesst sich mir nicht.


Eine Ehe ist vor allem ein Vertrag. Und auch in meiner wurden vertragliche Regeln einbezogen. Halt die üblichen. Die ich eben nicht per Ehevertrag zu meinen Gunsten abgeändert habe, so wie Urmel das den besser verdienenden Part (oder doch nur den Männern?) rät. Ich rate das ängstlichen, unflexiblen und vor allem nachtragenden Menschen übrigens auch.

Dass derjenige, der weniger verdient, im Trennungsjahr Geld von dem bekommt, der mehr verdient, wusste ich vorher. Ich wusste auch, dass das im Zweifel ich sein würde, die zahlt. Und das Romantische daran, das trotzdem nicht zu meinen Gunsten abzuändern, war, dass ich den Mann so sehr geliebt habe, dass ich in vollem Bewusstsein, dass ich für ihn einstehen muss, auch wenn er mir etwas antut oder ich ihn nicht mehr liebe, diese Folge akzeptiert habe.

Und dazu stehe ich nach wie vor, ich finde das richtig und gut so. Denn sonst kann man, aus meiner Sicht, das Heiraten wirklich sein lassen.
Die Ehe ist für mich das Versprechen, dass man nicht jederzeit, von einem Tag auf den anderen, gehen kann, ohne sich um den anderen weiter zu kümmern.
Mein Mann wollte dieses Versprechen gerne von mir haben. Und ich habe es ihm aus voller Überzeugung und vollem Herzen gegeben und stehe da bis heute zu. Er ist der eine Mann auf diesem Planeten, der von mir das gleiche erwarten kann, das ich auch Blutsverwandten angedeihen lasse. Auch wenn ich ihn nicht mehr liebe und sein Verhalten nicht verstehe und sogar verurteile.

Wäre ich ein Mensch, der sofort jede Zuneigung (und Zuwendung) abstellt, sobald jemand sich ihm gegenüber fehl verhält, dann hätte ich einen Ehevertrag schließen müssen, um eben auf dieser Grundlage jederzeit sofort alle Bindungen und Verpflichtungen kappen zu können.

Aber ich denke, dass es Urmel gar nicht so sehr darum geht.
Es geht ihm darum, über einen Ehevertrag besseren Zugriff auf die Kinder zu bekommen, selbst wenn man für diese den Job nicht aufgegeben oder massiv eingeschränkt hat.
Und es geht ihm darum, Fehlverhalten von Partnern durch Geldentzug zu bestrafen. In der Hoffnung, dass eine solche Folge auch irgendwie prophylaktisch wirkt, also Fehlverhalten vermieden wird, um nicht den Geldhahn zugedreht zu bekommen.

Das sind zwei völlig verschiedene Arten von "Sicherheit", die Urmel und ich meinen, wenn wir sie mit Ehe in Verbindung bringen.
Mir gruselt vor der seinen.
Er fühlt sich in der meinen zu ungeschützt.

Mr. Green Wir werden uns gegenseitig wohl nicht heiraten. Mr. Green

x 3 #2543


K
Zitat von Bekannte:
Mr. Green Wir werden uns gegenseitig wohl nicht heiraten. Mr. Green


rofl das "befürchte" ich auch! Und ich stimme Dir in allem anderen zu!

Mein Noch-Ehemann war auch erstaunt, als ich kürzlich in einer "Notsituation" eingesprungen bin, obwohl wir jetzt seit zwei Jahren getrennt sind. Für mich war das völlig selbstverständlich, und ich würde das auch immer machen. Und wenn er jetzt schwer krank würde und niemanden hätte, der sich um ihn kümmert, würde ich auch das tun. Und das ist für mich unabhängig davon, ob wir getrennt/bald geschieden sind oder sonst was. Aber ich habe ihn geheiratet, wir haben ein Kind miteinander, und ich würde ihm jederzeit beistehen, wenn er mich bräuchte, wie ich auch einem guten Freund jederzeit beistehe.

Schließlich haben wir uns mal sehr geliebt, und auch wenn Respekt und Vertrauen leider irgendwann irgendwo auf der Strecke geblieben sind, meine Loyalität ist glaub ich unsterblich.

x 3 #2544


L
Zitat von Bekannte:
Eine Ehe ist vor allem ein Vertrag. Und auch in meiner wurden vertragliche Regeln einbezogen.[...]Die ich eben nicht per Ehevertrag zu meinen Gunsten abgeändert habe, so wie Urmel das den besser verdienenden Part (oder doch nur den Männern?) rät. Ich rate das ängstlichen, unflexiblen und vor allem nachtragenden Menschen übrigens auch.

Dass derjenige, der weniger verdient, im Trennungsjahr Geld von dem bekommt, der mehr verdient, wusste ich vorher. Ich wusste auch, dass das im Zweifel ich sein würde, die zahlt. Und das Romantische daran, das trotzdem nicht zu meinen Gunsten abzuändern, war, dass ich den Mann so sehr geliebt habe, dass ich in vollem Bewusstsein, dass ich für ihn einstehen muss, auch wenn er mir etwas antut oder ich ihn nicht mehr liebe, diese Folge akzeptiert habe.

Und dazu stehe ich nach wie vor, ich finde das richtig und gut so. Denn sonst kann man, aus meiner Sicht, das Heiraten wirklich sein lassen.
Die Ehe ist für mich das Versprechen, dass man nicht jederzeit, von einem Tag auf den anderen, gehen kann, ohne sich um den anderen weiter zu kümmern.


Ich antworte mal auf den Part, den ich aus meiner Sicht wichtig finde- ein Urmel interessiert mich dabei nicht so.
Mich interessiert das Thema ein wenig, weil ich mich mit Heirat immer etwas schwer getan habe zwinkern
( glaube aber weniger in finanzieller Hinsicht)
Bei Heirat geht es ja noch um ein wenig mehr , als um das alleinige Thema mögliche irgendwann Scheidung.
Es gibt ja noch anderes Unbill , welches Menschen irgendwann im Leben einmal ereilen kann.
Gut- in mancher Hinsicht werden Lebensgemeinschaften heute auch schon im Falle des Falles herangezogen.

Mir tut sich nur die Verquickung mit Romantik dabei echt schwer.Auch wenn ich deine anderen Punkte gut nachvollziehen kann.
Ich habe sehr viele Jahre meines Lebens ehe-äquivalent gelebt- inkl. gemeinsamen Haus & Hof & Anhang.Sogar latent inkl der traditionelleren Aufteilung von Haus, Garten & co- worum ich mich mehr eingebracht habe.Ich habe den Großteil der Zeit studiert ( finanziell allerdings dennoch meinen Anteil genau so beigetragen), mein ExLG (etwas älter) schon gearbeitet.
In den vielen Jahren gab es einiges, was wir gemeinsam erlebt haben.Inkl eines Tages eine totale Verspekulation seinerseits mit massiven finanziellen Forderungen.Ich habe damals ohne mit der Wimper zu zucken eine Tilgung meinerseits angeboten.
Ich war zwar noch kleine Studentin (mit absehbar irgendwann gutem Gehalt)- aber meinen VorabErbteil- kein Problem.
Das alles- alles rundherum- ohne jemals eine Absicherung - rechtlich- in irgendeiner Form.
Ein wie ich heute finde sehr ideelles herangehen.Im Falle eines Auseinandergehens- kein Richter, kein Anwalt- nichts, außer
möglichst faires goodbill des Gegenübers.
Ich fand das okay so- auch mögliche finanzielle Verluste.Habe ich wenn freiwillig und gerne für jdm anderen getan.
Mit Romatik im Kopf ;- )
Uns hat rechtlich in der Tat nichts gehalten- wir waren so gesehen ja beide auf - im Falles des Falles- halbwegs faires Verhalten des anderen angewiesen.Auf womöglich Werte, die dann noch bestand haben könnten- nicht rechtlich, sondern doch eher persönlich, ideell- romantisch.
Wir haben uns eines Tages getrennt- und so easy war es nicht.Ganz unterm Strich würde ich heute sagen: dennoch weitesgehend fair.Ich würde allerdings heute ein solches Konstrukt nie mehr ohne Vertrag, sprich ggf Ehe eingehen.
Einmal hatte ich dabei Glück- denn das ideelle Versprechen- nicht "einfach so" gehen zu können bei langjährigem Zusammenleben und damit Verbunden vielen Verquickungen- das hatte ich auch ohne Heirat so gesehen.
Ein weiteres Mal in der Form würde ich nicht mit meinem Glück spielen wollen.
Nicht den emotionalen Part etc pp- wenn jdm aus einer Beziehung wirklich gehen will, dann geht er.Ob mit oder ohne Ehevertrag.Ich hatte dabei immer einen sehr hohen idealistischen Anspruch: Nie sollte sich ein Teil aufgrund äusserer Gegebenheiten "gezwungen" fühlen.Auch in keiner Ehe.
Das war mein/ein Grund mich damit sehr schwer zu tun.

#2545


K
Zitat von Luca:
Nicht den emotionalen Part etc pp- wenn jdm aus einer Beziehung wirklich gehen will, dann geht er.Ob mit oder ohne Ehevertrag.Ich hatte dabei immer einen sehr hohen idealistischen Anspruch: Nie sollte sich ein Teil aufgrund äusserer Gegebenheiten "gezwungen" fühlen.Auch in keiner Ehe.
Das war mein/ein Grund mich damit sehr schwer zu tun.


Ich war auch mal so idealistisch. Das hat sich geändert, als angefangen wurde, die Ehe in "Zahlen" aufzurechnen. Ich hab dies, Du hast das. Da wird dann schnell klar, dass eine Ehe nix mit Romantik zu tun hat, sondern einfach nur - zumindest an ihrem "Ende" - ein kalkulierter Vertrag ist. Sogar im Scheidungsantrag steht eine Zahl. Wert der Ehe (vorläufig). xx Euro.
Das tat mir unfassbar weh, das so lesen zu müssen. Meine Ehe hat also einen Wert. Einen monetären Wert. Eine beschissene, f...king Zahl. Ich hätte das Ding vor Wut zerrupfen und zerreißen mögen, denn es hat so wenig mit dem Wert zu tun, den diese Ehe für mich hatte, dass es echt schmerzt.

Nö, ich glaube, ich bin durch mit Romantik. Die gibt's halt eh nur in Filmen und in Büchern. Der Rest ist knallhart kalkuliert. Ein "Geben und Nehmen" halt.

#2546


Urmel_
Zitat:
Bekannte: Es geht ihm darum, über einen Ehevertrag besseren Zugriff auf die Kinder zu bekommen, selbst wenn man für diese den Job nicht aufgegeben oder massiv eingeschränkt hat.
Und es geht ihm darum, Fehlverhalten von Partnern durch Geldentzug zu bestrafen. In der Hoffnung, dass eine solche Folge auch irgendwie prophylaktisch wirkt, also Fehlverhalten vermieden wird, um nicht den Geldhahn zugedreht zu bekommen.


Nope.

- Urmel sagt: Es ist sehr wahrscheinlich, dass es brennt, also Kauf Dir einen Feuerlöscher.
- Du sagst: Es spielt keine Rolle ob es brennt, aber Urmel ist böse, weil er den Feuerlöscher nehmen will, um einer Frau eins über den Kopf zu tun.

Und jetzt rate mal, welcher emotionale Unterbau von beiden gruseliger ist. Mr. Green

#2547


L
Zitat von Kaetzchen:
Ich war auch mal so idealistisch. Das hat sich geändert, als angefangen wurde, die Ehe in "Zahlen" aufzurechnen. Ich hab dies, Du hast das. Da wird dann schnell klar, dass eine Ehe nix mit Romantik zu tun hat, sondern einfach nur - zumindest an ihrem "Ende" - ein kalkulierter Vertrag ist. Sogar im Scheidungsantrag steht eine Zahl. Wert der Ehe (vorläufig). xx Euro.
Das tat mir unfassbar weh, das so lesen zu müssen. Meine Ehe hat also einen Wert. Einen monetären Wert. Eine beschissene, f...king Zahl. Ich hätte das Ding vor Wut zerrupfen und zerreißen mögen, denn es hat so wenig mit dem Wert zu tun, den diese Ehe für mich hatte, dass es echt schmerzt.


Ich kann das glaube ich dennoch gut nachvollziehen.
Das ist nicht nur nach einer Ehe ggf so.Ich habe das auch nach der Lebensgemeinschaft erlebt-
und da ganz ohne Gericht/Richter/Anwalt- war auch nicht viel besser.Den Part dessen haben da Freunde teils eingenommen, mein Ex LG hatte sie eingespannt. Ganz toll- mein Ex hatte da auch plötzlich- wie vor Gericht- so Rechnungen aufgestellt, wieviel ich ihn angeblich gekostet hatte , konnte er bis teils auf einen cent aufrechnen.Dazu Freunde/Bekannte, welche nicht selten eben parteiisch gewesen sind usw - nee, Danke.Und er hatte dazu einige im Voraus gebrieft- ich war da eher die Dusselige.Ich saß teilweise mit offenem Mund vor so einigem, was ich heute mehr als "Tribunal" bezeichnen würde.
Ganz unterm Strich und mit viel Abstand kann ich heute sagen- war okay so und irgendwann hatte er sich auch wieder zusammengerissen.Ich kann heute auch über manches lächeln.Mein Ex lebt aber heute- um es mal bei dem profanem zu lassen-in dem Haus & Hof- mit seiner derzeitigen Frau- für welches ich mir mal ursprünglich den Hintern aufgerissen hatte.Und was er immer seiner Auskunft nach-doof fand.
Ist okay- ich würde es gar nicht mehr wollen.
Und wie oben geschrieben: unterm Strich.
Gericht und Anwälte und plötzliches Ausgedrückt sein in Zahlen, in Euros- zu einer langen Lebensgemeinschaft, welche sicherlich auch immer allermeist zumindest im Kern natürlich noch ganz andere Werte verbunden hat(te)- ist bitter.

Deshalb schrieb ich auch ganz bewusst- ich würde es heute nicht mehr ohne- Gericht, Anwälte etc pp machen.
Das traurige darüber, das bittere usw- bleibt eh.
Und im Zweifelsfall angewiesen sein auf so etwas, wie ich es kennenglernt hatte- Freunde, Bekannte & co- nee Danke.

#2548


L
Zitat von Urmel_:

Und jetzt rate mal, welcher emotionale Unterbau von beiden gruseliger ist. Mr. Green


Ich kann und will da gar nicht raten- gruselig reicht mir.
Du - Held du.

#2549


Urmel_
Zitat von Luca:

Ich kann und will da gar nicht raten- gruselig reicht mir.
Du - Held du.


Die Bekannte ist immerhin in der Lage, Kausalketten zu bilden.

Viel Erfolg, Du kannst es brauchen. Mr. Green

#2550


A


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