Kontra
Mitglied
- Beiträge:
- 1541
- Danke erhalten:
- 2754
- Mitglied seit:
Zitat von whynot60:Das Problem dabei ist, daß Du gewissermaßen durch, mit Hilfe eines Partners über Dich hinauswachsen willst. Damit aber funktionalisierst Du einen Partner, er wird gleichsam ungefragt in die Rolle eines Therapeuten und Lebenshelfers gedrängt.
Ganz einfach: Nö.
Du liest eine Ausschließlichkeit in meinen Beitrag, die nicht gegeben ist - siehe @Ricky
Zitat von Ricky:Kontextuell ergibt sich das nämlich auch. Kontra meint: Sie will an ihrem Partner wachsen, aber eben auch über sich selbst hinaus und für sich selbst. Das ist ne Aufzählung und kein Projizieren allein auf den Partner.
Im Beitrag selber schreibe ich: Meine Selbstarbeit ist dringend notwendig, um überhaupt eine Beziehung eingehen und auch halten zu können, und auch unabhängig von diesem Aspekt der Schlüssel dazu, glücklich sein zu können - allein oder in Partnerschaft.
Mein Partner ist mir kein Therapeut (mehr), er ist bestenfalls eine Reibungsstelle, an der ich Dinge erkennen kann, und eine Inspiration, mich zu durchleuchten. Brauche ich ihn dafür? Nein, das kann ich auch alleine. Aber es zeigt mir Dinge in einem Kontext auf, den ich ohne ihn nicht hätte (genau so wie z.B. ohne Kollegen, Freunde, random Begegnungen, etc. pp.), denn: "Der Mensch wird am Du zum Ich." Dieses Prinzip greift ja auch z.B. beim Lesen meines Beitrages: Ohne meinen Beitrag wäre kein Statement deinerseits möglich und oder nötig gewesen. Du erkennst ggf. also etwas über dich, deine Wünsche, Einstellungen, etc., weil es eben eine Gegenposition bzw. ein Gegenüber gibt.
Und ja, da spielt eine Instrumentalisierung oder Funktionalität des Partnes - oder generell eines Gegenübers - ggf. eine Rolle: Ich spüre mich oft selbst nicht aufgrund meiner Lebensgeschichte. Im Zusammenhang mit der Auseinandersetzung mit Anderen (ob nun Partner, Freunde, Kollegen, etc.) zuckt aber dann doch oft ein Bauchgefühl für Dinge auf, ob das für mich stimmig ist oder nicht. Gehe ich dem nach, erspüre ich mich, und sensibilisiere mich, damit ich auch ohne "die Hilfe der Anderen" (mal platt formuliert) an mich selbst heran komme.
Zitat von whynot60:dann wird er uninteressant für Dich.
Nö, das glaube ich nicht. Er kennt mich seit mehr als sechs Jahren und es gibt immer noch Momente, in denen er mich überrascht, frustriert, erfreut, sich von noch einer "neuen", anderen Seite zeigt - und vice versa.
@Konrad Der Spruch ist übrigens eine urban myth. Ein Boulevard-Blatt hatte ihn damals als erstes gedruckt, das war "im Volksmund" gar kein Ausdruck bis dahin, wurde dann scherzhaft übernommen - und ist heute als "phrasing" für diese Zeit bekannt geworden.


