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es ist gut, unterschiedliche Philosophien auszutauschen, was die Begriff Hoffnung, Wunsch,
Erwartungen angeht.
Ein kleiner Hinweis:
1999 kam ich aus einem knapp 8-wöchigen Reha-Aufenthalt nach Hause. Mir wurde nahegelegt
- durch den Befundbericht dokumentiert - dass ich mich umgehend in weitere psychologische Behandlung begeben soll. Zuvor war ich permanent in psychoonkologischer Behandlung. Weder psychische und erst recht psychoonkologische Betreuung ist auf dem Land gegeben. Was tun?
2 Wochen nach der Entlassung aus der Klinik las ich von der Gründung einer Krebs-Selbsthilfegruppe. An der konstituierenden Sitzung nahm ich teil - ohne Erwartungen, ohne Wünsche, ohne Hoffnungen.
Es zeigte sich, dass die Initiatorin ein Konzept vorlegte, was mich neugierig machte. 6 Wochen später war das 1. offizielle Treffen der SHG! Wieder ohne jede Erwartung, ohne Hoffnung, ohne "Wunsch" bin ich hingegangen. Es zeigte sich bereits beim 1. Treffen etwas, was mir in die
Karten spielte. "Mal schauen, was von jetzt ab passiert!" ...das war meine Motto.
Erwartungen - die hatte ich nie! Was sollen Laien an Erwartungen erfüllen können!?
Hoffnungen - die bauten sich auf, in der SHG etwas zu erfahren, was für mich hilfreich werden könnte. Und diese Hoffnungen bekamen Nahrung - durch das, was Laien an eigenen Erfahrungen und Erkenntnissen in das SHG-Geschehen einbrachten.
Später hatte ich den Wunsch, dass mir diese Informationen helfen könnten - denn das Erfahrene umzusetzen, lag allein an mir.
Ja.... ich wurde überrascht, obwohl es bei mir nichts mehr zu "überraschen" gab. Tiefer runter ging nicht mehr....und als damaliger "high-risk-patient" konnte es nur aufwärts gehen. Die kleinsten Strohhalme waren für mich groß genug, um sie zu nutzen.
Insgesamt war ich in 8 Rehamaßnahmen. Die 1. Reha hatte mich gelehrt, nicht zu hohe Ansprüche zu stellen, auf das, was mich erwartet. Diese Ansprüche hielten sich IMMER "in Grenzen" - in allen anderen Reha´s auch, wie auch in der SHG, dessen Geschehen immer parallel lief.
Fakt ist - so vorsichtig ich mit meinen "Ansprüchen" war, so hoch wurden sie übertroffen, was die Lehren aus den Therapien betraf, was das SHG-Geschehen betraf.
Erwartungen hatte und habe ich keine mehr...was ICH dennoch erwarte - Respekt und Achtung im Umgang miteinander. Wird das nicht erfüllt.... am Absatz kehrt machen ... und gut iss. Dann werde ich arrogant, weil die Tür zugeschlagen ist.
Wünsche und Hoffnungen habe ich ohne Ende - da bleibt für mich kein Platz, daran Erwartungen zu knüpfen. Geben Wünsche in Erfüllung, freue ich mich wie ein kleines Kind. Bestätigen sich Hoffnungen, ist das genauso.
Ist doch logo - darüber wird in der Öffentlichkeit kein Wort verloren, um die Spannung zu erhalten - bei den Anderen. Ich gehe das sehr gelassen mit um.
Was die Macht der Worte angeht - ein Synonym ist die Macht der Gedanken. Negative Wortwahl, wie negative Gedanken bestimmen die Qualität der jeweiligen "Macht".
Beispiel: "Ich will nicht krank werden!" Dazu im Vergleich: "Ich will gesund bleiben!"
"Nein" und "nicht" sind Killer ....
Das ließe sich ohne Ende fortsetzen....
