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Plötzlich keine Gefühle mehr

aequum
@ShowMeTheLight
Danke für dein Update.
So wie du schreibst bekomme ich den Eindruck, dass du dich selber ausbremst.
Vollkommen vergessen wirst du es nie aber es wird irgendwann nur noch eine Narbe sein, die immer seltener mal etwas zieht oder juckt.

Wenn es dir nicht gelingt, zu heilen, bleibt letztendlich nur die Trennung.
Das gleiche solange nur einer von euch Beiden um eure Beziehung kämpft.

#1216


ShowMeTheLight
Zitat von NineN:
Danke für dein Update. Ich hab mich schon so manches mal gefragt wie es dir wohl geht. Ob ihr die Ausnahme bildet, wo am Ende doch noch alles gut ...

Ich glaube ohne unseren Sohn wäre ich schon weg. Nicht weil ich ihn nicht liebe oder er seitdem nicht genug tut, sondern weil ich mir eigentlich mehr wert bin als das. Ich habe aber ja eine gewisse Verantwortung meinem Kind gegenüber und es wäre egoistisch ihm seine Familie zu nehmen. Anders wäre es sicher würde mein Mann mich schlecht behandeln oder es wäre ihm egal. Aber er tut wirklich alles damit es uns gut geht und wir glücklich sind. Er trägt mich seitdem wirklich auf Händen.
Da muss ich halt für mein Kind lernen mit dem Schmerz und dem Betrug umzugehen.
Denke dafür sind 8 Monate auch noch nicht ausreichend zum heilen 🙏🏻

x 1 #1217


A


Plötzlich keine Gefühle mehr

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Violettsloth
Zitat von ShowMeTheLight:
Aber er tut wirklich alles damit es uns gut geht und wir glücklich sind. Er trägt mich seitdem wirklich auf Händen.

Du bist aber nicht glücklich, das ist doch der Punkt. Dein Mann hat dein Vertrauen missbraucht, etwas ist in dir zerbrochen. Die meisten Beziehungen überstehen das leider nicht.
Zitat von ShowMeTheLight:
Da muss ich halt für mein Kind lernen mit dem Schmerz und dem Betrug umzugehen.

Nein, das müsstest du nicht. Aber du hast dich dafür entschieden, es zu tun. Es ist nicht automatisch besser für ein Kind mit beiden Elternteilen aufzuwachsen, obwohl die Mutter unglücklich ist. Kinder merken sowas auch. Hast du mal darüber nachgedacht, was du deinem Kind damit vermittelst? Ich wünsche dir sehr, dass du nicht in ein paar Jahren auf die Zeit zurückblickst und merkst, was du an Lebenszeit verschwendet hast. Kein Mensch muss unglücklich sein, auch nicht dem eigenen Nachwuchs zuliebe. Dein Kind wächst sicher auch schöner auf mit einer glücklichen und zufriedenen Mutter.

x 4 #1218


E
Zitat von ShowMeTheLight:
weil ich mir eigentlich mehr wert bin als das.

Ich denke das ist der Schlüsselsatz deiner Emotionen. Solange du das denkst, kannst du nicht glücklich sein mit deiner Familie. Weil es sich wie ein fauler Kompromiss anfühlt. Das ist nur eine Beobachtung von mir.

Wenn du wirklich eurer Ehe eine Chance geben möchtest, dann wäre es meiner Meinung nach sinnvoll, dich mit diesem Satz zu befassen. Völlig losgelöst von deinem Partner.

Oft verbeisst man sich in einem Gedanke, der sehr destruktiv ist. Das scheint mir hier der Fall zu sein. Nun ist es so, dass nicht alles, was man denkt per se wahr ist. Das kann man auf verschiedenen Weisen analysieren. Eine davon ist die Methodik aus "the work" from Byron Kathy.

Mir scheint es recht eindeutig, dass dieser Satz der Schlüssel ist, kann mich aber natürlich auch irren. Spüre in dich hinein, du weißt es bestimmt.

Fakt ist, dass man sich sehr unbehaglich fühlt bei diesem Satz. Man baut ein Narrativ drum herum. Wenn du dir das alles anschaust und auch die entsprechenden Gefühle zulässt und fühlst, kann sich etwas lösen.

Die Erkenntnis ist wichtig, dass das Verhalten deines Partners nichts mit deinem Unbehagen zu tun hat. Du schreibst selbst, er verhält sich sehr gut.

x 2 #1219


NineN
Zitat von ShowMeTheLight:
Aber er tut wirklich alles damit es uns gut geht und wir glücklich sind. Er trägt mich seitdem wirklich auf Händen.

Was meinst du wie lange er das aufrecht erhalten kann, wenn du trotzdem unglücklich bist? Ich kann mir leider vorstellen, dass er sich irgendwenn vielleicht fragt, was er da eigentlich tut und dann ebenfalls unzufrieden wird.

Ich denke auch, dass da irgendwas in dir zerbrochen ist, so wie du schreibst. :-/
Aber den Wunsch nach einer heilen Familie kann ich schon verstehen. Es ist eine schwierige Situation.

x 1 #1220


Waris07
@ShowMeTheLight
Ach Liebes, I feel you. Tröstender Smiley

Aus persönlicher Erfahrung kann ich nur sagen: Eine Ehe 2.0 ist kein Kurzstreckenrennen - es ist ein Marathon.
Bei uns war es damals so, vielleicht hilft es dir ein bisschen weiter, wenn ich ein bisschen aus meinem persönlichen Erlebten teile.

Das erste Jahr nach dem "Einschlag" fühlte sich an wie eine ständige Achterbahn. Mal schien es, als kämen wir einen Schritt vorwärts, kleine Fortschritte, kleine Hoffnungsschimmer.
Dann wieder Rückschläge, die uns zurückkatapultierten zum Anfang. Manche Tage waren voller Energie, andere Tage saßen wir erschöpft da, emotional ausgelaugt und fragten uns: „Ist das alles wert? Wofür machen wir das eigentlich? Können wir das überhaupt schaffen?“
Jeder Schritt war ein Ringen zwischen Zweifel und dem tiefen Wunsch, die Verbindung zu bewahren.

Doch immer, wenn wir dachten, wir hätten keine Kraft mehr, war da etwas, das uns hielt: die Liebe, die tiefe Verbundenheit, diese unsichtbare Verbindung, die wir spürten. Wir haben uns immer wieder bewusst entschieden, weiterzugehen - nicht, weil wir ohne den anderen nicht konnten, sondern weil uns so viel mehr verband. Etwas Echtes, Reifes, das es wert war, zu bewahren.

Im zweiten Jahr wurden die Wellen seltener, die Pausen länger. Wir konnten wieder durchatmen, kleine Fortschritte bewusst wahrnehmen und spürten: Ja, wir gehören zusammen. Rückschläge kamen noch, Zweifel auch, aber sie waren nicht mehr überwältigend. Schritt für Schritt lernten wir, uns gegenseitig zu halten, auch wenn die See stürmisch war.

Und dann, im dritten Jahr, an einem lauen Sommerabend draußen auf unserer Terrasse, geschah es plötzlich: Wir spürten es beide gleichzeitig. Diese Leichtigkeit, diese Sicherheit - Wir hatten es geschafft. Wir waren über dem Berg.

Was ich aus all dem gelernt habe: Beziehungen sind ein Prozess, kein Sprint.
Ja, es hat Narben hinterlassen - sie sind nicht schön, ich habe sie mir nicht ausgesucht, aber sie gehören nun zu mir. Vergessen habe ich nichts, aber ich habe verziehen, und auch das war Teil des Prozesses. Ich habe gelernt, dass es die Verbindung, die Liebe und das gemeinsame Wollen sind, die einen tragen und dass Geduld, Durchhaltevermögen, die Bereitschaft, gemeinsam zu wachsen - und die persönliche Weiterentwicklung, jeder für sich, aber auch miteinander sich - wirklich auszahlen.

x 8 #1221


ShowMeTheLight
Vllt habe ich mich auch falsch ausgedrückt aber ich bin jetzt nicht unglücklich das ich jeden Tag nur traurig rum laufe. Ich sage ja das ich glücklich bin aber ich weiß nicht mehr wie es sich WIRKLICH anfühlt. Es ist halt immer in meinem Hinterkopf. Schwer zu beschreiben. Mein Mann und ich gehen wirklich sehr liebevoll miteinander um und unsere Sohn ist eines der entspanntesten Kinder die ich kenne. Wenn er mit meinem Mann einkaufen geht weiß er z.b auch immer das Blumen für Mama gekauft werden. Es gab seit 8 Monaten keine Woche wo ich keine Blumen bekommen habe.
Man merkt das er das aus vollem Herzen macht und nicht weil er muss. Auch die anderen Dinge die er für mich tut. Er sagt mir jeden Tag er möchte nur noch das es mir gut geht und er wird alles dafür tun.
Selbst wenn ich mal einen schlechten Tag habe und die Erinnerungen hoch kommen fängt er mich sofort auf und lässt mich reden, tröstet mich und hält es aus. Nie auch nur ein Wort von "hör doch mal langsam auf" oder so.
Ich bin leider ein Kopfmensch und denke halt sehr viel nach.
Was ich aber positives festgestellt habe ist, dass ich nicht mehr so oft weine wenn ich alleine bin. Das sehe ich für mich als langsamen Fortschritt an.
Ich bin jedenfalls sehr stolz auf mich das ich das alles neben Arbeit, Nebenjob, Kind und Haushalt emotional aufarbeite.

x 1 #1222


ShowMeTheLight
Zitat von Waris07:
@ShowMeTheLight Ach Liebes, I feel you. Tröstender Smiley Aus persönlicher Erfahrung kann ich nur sagen: Eine Ehe 2.0 ist kein Kurzstreckenrennen - es ist ein ...

Vielen vielen Dank für deine Worte. Es tut unfassbar gut auch mal was positives zu lesen. 🥹🙏🏻

x 1 #1223


ShowMeTheLight
Zitat von Ella:
Ich denke das ist der Schlüsselsatz deiner Emotionen. Solange du das denkst, kannst du nicht glücklich sein mit deiner Familie. Weil es sich wie ...

Danke ich werde mich da mal wirklich mit befassen. Wie gesagt ich bin ein Kopfmensch und es fällt mir oft schwer Herz und Kopf in Einklang zu bringen. Rational weiß ich vieles aber mein Kopf sagt "Achtung Achtung lass dich nicht nochmal so verletzen"

#1224


HeavyDreamy
Zitat von ShowMeTheLight:
Mein Mann gibt sich nach wie vor jeden Tag sehr viel Mühe. Egal wie schlecht es mir geht, er fängt alles auf und ist immer für mich da. Er vermeidet alles was mich triggern könnte und ich kann jederzeit mit ihm darüber reden wenn mir danach ist. Er überrascht mich mit Dates und kleinen Geschenken. Es gibt wirklich nichts was er besser oder mehr machen könnte.

Wie toll, dass er sich diesbezüglich soviel Mühe gibt Lachendes Gesicht

Zitat von ShowMeTheLight:
Ich hoffe so sehr, dass ich irgendwann an den Punkt komme wo es nicht mehr weh tut.


Hier wiederhole ich gerne, was ich im Oktober geschrieben habe:


Zitat von HeavyDreamy:
Du hast gewählt, weiterhin bei ihm zu bleiben, die Sache mit ihm zusammen zu verarbeiten.
Mit allem was eben dazu gehört.

Aber ja, Mal sehen, wie lange du das so noch aushältst, denn ihm verzeihen wäre eben erstmal das Richtige in diesem Fall.

Also aufhören, auf ihn wütend zu sein. Aufhören, ihn als Fremdgänger zu sehen. Aufhören, an die Vergangenheit zu denken.


Wenn ich bei einem Partner bleiben möchte, der sich auch total viel Mühe gibt, wieder das "wir" zu sehen, was ja in deinem Fall auch so passiert, weil dein Partner sich ganz viel Mühe gibt, wäre ich auf jeden Fall auch bereit zu verzeihen und eben die Vergangenheit hinter mich zu bringen.

Nur durch verzeihen und Hakuna Matata kommst du voran Lachendes Gesicht

Und zu guter Letzt hast du ihm ja damals die Trennung ausgesprochen im Streit, siehe hier:

Zitat von ShowMeTheLight:
Wir hatten im Dezember mal einen großen Streit wo ich gesagt habe das ich die Trennung möchte.


Wie ich auch schon erwähnt hatte, lag nicht alleine der Fehler, was eure Ehe insgesamt angeht, bei ihm.

Vielleicht hilft dir das nochmal, in dem du das im Hinterkopf behältst, um verzeihen zu können.

Ja, er ist fremdgegangen, aber durch Trennungsaussprachen schubst man auch gerne den Menschen eben in so eine Richtung, weil der Mensch sich dann nicht mehr geliebt fühlt.

Du wählst zu bleiben = verzeihen Lachendes Gesicht Du wählst zu gehen = Nicht verzeihen Lachendes Gesicht

Alles Gute für euch weiterhin Lachendes Gesicht

x 2 #1225


A
Zitat von ShowMeTheLight:
Ich glaube ohne unseren Sohn wäre ich schon weg. Nicht weil ich ihn nicht liebe oder er seitdem nicht genug tut, sondern weil ich mir eigentlich mehr wert bin als das.

So und diese Denke verstehe ich einfach nicht: Du glaubst also, deinen Sohn in einer Umgebung groß werden zu lassen, in der er mit Sicherheit genau spürt, dass da ganz massiv was falsch läuft, ist gut für ihn?

Dass dein Märtyrertum für irgendwen gut ist? Glaubst du das ernsthaft?

Zitat von ShowMeTheLight:
Ich sage ja das ich glücklich bin aber ich weiß nicht mehr wie es sich WIRKLICH anfühlt. Es ist halt immer in meinem Hinterkopf. Schwer zu beschreiben. Mein Mann und ich gehen wirklich sehr liebevoll miteinander um und unsere Sohn ist eines der entspanntesten Kinder die ich kenne.

Jepp da hast du dich ja traulich eingerichtet, um aushalten zu können. Ich war auch so ein Kind: Nur keine Umstände machen, Mama läuft eh am Limit auch wenn sie spielt.

Du bist nicht entspannt! Das merkt das Kind. Da kannst du hier erzählen was du willst.

Du manifestiert diesen Mist und das verstehe ich nicht. Du hast, wie du sagst, Besseres verdient.

#1226


Ameise_78
Ich denke, egal wie sehr sich der Andere bemüht oder nicht bemüht... und egal welche Art von Betrug vorgefallen ist... das eigene Bauchgefühl ist immer entscheidend.
Ist es nicht gut, ist es nicht gut. Da kann man sich suggerieren was man möchte. Es hat in der Regel auch seine Gründe.

x 2 #1227


HeavyDreamy
Zitat von Ameise_78:
das eigene Bauchgefühl ist immer entscheidend.

Richtig und ich lese hier die TE die ihm weiterhin nicht verzeihen kann, aber nicht die Konsequenzen daraus zieht.

Ich weiss, mit Kinder ist das absolut schwer - aber dieser Mann versucht alles erdenkliche, um hier wieder Harmonie reinzubringen.
Warum kann sie also weiterhin nicht verzeihen?


@ShowMeTheLight
Liebst du ihn noch oder bist du nur noch mit ihm zusammen, wegen Haus und Kind und weil dein Mann einkauft, Garten in Schuß hält, Autos instand hält und sonst noch vieles macht?
Darüber solltest du dir klar werden oder?

x 2 #1228


Ameise_78
Zitat von HeavyDreamy:
Warum kann sie also weiterhin nicht verzeihen?

Weil vielleicht der Bauch etwas spürt, das der Kopf nicht benennen kann..?

Zitat von HeavyDreamy:
aber dieser Mann versucht alles erdenkliche, um hier wieder Harmonie reinzubringen.

Das klingt ja immer sehr schön, aber vielleicht ist er emotional dennoch nicht zu 100% dabei/selbst von der Sache überzeugt..? Auch wenn er keine Trennung möchte..?
Vermute die TE wird hier etwas spüren/wahrnehmen, was wir als Außenstehende nicht wissen können und sie selbst vielleicht bewusst nicht bennen kann.

Ich habe hier von einer Userin gelesen, die um jeden Preis an der Ehe 2.0 festhalten wollte und dabei schwer depressiv wurde und Medikamente nehmen musste, um mit der Situation fertig zu werden... sie wurde damals sehr zu ihrer Entscheidung beglückwünscht, für mich las sich das aber nicht gesund.

#1229


NineN
Zu gehen erfordert Mut, man weiß nicht was kommen könnte in der Zukunft. Der Mensch geht halt nicht gern selbst aus der Komfortzone. Deshalb findet ja scheinbar Entwicklung vor allem dann statt, wenn man selbst brutal aus der Zone rausgekickt wird.

Ich kann @ShowMeTheLight schon gut verstehen, dass sie bleibt und hofft. Denn es kann ja auch wirklich sein, dass es eben einfach seine Zeit braucht. So wie es auch bei Waris war. Ich glaube, es ist sehr schwer zu unterscheiden, wann man sich selbst etwas vormacht und wann etwas einfach wirklich Zeit braucht. Ich wünsche dir sehr, dass du das gut für dich erkennen kannst.

x 4 #1230


A


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