Mein Gefühl sie stellt sich selbst ein Bein. Und ja, auch du. Von 0 auf 100 im Schnellstart.
Warum nicht einfach eine Beziehung mit getrennten Wohnungen führen. Nur Leichtigkeit genießen und nicht gleich noch Familie und Alltag in die Beziehung nehmen.
Muss es gleich wieder ein gemeinsames Haus sein? Nur noch alles gemeinsam machen?
Ständige Nähe, immer wieder Ansprüche Reaktionen fordern?
Mit dem ganzen Background packt sie das nicht.
Sie mag mitgeträumt haben, vielleicht auch selbst gefordert, aber innerlich scheint sie nicht so weit zu sein. Da sind Ängste und Trigger, Überforderung.
Auch du rast da mit Volldampf in eine Abhängigkeit, die natürlich gleich eine Katastrophe auslöst, wenn alles wegbricht.
Und gerade mit Kindern auf beiden Seiten, ist eine solch rasante Geschwindigkeit nicht angebracht. Zu viele äußere Störfaktoren die alle zusätzlichen Druck aufbauen. Exe, Schwiegereltern, Umfeld usw.
Plus beide mit unverarbeiteten Wunden aus der Ex Beziehung und dann noch die Diagnose und OP.
Ich bin mir sicher, du wolltest in vielen nur helfen, manchmal ist aber nur ein Ohr gefragt/eine schweigend Schulter und nicht gleich lösen und anpacken, regeln. Auch das kann zu Druck und Flucht führen.
Hilfsbereitschaft, Unterstützung wird dann als Fremdbestimmung empfunden.
Gerade wenn sie zuvor einen narzisstische Partner/ eine toxische Beziehung hatte ist weniger oft mehr.
Dazu passt auch dieses in sich zurückziehen, keine sofortigen Antworten geben.
Diskussionen besonders einseitige sind Dauerthema in toxischen Beziehungen. Egal was man antwortet es wird verdreht, oder man muss erst lange nachdenken um eine Antwort zu finden, da es oft völlig irre ist, was einem vorgeworfen/präsentiert wurde.
Wenn sie also all den Druck von vielen Seiten hat und dann kommst du mit Diskussion (sei sie noch so gut gemeint) macht sie zu. Und/oder benötigt Zeit zu überlegen, analysieren und eine Antwort zu finden.
Schutzmechanismus, der lange ihr Begleiter war.
Auch bei dir sind Baustellen, Verletzungen durch die gescheiterte Ehe entstanden, die noch unterschwellig arbeiten.
Probleme und Erwartungen in die Beziehung brachten.
Für die Zukunft, lass einer Beziehung mehr Raum langsam zu wachsen. Leichtigkeit und Freiraum. Lieber die freie Zeit ohne Alltag und Kinder für die Paarzeit nutzen und genießen, ohne gleich alle Altlasten mit einzubringen. Quasi Urlaub vom Alltag.
Gerade Patchwork verlangt viel Geduld, langsames Wachstum, Akzeptanz, gerade auch was den Erziehungsstil betrifft (ganz großes Minenfeld).
Zu oft grätscht das Umfeld rein, mit negativen Kommentaren, Manipulation, Querschüssen, Forderungen usw.
Und manchmal bleibt auch nur die Option, Beziehung nicht unter einem Dach.
Zitat von PapaEmeritus: Unwahrscheinlich. Menschen verändern sich nicht durch ein negatives Erlebnis in ihrer Persönlichkeit oder in ihrem Beziehungsverhalten.
Wieso glaubst du das?
Sogar ein Unfall kann Menschen verändern.
Traumatische Erlebnisse wirken nach.
Als ich meine toxische Beziehung beendet hatte, kamen meine Kinder lange Zeit später zu mir und sagten, jetzt bist du wieder wie unsere Mama, du warst nicht mehr du selbst.
Ich hatte mich verändert. Aus heutiger Sicht nicht zum Besten. Die Freude und Leichtigkeit war lange weg.
Mein Beziehungsstil hat sich definitiv verändert. Heute brauche ich Ruhephasen für mich, Zeit alleine, wo es früher eher Richtung 24/7 ging. Ich bin auch nicht mehr bereit überall Kompromisse zu machen, ich schaue jetzt auch mehr nach mir, nicht nur nach allen anderen und dann erst nach mir.
Die Diagnose Hirntumor, die Angst dass eventuell das Leben endet oder einen u. U. nicht allein lebensfähig macht, hinterlässt sicher Spuren.
Gedanken was habe ich erreicht, was passiert mit den Kindern, will ich weiter so leben, war das alles, was will ich noch erleben usw.
Zweifel, Bedauern über verpasste Erfahrungen/Erlebnisse oder neue Prioritäten.
Der eine lebt sich plötzlich aus, ein anderer zieht sich mehr in sich zurück, der nächste räumt radikal auf. Ganz sicher beschäftigt man sich mehr mit sich.
Kann mit mehr Selbstliebe, beim nächsten mehr Zuwendung zur Familie, engere Bindung zum Partner oder beim nächste purem Egoismus führen. Der nächste wird plötzlich ängstlich und vorsichtig, ein anderer übermütig...