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Plötzlich Schluss völlig ratlos und kaputt

PapaEmeritus
Man braucht aber erst einen gewissen Abstand um bestimmte Dinge überhaupt erst zulassen zu können. Eine gewisse Unterdrückung und Ablenkung ist denk ich eine Zeit lang vollkommen normal und wichtig, um sich nicht zu überfluten. Irgendwann kann man dann an bestimmte Dinge ran, man muss es eben versuchen.

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S
@PapaEmeritus Ja, so sehe ich es auch. Ich muss erstmal ruhiger werden. Ich kannte zum Beispiel nie Panikattacken, im Moment gehören sie bei den kleinsten Dingen auf einmal zu meinem Leben. Da muss was passieren und ich verlasse mich da auf meinen inneren Kompass.

x 2 #92


A


Plötzlich Schluss völlig ratlos und kaputt

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PapaEmeritus
@SoZerissen
Es tut mir leid, dass du sowas erleben musst. Es wird mit der Zeit definitiv besser werden. Was mit Sicherheit was bringen könnte, ist absolut no contact. Wenn du siehst, dass der Mensch im Gym ist, später gehen zb. Wenn du dich immer wieder mit dem Menschen konfrontierst, wird’s nicht besser. Und eine Frage solltest du dir stellen, selbst wenn der Mensch wieder mal ankommen sollte: Will ich, dass das so weitergeht? Will ich, dass man so mit mir umgeht? Könnte ich bestimmte Dinge isoliert betrachten, ohne dass sie meinen Blick aufs Ganze beeinflussen?

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S
@PapaEmeritus Das wird die Kunst sein, dass für mich herauszufinden. Im Moment bin ich wirklcih komplett ambivalent. Sprich, ich versuche mir gerade auch die nicht so tollen Sachen aufzuschreiben und wieder und wieder durchzulesen, um sie von ihrem Sockel runterzubekommen.
Ich bin teilweise wütend auf sie, fühle mich verraten, was haben wir uns nicht alles für unsere Zukunft gewünscht und auch geplant. Und würde dann zu einem schwachen Zeitpunkt ein Anruf oder ein Treffen kommen und sie möchte wieder..... wäre ich wahrscheinlich an Bord.Es ist verrückt wie die Gefühle in mir toben! Weil ich aber auch jetzt, genau wie beim 1. Mal weiß, sie liebt mich noch. Denn das hat sie selbst bejaht. Aber sie kann zur Zeit keine Beziehung führen.

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PapaEmeritus
@SoZerissen

Ich kenne diese ganzen Schritte. Negative Dinge aufschreiben etc. Das mag alles gut sein, aber die Gewichtung im Gehirn verläuft langsam und nicht linear. Das Gehirn speichert keine fertigen Daten, sondern konstruiert die Erinnerungen immer wieder neu, es findet (zumindest bei mir) über die Zeit aber eine Gewichtung statt. Das positive tritt immer mehr in den Hintergrund, das Negative gewinnt an Gewichtung, weil das Gehirn negative Dinge als Bedrohung und daher als viel wichtiger und gewichtiger einordnet. Ein negatives Erlebnis (zB eine Abwertung) bekommt im Nachhinein eine viel größere Bedeutung, als 100 schöne Tage, weil die für deine emotionale und psychische Stabilität viel gefährlicher war. Wenn ich nicht komplett falsch liege, nennt man das Rekonsolidierung. Dein Gehirn reichert alte Erinnerungen und Erfahrungen mit neuen an. Das dauert aber. Bei mir hat es zB Monate gedauert, eh ich bestimmte negative Dinge überhaupt erst wirklich als gegeben und passiert zulassen konnte. Gib dir Zeit.

x 2 #95


S
@PapaEmeritus OK, ich verstehe. Was für ein Lernprozess .... also das hätte ich mir alles nicht vorstellen können. Aber wie heißt es so schön man lernt nie aus. Auch mit 52 nicht.

x 2 #96


PapaEmeritus
@SoZerissen

Ich hab auch bis Anfang 40 gebraucht, um bestimmte Erfahrungen zu machen, auf die ich hätte verzichten können. Aber so ist das Leben nun mal. Wird schon alles werden.

x 2 #97


S
Guten Morgen alles zusammen.

Ich habe gestern was sehr interessantes bei YouTube geschaut. Und zwar über Vermeider in einer Beziehung. Es ist irre, fast genauso lief es bei uns jetzt 2x ab.
Meist haben das Menschen die aus einer on/Off Beziehung kamen.
Also auch bei uns der Fall. Sie hat das 7 Jahre mitgemacht und kam nicht los.

Jetzt scheint sie selbst so geworden zu sein.

x 1 #98


PapaEmeritus
@SoZerissen

Unwahrscheinlich. Menschen verändern sich nicht durch ein negatives Erlebnis in ihrer Persönlichkeit oder in ihrem Beziehungsverhalten. Ich halte es für wahrscheinlicher, dass sie Verhaltensweisen, die sie bei dir gezeigt hat, auch schon in anderen Bindungen gezeigt hat.

x 1 #99


S
Nein, hat sie tatsächlich nicht. Sie war vor ca 18 Jahren mit einem Bekannten zusammen und mit ihm 2 Kinder. Da gab es sowas nicht.

x 1 #100


S
Zitat von PapaEmeritus:
Unwahrscheinlich. Menschen verändern sich nicht durch ein negatives Erlebnis in ihrer Persönlichkeit oder in ihrem Beziehungsverhalten….

Das ist nicht richtig.
Menschen nach toxischen Beziehung haben oft eine komplexe PTBS.

die Traumafolgestörung daraus ist „ starkes Misstrauen in die Welt , in die Menschheit“….

Auch bei einem Verratstrauma kommt es zur Distanzierung zu Menschen und beide Traumata können dazu führen das eine Person mit solch Erfahrung mit solch Wunden keine Beziehung mehr führen wollen und auch können.

unterschwellig macht ihnen Nähe soviel Angst das sie weglaufen müssen ( run Modus ).

x 4 #101


PapaEmeritus
@Scheol

Das ist zu vereinfacht dargestellt. Du sagst selbst „kann dazu kommen“, es ist aber nicht deterministisch. Nicht jeder entwickelt nach einer toxischen oder problematischen Beziehung selbst solche Verhaltensweisen.

x 2 #102


S
Zitat von PapaEmeritus:
@Scheol Das ist zu vereinfacht dargestellt. Du sagst selbst „kann dazu kommen“, es ist aber nicht deterministisch. Nicht jeder entwickelt nach ...

Der Prozentsatz ist hoch.

wer sieben Jahre in einer toxischen Beziehung „verweilt“ ist massiv manipuliert. Und die Schäden massiv.
Sieben Jahre gehen nicht spurlos an einer Person vorbei.

du hast hier Geschichten wo Mitglieder nach 4 Wochen schon massive Probleme aufweisen.

x 2 #103


PapaEmeritus
@Scheol

Ich hab das selbst erlebt, und weiß leider wovon wir hier sprechen. Ich weiß, was Dissoziation, Derealisation etc. nach solchen Beziehungen bedeutet. Meiner Meinung nach macht man es sich aber oft zu einfach, wenn man sagt, man zeigt durch solche Erfahrungen dann ähnliche Verhaltensweisen. Aber das ist hier nicht das Thema. Wünsch nen schönen Tag 🙋

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Kroenchen_richten
Mein Gefühl sie stellt sich selbst ein Bein. Und ja, auch du. Von 0 auf 100 im Schnellstart.
Warum nicht einfach eine Beziehung mit getrennten Wohnungen führen. Nur Leichtigkeit genießen und nicht gleich noch Familie und Alltag in die Beziehung nehmen.
Muss es gleich wieder ein gemeinsames Haus sein? Nur noch alles gemeinsam machen?
Ständige Nähe, immer wieder Ansprüche Reaktionen fordern?
Mit dem ganzen Background packt sie das nicht.
Sie mag mitgeträumt haben, vielleicht auch selbst gefordert, aber innerlich scheint sie nicht so weit zu sein. Da sind Ängste und Trigger, Überforderung.

Auch du rast da mit Volldampf in eine Abhängigkeit, die natürlich gleich eine Katastrophe auslöst, wenn alles wegbricht.

Und gerade mit Kindern auf beiden Seiten, ist eine solch rasante Geschwindigkeit nicht angebracht. Zu viele äußere Störfaktoren die alle zusätzlichen Druck aufbauen. Exe, Schwiegereltern, Umfeld usw.
Plus beide mit unverarbeiteten Wunden aus der Ex Beziehung und dann noch die Diagnose und OP.

Ich bin mir sicher, du wolltest in vielen nur helfen, manchmal ist aber nur ein Ohr gefragt/eine schweigend Schulter und nicht gleich lösen und anpacken, regeln. Auch das kann zu Druck und Flucht führen.
Hilfsbereitschaft, Unterstützung wird dann als Fremdbestimmung empfunden.
Gerade wenn sie zuvor einen narzisstische Partner/ eine toxische Beziehung hatte ist weniger oft mehr.
Dazu passt auch dieses in sich zurückziehen, keine sofortigen Antworten geben.
Diskussionen besonders einseitige sind Dauerthema in toxischen Beziehungen. Egal was man antwortet es wird verdreht, oder man muss erst lange nachdenken um eine Antwort zu finden, da es oft völlig irre ist, was einem vorgeworfen/präsentiert wurde.
Wenn sie also all den Druck von vielen Seiten hat und dann kommst du mit Diskussion (sei sie noch so gut gemeint) macht sie zu. Und/oder benötigt Zeit zu überlegen, analysieren und eine Antwort zu finden.
Schutzmechanismus, der lange ihr Begleiter war.

Auch bei dir sind Baustellen, Verletzungen durch die gescheiterte Ehe entstanden, die noch unterschwellig arbeiten.
Probleme und Erwartungen in die Beziehung brachten.

Für die Zukunft, lass einer Beziehung mehr Raum langsam zu wachsen. Leichtigkeit und Freiraum. Lieber die freie Zeit ohne Alltag und Kinder für die Paarzeit nutzen und genießen, ohne gleich alle Altlasten mit einzubringen. Quasi Urlaub vom Alltag.
Gerade Patchwork verlangt viel Geduld, langsames Wachstum, Akzeptanz, gerade auch was den Erziehungsstil betrifft (ganz großes Minenfeld).
Zu oft grätscht das Umfeld rein, mit negativen Kommentaren, Manipulation, Querschüssen, Forderungen usw.
Und manchmal bleibt auch nur die Option, Beziehung nicht unter einem Dach.

Zitat von PapaEmeritus:
Unwahrscheinlich. Menschen verändern sich nicht durch ein negatives Erlebnis in ihrer Persönlichkeit oder in ihrem Beziehungsverhalten.

Wieso glaubst du das?
Sogar ein Unfall kann Menschen verändern.
Traumatische Erlebnisse wirken nach.
Als ich meine toxische Beziehung beendet hatte, kamen meine Kinder lange Zeit später zu mir und sagten, jetzt bist du wieder wie unsere Mama, du warst nicht mehr du selbst.
Ich hatte mich verändert. Aus heutiger Sicht nicht zum Besten. Die Freude und Leichtigkeit war lange weg.
Mein Beziehungsstil hat sich definitiv verändert. Heute brauche ich Ruhephasen für mich, Zeit alleine, wo es früher eher Richtung 24/7 ging. Ich bin auch nicht mehr bereit überall Kompromisse zu machen, ich schaue jetzt auch mehr nach mir, nicht nur nach allen anderen und dann erst nach mir.

Die Diagnose Hirntumor, die Angst dass eventuell das Leben endet oder einen u. U. nicht allein lebensfähig macht, hinterlässt sicher Spuren.
Gedanken was habe ich erreicht, was passiert mit den Kindern, will ich weiter so leben, war das alles, was will ich noch erleben usw.
Zweifel, Bedauern über verpasste Erfahrungen/Erlebnisse oder neue Prioritäten.
Der eine lebt sich plötzlich aus, ein anderer zieht sich mehr in sich zurück, der nächste räumt radikal auf. Ganz sicher beschäftigt man sich mehr mit sich.
Kann mit mehr Selbstliebe, beim nächsten mehr Zuwendung zur Familie, engere Bindung zum Partner oder beim nächste purem Egoismus führen. Der nächste wird plötzlich ängstlich und vorsichtig, ein anderer übermütig...

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