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Poeten Ecke - Geschriebenes von uns

I
Gram und Pein,
war einst mein Leben.
Nein, es war kein Segen.
Voll Schatten war mein Wesen,
auch wenn ich bin belesen.
Töricht, dumm und Stur,
verließ ich das Licht,
willkommen hieß ich Dunnkelheit pur.

Verborgen habe ich mich,
In Schatten gehüllt,
man sah mich nicht.
Rang ich mit mir, mit Wut und Zorn,
ach wär ich doch nur neu geborn.
Allein und entblößt,
hab mir selbst Angst eingeflößt.

Allein ging sie an diesen Ort,
ließ mich allein, und ging für immer fort.
Was mach ich nur, bin allein,
will nicht mehr verzweifelt sein.
Ein letztes Wort, das hätt ich gewollt,
Gott sprach sie ist jetzt hier, und Du bist dort.
Deine Zeit ist nich nicht gekommen,
den Himmel hab ich verschlossen.
Du bist geblieben, denn in der Schlacht des Lebens,
dort musst Du noch siegen.

Wir waren zu jung, um getrennt zu werden,
und Du lässt mich, hier allein auf Erden.
Gib sie mir zurück, Du elender Schuft,
noch nicht in den Himmel, sie hätte gemusst.
Es war nicht ihre Zeit, und ich war auch nicht bereit.
Guter Gott, voll Güte sollst Du doch sein,
ich hasse Dich, ich bin allein.

Du hast sie mir genommen, viel zu früh! Ich hasse Dich mit jeder Faser meines Körpers. Doch, liebe ich Dich auch?

x 3 #271


Clarinetta
70
Nur eine Zahl?
für gelebtes Leben
die Jugend verborgen, von Außen noch sichtbar ab und zu im Lachen der Augen
der Verstand und der Körper noch rege, die Angst vor dem Ende wird weniger
was bleibt noch an Leben?
in Jahren gemessen, 10 Jahre? Etwas mehr oder weniger?
jede Stunde, jeder Tag zählt jetzt mehr.
der Lauf der Zeit bleibt niemals stehen
Niemand weiß wohin es führt
Ich bleib noch hier, in Dankbarkeit aber auch im Beklagen der versäumten Momente
70
nur eine Zahl?

x 5 #272


A


Poeten Ecke - Geschriebenes von uns

x 3


Jin
Zu einer anderen Zeit, an einem anderen Ort

Wenn wir uns
an einem anderen Ort
zu einer anderen Zeit
begegnet wären,
vielleicht wäre alles anders gewesen.

Vielleicht hätte keiner von uns
erst prüfen müssen,
wie viel Nähe erlaubt ist.
Vielleicht wären unsere Worte
einfach gefallen.

Wir hätten gelacht,
ohne danach still zu werden.
Wir hätten uns berührt,
ohne darüber nachzudenken.

Vielleicht wäre es leichter gewesen.
Nicht größer.
Nicht wahrer.
Nur leichter.

Und manchmal denke ich,
dass irgendwo
eine Version von uns existiert,
die einfach sein darf.

x 4 #273


-SehlenBlick-
Sehnende Schönheit der Natur

Such' den Teil, der dich befreit
Empfinde heilsam' Zweisamkeit

Im Herzen steigt Gefühl empor
Spür' Körper, Geist, wie nie zuvor

Die Stunden flieh'n, siehst Zeit nicht mehr
Trinkst Liebe aus Bewusstsein leer

Fühlst dich erfüllt, bist Mensch zu sehr
Blickst daraufhin auf's Tränenmeer

Nach jedem Auf, folgt stets das Ab
So schätze, was dir's Schicksal gab

Tust Du es nicht, da Du nicht kannst
Wird Leid ersetzen, was Du fandst

Dann fällt der nasse Blick zurück
Zum Traumgedanken an das Glück

Verschwommen' Augen sprechen Bände
Gesicht verhüllt in starke Hände

Du ahnst das Welken roter Blüten
Lässt's sich vor Zerfall behüten?

Doch ohne Hoffnung wirst du geh'n
Erinnerung im Spiegel seh'n

Das stille Schwarz der finst'ren Nacht
Dich zeitig einsam sterbend macht

Mein Rat Dir fortan nun was nützt
Such' in dir selbst, das dich beschützt

Erst wenn du liebst, was dir gegeben
Wird Schicksals Schönheit mit Dir leben

x 3 #274


-SehlenBlick-
End-Täuschung

Der dunkle Pfad am Waldesrand
Wo Bäume, nie ein einz'ger stand
Bedeckt mit Laub, Geäst und Moos
Birgt Schichten, artig endlos groß

Wo Wälder ihre Schatten spenden
Und Wellen Kronen strahlend blenden
Wenn Blätter tränen Tropfen nieder
Die Traurigkeit erzwingt sie wieder

Die Rinde, sie hüllt Stamm und Ast
Des Menschen Ego, Schein und Last
Wie leichter Hauch, Essenz vom Wind
Die Liebe nach Erfüllung sinnt

Jahr um Jahr...ein wechselnd Kleid
Wandel sich von Farben freit
Zuversicht weicht weißen Sorgen
Die Kälte friert das Herz von morgen

So zart sich Zweige auch berühren
Verstrickungen den Menschen führen
Verwurzelung die Pflanze nährt
Der Partner den Verrat erfährt

Der helle Pfad am Waldesrand
Der Baum nun so alleine stand
Befreit von Laub, Geäst und Moos
Moral der einz'ge Seelentrost?

x 3 #275


-SehlenBlick-
Unbewusst

Einsamkeit, sich selbst genug
Für Schmerz, den sie auf Händen trug

Einsamkeit, in tiefster Stille
Erinnerung als bloßer Wille

Einsamkeit, schmückt ohne Macht
Die Traurigkeit zuletzt gelacht

Einsamkeit, des Ego Lohn
Hier enden seine Wege schon

Einsamkeit, erhellt von Kerzen
Der Raum, die Zeit, gefüllt mit Schmerzen

Einsamkeit, die dunkle Richtung
Was einst vereint, ist nun Vernichtung

Einsamkeit, so unergründlich
Sekunden starr und tot, nun stündlich

Einsamkeit, ein Baum dem Feld
Mit Wurzeln in der Schattenwelt

Einsamkeit, Verlust zum Schein
Der Mensch, darf er alleine sein?

Einsamkeit, ist Urteil, Richter
Gibt Tinte, Feder und Papier dem Dichter

Einsamkeit, verhülltes Schweigen
Wie Äste kahl auf Gräber zeigen

Einsamkeit, der Hoffnung Feind
Bewusstes Sein sich selbst beweint

Einsamkeit, der Krähe Schrei
Befreie dich bewusst und sei

x 1 #276


-SehlenBlick-
ErInnerungen

Seh' dein Spiegelbild im andern
Wirst fortan mit Erkenntnis wandern

Was Du nicht kannst, das man dir tut
Das tief in deinem Herzen ruht

Gefühlt ist vieles doppelt' Schwere
Doch ohne es, ist alles Leere

Drum binde nicht, was dir geschenkt
Und blicke auch auf das, was lenkt

Wollen, Trieb, die Lust zu Gier
Das Glücklichsein, entrissen Dir

Die Zweifel-Haft zwingt in's Verlassen
Der größte Fehler, Dich zu hassen

Die Möglichkeit, die Dir gegeben
Lässt Dich nun mit Bewusstsein streben

So folge Zeit im Weltentraum
Erfühl' das Jetzt der Wurzel Baum

Es nährt das Sein, obgleich verborgen
Blätter welken Kummer, Sorgen

Am Grund das Laub, verblühter Schmerz
Die Schattenlast bedeckt Dein Herz

Besinne Dich auf das, was ist
Und atme nicht, was Du vermisst

Wenn Innerung den Schlaf Dir raubt
Verstand an dessen Täuschung glaubt

Das Sehnen nach Verbundenheit
Ist Spiegel Deiner Einsamkeit

Drum freie das, was dich gelenkt
Empfinde SELBST als was, das schenkt

#277


-SehlenBlick-
Zitat von Jin:
Zu einer anderen Zeit, an einem anderen Ort

Wenn wir uns
an einem anderen Ort
zu einer anderen Zeit
begegnet wären,
vielleicht wäre alles anders gewesen.

Vielleicht hätte keiner von uns
erst prüfen müssen,
wie viel Nähe erlaubt ist.
Vielleicht wären unsere Worte
einfach gefallen.

Wir hätten gelacht,
ohne danach still zu werden.
Wir hätten uns berührt,
ohne darüber nachzudenken.

Vielleicht wäre es leichter gewesen.
Nicht größer.
Nicht wahrer.
Nur leichter.

Und manchmal denke ich,
dass irgendwo
eine Version von uns existiert,
die einfach sein darf.


Bewusst

Die Zeit bestimmt das Wie und Wann
Der Ort nur treffend Raum sein kann

Begegnung oft so schicksalhaft
Mit Ziel und Zweck Verbindung schafft

Die Prüfung erst den Meister macht
Ein Wir gemeinsam Tränen lacht

Der Sinn, der in den Worten thront
Gefühl, das in zwei Herzen wohnt

Auf Wellenlängen uns berührt
Und auf Gedankenebenen verführt

Doch tobend Meer wird plötzlich still
Gefühlssturm seinen Rückzug will

Wie Sommerwind, zu leicht gewesen
Wohl auch im Sinn, durch Sätze lesen

Erkannten Zweisamkeit so groß
Vermutlich in den Wünschen bloß

Blendend schön, im Sein so wahr
Wir fühlten uns so wirkend nah

Zu weit entfernt, mal schwer, oft leicht
Besondres der Gewohnheit weicht

Gedanke hofft ein Irgendwo
Zu zweit, vereint, noch immer froh

Visionen dieser Existenz...
Zeugt die Version als Emergenz

Alle Schönheit dort erlaubt
Wo hier der Liebe einst beraubt

"Teilten" wir uns ein Versprechen
Nur um es endgültig zu brechen?

Bin fühlend, sehnend, immer Dein
Hier und Jetzt bewusst All(s)-(s)Ein

x 1 #278


-SehlenBlick-
Enthüllung

Im Dunkel ungeahnter Tiefen
Mit Spuren, die im Sand verliefen

Befragst zu wertvoll dieses Leben
Musst dir nur selbst die Antwort geben

Der Trieb entfaltet seine Weiten
Hormone diesen Weg bereiten

Mit dem Gefühl in roten Farben
Erst Sinn und oft Verständnis gaben

Versuche Dich, dem zu entziehen
Musst der Notwendigkeit entfliehen

Entdecke die geheime Welt
Und wie Bewusstsein unbewusst erhellt

Der Wellen Kurven ungeebnet
Dem Sein bei Berg und Tal begegnet

Erkenne und wirf ab die Schuld
Und gehe aufrecht mit Geduld

Seh' in den Spiegel der Natur
Die Teile reflektierst Du pur

Verzweiflung, Unvollständigkeit
Bist Du zur Gänze schon bereit(s)?

Erspüre, wie die Zeit entsteht
Wie Alter, Jahre, Schmerz vergeht

Ganz wie das Selbst, ergibt sich Kraft
Bewusstes Sein den UrSprung schafft

...hinein in absolute Fülle
Sodass die Sehnsucht sich EntHülle

#279


Jin
Meine Wahrheit

Lange habe ich mit mir gerungen,
ob ich dir meine Wahrheit zeigen darf.
Ich habe sie zurückgehalten,
habe sie leiser gemacht,
damit sie niemanden überfordert,
habe ihre scharfen Kanten verborgen,
damit sich niemand daran verletzt.


Doch nun, da ich mich entschieden habe,
sie dir zu zeigen,
werde ich sie nicht mehr verändern.
Du wirst keine beschönigte Wahrheit sehen,
die nur deshalb sanfter klingt,
weil ich Rücksicht nehme.
Du wirst keine gekürzte Geschichte hören,
weil ich glaube,
dass du sie nicht in Gänze ertragen kannst.

Du wirst nicht nur die Teile von mir sehen,
die leicht anzunehmen sind.
Du wirst alles sehen.
Nicht, um dich zu verletzen.
Nicht, um etwas von dir zu verlangen.
Sondern weil ich nun
meine eigene Geschichte erzählen muss,
ohne Rücksicht auf anderer Leute Erwartung.

Einmal muss meine Wahrheit
mehr wiegen als meine Angst.
Einmal muss ich aufhören,
mich selbst zu verschweigen,
damit es für andere leichter ist.
Meine Stimme soll gehört werden.

Ich weiß nicht,
in welchen Ohren sie Gehör finden wird.
Ich weiß nicht,
in welche Herzen meine Worte
ihren Weg finden werden.
Vielleicht werden sie verstanden.
Vielleicht werden sie abgewiesen.
Vielleicht bleiben sie länger,
als ich je erfahren werde.

Aber sie müssen gesagt werden.
Auch wenn es eine Wahrheit ist, die niemand hören möchte.

x 1 #280


-SehlenBlick-
Von der Schwermut

Der Schwermut düster schleppend Gang
Flieht des Lebens lockend Drang
Still im Raum der Zeit entlang
Du, der einst von Freude sang

Die Lüge keine Wahrheit spricht
Und oft mit der Bedeutung bricht
Es kennt die Folgen dessen nicht
Denn Dunkelheit verdrängt das Licht

Helligkeit das Auge netzt
Blendend Schein zu sehr entsetzt
Dein Ego von der Gier gehetzt
Durch's Tränennass blickt es verletzt

Du Liebe auf die Pflanze gießt
Bis Trennung in ihr Welken fließt
Du Freundschaft in den Abgrund stießt
Mich dabei einsam übersiehst

Du wirst die Worte erst versteh'n
Und Fehler niemals mehr begeh'n
Wenn das Gefühl bestärkt Dein Fleh'n
Denn nur die Weisheit lässt Dich seh'n

Mehrmals spiegelt sich Geschichte
Die mit Zeilen ich erdichte
Auf die Trauer sie errichte
Niemals auf das Neu' verzichte

Erkenne Deinen Teil in ihr
Ein Leben lang geteiltes Wir?
Wie's damals war, so Du zu mir
Das Sein schreibt von Erfahrung Dir

#281


-SehlenBlick-
Inspiriert von
Trigger

https://www.trennungsschmerzen.de/herz-vs-gehirn-t77615.html



Herzschlag

Das Herz sehnt still...
Weint und klagt, da es in die Liebe muss
Das Hirn das Ego schützen will...
kämpft und warnt vor neuem Schluss

Das Herz lockt mit Erinnerung...
An schöne, wundervolle Stunden
Für's Hirn war das nur Spiegelung...
Ein Mittel, Zwecke zu bekunden

Das Herz die Goldwaage beschaut....
Berührung, Nähe und Funktion
Das Hirn der Wahrheit doch nicht traut...
Ahnt bösen Nutzen schon

Das Herz zu gut für bloße Schuld...
Es spürt den Zwang und Unfreiheit
Das Hirn übt grenzend Ungeduld...
Es ist Struktur in Raum und Zeit

Das Herz zu fühl'ndem Sein bestrebt...
Verzeiht und heilt und öffnet Türen
Das Hirn die ganzen Dramen webt...
Um mit der Logik zu ver-führen

Das Herz die wahre Sicht schon kennt...
Auf's Damals, Bald und Immer
Das Hirn nur graue Zell'n benennt...
Erfahrung wird nur schlimmer

Dem Herz ist das Vertrauen wichtig...
Offenheit und Transparenz
Dem Hirn ein Augenblick so nichtig...
Verklärt die bloße Dekadenz

Das Herz weiß um den inner'n Rat...
"Erfühle Dich im Wesen"
Das Hirn agiert mit Gegentat...
Muss sich mit Wissenschaft belesen

Das Herz ist Retter Deiner Not...
Vertraue strebend Harmonie
Des Hirns Kontrolle logisch Tod...
Auch stirbt die Anthropologie

#282


A


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