Sabine
Mitglied
- Beiträge:
- 4018
- Themen:
- 11
- Danke erhalten:
- 5592
- Mitglied seit:
Er lief irgendwann einmal weg, weil mein Mann meinem Vater die Kante zeigte, was NICHT geht. Ich ließ meinen Sohn abholen und im Jugendnotdienst unterbringen. Dann kam auf einmal vom Gericht eine Anzeige wegen Kindeswohlgefährdung
Es zog mir die Füße weg. Und so empfinde ich es jetzt fast auch, nur dass ich ein anderes Wissen und eine andere Weisheit habe. Kleine Enkelin und meine Tochter werden ihr Glück machen.
Aber wenn ein Mensch nur nimmt und dann noch fordert ohne etwas selbst einzubringen, dann darf man selbst auch nicht die Augen davor zumachen.
Es ist wie in jeder anderen Beziehung eine Trennung obwohl man liebt. Sie ist unsere Tochter und wird es bleiben. Es wird für einige Zeit keinen Kontakt geben und wir werden unsere Enkeltochter nicht sehen können.Das schmerzt und ich weiß, es wird vorüber gehen und es wird auch irgendwann wieder gut werden. Sie wird daran wachsen und keiner stirbt. Also vom Prinzip her kein Drama, etwas nicht noch Gutes am Ende zu sehen.
Der Schmerz ist die Sehnsucht und der vorübergehende Verlust unseres Kindes und unser Enkelin. Sie werden insbesondere MIR fehlen. Als ich hier ankam, hielt ich immer etwas Distanz. Mein Mann unterstellte mir schon, dass ich das Kind nicht mag. Ich hielt dieses Distanz aus Selbstschutz. Und doch hat es mich ereilt. Weil ich es auch nach außen nicht so stehen lassen wollte, öffnete ich mein Herz weiter, als ich es wollte. Ich kann nichts tun, ohne es auch so zu denken und zu fühlen. Mich einzulassen hieß eben auch, den Schmerz dann zuzulassen, wenn sie gehen.
Sie werden noch nächste Woche ausziehen. Ich dachte ja, mein Mann ist es egal. Nur ließ ich ihn hier nicht aus der Verantwortung. Immer wieder sagte ich ihm, dass es nicht meine Entscheidung sein wird, sondern unsere. Mit den letzteren Verhalten in den letzten 10 Tagen die ich hier nicht dokumentierte, aber jeden Tag mit meinem Mann besprach, platzte ihm wortwörtlich der Kragen. Nur dieses Mal kann keiner sagen, ich habe allein gehandelt oder allein entschieden.
Der Schrauber nahm die Jahre zuvor wahr, wie mein Mann immer über mich wetterte. Ja, und ich über meinen Mann.
Er war sich bestimmt sicher, dieses Mal es wieder auf mich allein abwälzen zu können, daher wetterte ich immer nur für mich allein und schrieb es meinem Mann oder sagte es ihm. Nur dieses Mal tat ich es bewusst nicht! Ich traf keine Entscheidung allein. Dieses Mal traf sie meine Mann. Und ja, ich stelle mich da hinter ihm. Es ist auch das was ich als richtig empfinde. Der junge Mann muss bis zum 17.08.2018 hier verschwunden sein! Mit Sack und Pack und die Garage leer.
Ich glaube, diese Entscheidung hat er so nicht erwartet.
Meine Tochter wird selbstverständlich mitgehen. Sie haben auch schon eine Wohnung gefunden, die sie noch die kommende Woche beziehen werden. Je kürzer, je besser für mich. Jeden Tag habe ich das Gefühl, mein Herz zieht sich zusammen und will nicht mehr.
Ich versuche auf meinem Mann einzuwirken, damit wir zu der Trauung gehen. Es ist kaum mehr möglich.
Ich werde dennoch tapfer sein, und gehen. Wer weiß, warum mir das Universum diese Prüfungen schickt. Ich will unbedingt nicht die Brücke zu meiner Tochter ganz abreißen lassen. Auch wenn mein Mann nicht mitkommt, wird unsere Tochter hier immer einen Platz haben.

