Zitat von Annre: Früher waren Umstände höchstens mal problematisch, heute wo das Problem der Normalfall ist, gibt es nur noch die Steigerung,...alles ist toxisch.
Das Wissen um Endlichkeit treibt Viele in Angst und kopfloses Vorpreschen.
Danke für Deine Worte!
Um die Endlichkeit des Lebens, zumindest des irdischen, wusste man auch früher. Nur gab es früher - und ich erinnere mich noch selber daran, es ist also nicht Äonen her, sondern ein paar Jahrzehnte - noch eine Gelassenheit, die auf einem inneren Rückhalt beruhte, auf dem sozusagen wissenden Fühlen, das da "auch noch etwas anderes" ist, dass weit hinausgeht über die eigene Person und das gegenwärtige Dasein.
Und das ist dem heutigen Menschen innerhalb kürzester Zeit verloren gegangen, nachdem er in eine vermeintliche Rationalität ausgewandert ist. Damit kommt man halt nicht weit. Wenn die Sinne für das Wesentliche verloren gehen, dann hängt man halt nur noch in einem leeren Raum, der Düsternis und Panik mit sich bringt und keinerlei Zweiglein zum Anhalten in sich birgt. Und dann klammert man sich an das eigene Leben als wäre es das Einzige, das es überhaupt gibt, und sieht nicht mehr den Baum und hat kein Gefühl mehr für die Milliarden von Jahren, in die man hineingeworfen ist, bedeutungslos, wie etwas nur bedeutungslos sein kann.
Man merkt das, unter anderem, ja auch bei diesen Liebesthemen, um die es in diesem Forum geht, mehr als deutlich. Es wird zwar von Liebe geschrieben, aber zumindest ich merke nichts von Liebe. Auch auf diesem an sich beseligenden Gebiet hat sich die Verwüstung der Rationalität ausgebreitet und den Menschen zu einer Sahara gemacht. Ich frage mich echt, ob heutzutage überhaupt irgend jemand noch ernsthaft liebt. Oder ob nicht vielmehr auch die Liebe nur noch eine Darstellung ist, eine Nachahmung, eine Imitation von etwas Unbekanntem, eine mehr oder weniger bittere Show.
Mir kommt vor, dass sich der Mensch, der unserige, immer mehr verengt hat, zusammengefallen auf einen Punkt, den er als "Selbst" versteht und als die Wichtigkeit aller Wichtigkeiten. Dabei liegen das Begreifen und ebenso die Seligkeit, nach der es ihn zieht, in der Weite, in immer mehr Weite. Aber nein, das versteht das Menschlein heute nicht mehr, sondern es rollt sich wie eine Kellerassel in sich zusammen und macht sich sein eigenes mickriges Universum aus seinen Gliederfüßchen.
Naja, was soll ich sagen? Für mich ist das alles einfach nur deprimierend. Ein Untergang, eine Verflachung, wie es die Welt wohl noch gar nie gesehen hat. Eine Verdummung höchsten Grades unter dem Banner einer herbeigezauberten "Rationalität" (die, für mich, eine eigene Form von Verrücktheit ist). Könnte man die menschlichen Empfindungen messen wie die Frequenzen eines Liedes oder jene des Herzschlages, so würde man wohl nur eine Nulllinie sehen.
Zitat von Annre: Dieses Abnicken, kaum noch hinterfragen, eine einrichtungsbezogene Zwangsimpfung, die Rede des ukrainischen Präsidenten vor dem US Kongress, in der er etwas von Kampf für die Demokratie beschreibt
Ja, das sind halt diese Schlagwörter, mit denen heutzutage gekämpft wird. Es ist nur noch absurd, Schauspiel auf allen Ebenen. Die woke Generation als Karikatur von allem. Das ist bitter, aber sicherlich auch nur eine Übergangsphase, wie das immer so war. "Rationaler" und damit noch verblödeter kann es ja kaum noch werden. Das ist das Einzige, das noch einen Hauch von Hoffnung macht.