Zitat von Nachtlicht:Auf mich wirkt das alles irgendwie überfrachtet, gezwungen und unfrei im Miteinander. Sehr weit weg von der Vorstellung, dass Liebe etwas ist, das man freiwillig gibt, und freiwillig erhält.
Viele dieser Affären-Diskussionen differenzieren zu wenig. Affäre ist nicht gleich Affäre. Motive können unterschiedlich sein und auch die Bindung an den eigentlichen Partner. Und was soll man in manchen Fällen tiefgründig die Motive analysieren, wenn es doch einfach nur die gute Gelegenheit war, mal mit jemand anderen etwas zu probieren?
Deswegen kann die Reaktion auf die Affäre auch nur unterschiedlich sein. Gesichtspunkt ist unter anderen eben dabei,
* wurde exclusiver Sex vereinbart (was meist stillschweigend der Fall ist)?
* ob Geständnis oder aufgeflogen
* wie lange, wie oft - und ob beendet
* die Frage der Emotionen zum Affärenmenschen
* die Tiefe der Emotionen des Betrügers zum eigentlichen Partner
* das Motiv des Fremdgehens (wenn es denn gesagt wird und glaubhaft ist)
* der Grad der Enttäuschung des Betrogenen
* die Art des Bedauens des Betrügers
* die Art des Verzeihens der Betrogenen - oder sein Ende der Beziehung
Wenn denn diese und weitere Parameter ins Spiel kommen, wird die ganze Situation nach Bekanntwerden der Affäre so differenziert, werden die Wege der Lösung des Problems so vielfältig sein, da eben 1000 verschiedene Affären auch 1000 Möglichkeiten ihrer Folgen haben. Denn selbst wenn in der Praxis die Beziehung durch die Affäre beendet wird oder trotzt der Affäre weitergeführt wird, so sind das ja nicht nur zwei Situationen, sondern auch bei jedem der beiden Wege weitere Differenzierungen in der Art.
Zitat von Nachtlicht:... ob so ein Affären-Geständnis auch dazu dienen kann, einer eingeschlafenen Ehe ein neues, gemeinsames Thema zu verschaffen?
Ich finde diesen Gedanken durchaus bedenkenswert. Drama, Drama, Drama und Action und Sachen zu erinnern, bei denen echt etwas passierte, was wirklich mitnahm. Das Leben direkt gespürt. Und oft genug mehr Zuneigung und Nähe als zuvor.
Zitat von Ich_hab_Ruecken:Ich habe den subjektiven Eindruck, die Nachttischlampe ist für die Größe des emotionalen Raumes, welches sie ausleuchten will, derzeit nicht hell genug.
Jaja - bemüht metaphorisch, aber doch nur lahm
ad hominemZitat von Ich_hab_Ruecken: Meine Frau hat das zum Beispiel mit einem Freund gespiegelt, ich mit einem Therapeuten. Ich wundere mich, dass das so unnormal für manche rüberkommt.
Nun schreibst du harmlos "gespiegelt" - aber es gibt eben auch Beiträge von dir, wo du unerfreut bist, dass deine Frau zu persönöliche Details von dir publik gemacht hat. Und das ist es eben auch. Wen geht es etwas an? Sicher ist es üblich, sich in der Familie bei Geschwistern oder Eltern Beistand zu holen. Menetwegen auch Pfarrer oder Eheberatungs-Profis. Mit Einschränkungen anonym in einem Forum. Aber ansonsten? Sicher sind die Temperamente von Menschen unterschiedlich - aber die meisten versuchen, diese Probleme selbst zu lösen, wenn sie die Beziehung nach der Affäre aufrecht erhalten wollen.