Björn90
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Wir kennen uns seit 2011 – in all den Jahren sind wir durch viele Höhen und Tiefen gegangen. Zwar waren wir nicht durchgängig ein Paar, aber wir konnten nie wirklich voneinander loslassen. In den letzten Jahren kamen wir immer wieder zusammen – nicht dauerhaft, aber oft für ein, zwei Jahre. Und auch wenn es nie von Dauer war, hatte es immer etwas Schönes.
Die Trennung kam nicht, weil wir uns nicht verstehen – im Gegenteil: Zwischenmenschlich läuft es bei uns einwandfrei, wie sie selbst sagte. Vielmehr lag es an mir. In den letzten Monaten fehlte mir die Perspektive, ich bin bequem geworden. Das habe ich selbst gemerkt – und auch sie.
Als sie am 5. Juli die Entscheidung traf, den Schlussstrich zu ziehen, habe ich den Kontakt erst mal für eine Woche gemieden. Ich brauchte Zeit für mich.
Am darauffolgenden Montag stand sie dann vor der Tür – sie hat noch einen Schlüssel zu meiner Wohnung – um ihre letzten Sachen zu holen. Das war völlig okay für mich.
Doch kaum war sie da, kamen wir uns wieder näher. Es war kein erzwungenes Gespräch, keine Distanz – im Gegenteil. Wir berührten uns, kuschelten ein wenig. Es ging von uns beiden aus.
Da wir beide Hunger hatten, sind wir noch etwas essen gefahren. Und während wir da so saßen, fühlte es sich für mich einfach nicht wie eine Trennung an. Also fragte ich sie direkt:
„Fühlt es sich für dich so an, als wären wir wirklich getrennt?“
Ihre Antwort: „Nein, es fühlt sich nicht so an.“
Man muss dazu sagen: Wir waren schon immer ein gutes Team. Selbst in den Zeiten, in denen wir kein Paar waren, blieben wir eng verbunden. Wir hielten den Kontakt, sahen uns regelmäßig – wir waren einfach wichtig füreinander.
Am Montag fragte ich sie dann, ob sie nicht am Donnerstag zu mir kommen wolle. Ich wollte für uns kochen und einen schönen Tag mit ihr verbringen. Sie sagte, sie überlege es sich – eine direkte Zu- oder Absage wollte sie nicht geben. Da sie ein sehr spontaner Mensch ist, war das für mich völlig in Ordnung.
Gestern Abend – es war schon nach 22 Uhr – telefonierten wir wieder. Sie meinte, sie habe Hunger. Ich antwortete im Scherz: „Ich kann dir was zu essen machen.“ Natürlich war es zu spät, um noch loszufahren – sie wohnt etwa 1,5 Stunden entfernt.
Im Gespräch zeigte ich ihr dann noch meinen frisch beantragten Fischereischein, den sie unbedingt sehen wollte. Sie sagte: „Wenn ich da bin, holen wir eine Hülle dafür – am besten am Donnerstag.“ Für mich klang das wie eine indirekte Zusage.
Ich erwähnte dann noch, dass wir abends auch einen kleinen Beautyabend machen könnten – das hatten wir früher öfter, und es war immer schön. Sie freute sich sichtlich und sagte nur: „Jaaa.“
Zwischendurch meinte ich scherzhaft, dass ich im Moment schlecht schlafe, aber gehört habe, dass man besser schläft, wenn man neben jemandem liegt, den man sehr mag – „Das sollten wir unbedingt mal ausprobieren“, sagte ich mit einem Augenzwinkern. Sie lächelte, antwortete aber nichts dazu.
Am Ende des Gesprächs sagte ich dann noch im Spaß: „Morgen steht Essen für dich bereit.“
Daraufhin lachte sie und meinte nur: „Du lässt aber auch nicht locker.“
Wir verabschiedeten uns – und seitdem denke ich viel über das Gespräch nach.
Wir hängen nach wir vor aneinander, verbringen liebend gern Zeit miteinander und fühlen uns noch immer zueinander hingezogen, was die Sache noch spannender macht.
Was mich jetzt beschäftigt:
Ich weiß nicht genau, wie ich ihre Aussagen deuten soll.
Wie würdet ihr das Ganze interpretieren?